Der deutsche Importeur fabuliert blumig von einer "klassischen Formensprache", die ihre "Kernelemente aus der über 65-jährigen Geschichte der Marke" bezieht. Man kann es aber auch einfacher sagen: Der neue Cherokee hat die rundlichen Linien des glücklosen Vorgängers abgelegt und trägt wieder Kanten. Auch das außen liegende Ersatzrad ist wieder verschwunden; so wirkt der junge Indianer wie ein geschrumpfter Commander, bleibt mit knapp 4,50 Metern kompakt. Innen gibt es ausreichend Raum, wirklich weitläufige Bewegungsfreiheit genießt man aber nicht.

Überblick: News und Tests zu Jeep

Jeep Cherokee III
Man merkt, dass der Cherokee in den USA nicht als Familienfahrzeug gilt, sondern als Einkaufs- und Zweitwagen für die Gattin. Das muss kein Nachteil sein. So gefällt der neue Indianer mit US-typisch problemloser Bedienung. Echt amerikanisch wirken freilich auch Verarbeitung und Materialien: optisch nicht hässlich, aber beim Anfassen eher schlicht. Ein in dieser Klasse einzigartiger Gag: Beim Spitzenmodell namens Limited Exclusive ist ein riesiges Faltschiebedach zu ordern, das sich elektrisch wahlweise von vorn nach hinten oder auch von hinten nach vorn öffnen lässt. Unter der Haube sitzt in Deutschland stets der bekannte, aber frisch renovierte 2,8-Liter-Diesel von VM. Das Basismodell hat Sechsgangschaltung, die besseren Versionen eine stets auf niedrige Drehzahl bedachte Fünfstufenautomatik. Sportliche Fahrweise liegt dem kernig-rauen Vierzylinder ebensowenig wie dem geländeorientierten Fahrwerk; dafür erspart die zurückhaltende Dämpfung harte Stöße und holpriges Abrollen.
Technisch ist der Cherokee weiterhin ein echter Offroader, für Softroader-Freunde gibt’s ja Compass und Patriot. Das Allradsystem verfügt über ein Untersetzungsgetriebe; das Zentraldifferenzial des Vorgängers wurde allerdings eingespart, stattdessen dosiert nun eine elektronisch geregelte Lamellenkupplung den Kraftfluss zur Vorderachse.

Von

Thomas Rönnberg