Bebop löste etwa 1943 den Swing ab und erhob den Jazz von reiner Unterhaltungsmusik zur Kunst. Ob Renaults Kurz-Kangoo mit dem Beinamen Be-Bop da mithalten kann? Eine Revolution wie im damaligen Musikgeschäft löst er auf jeden Fall nicht aus. Zwar sieht er flippig aus und passt mit nur 3,87 Meter Außenlänge gut in unsere Zeit (Kangoo: 4,21 Meter), wirklich überzeugen kann das Konzept aber nicht. Vier längs verschiebbare Einzelsitze, die hinteren höhergelegt, falt- und ausbaubar, sorgen für ein großzügiges Platzangebot und vielversprechende Variabilität. Gleichzeitig fällt der Zustieg über nur drei Türen aber schwer. Lange Kerls reisen eher hockend, bei ausgebauten Fondsitzen entsteht (1462 Liter Kofferraum) kein ebener Ladeboden, die links angeschlagene Hecktür stößt zudem in engen Lücken gern an.
Abhilfe und ein gewisses Cabrio-Gefühl soll das Dach bringen. Das hintere Glasteil lässt sich nach vorn schieben und die Heckscheibe elektrisch versenken. Witzig und besonders bei Sperrguttransporten auch nützlich, Cabrio fühlt sich aber anders an. Außerdem wird das Schließen des Dachs für Be-Bopper unter 1,80 Meter mühselig. Nur gut, dass der Stoßfänger bis zu 100 Kilo aushält. Beim Fahren muss der kurze Kasten dem Mini-Radstand von 2,31 Metern Tribut zollen. Obwohl das Fahrwerk schluckfreudig antritt, lassen kurze Wellen den Be-Bop aufgeregt umherhoppeln. Sowohl der Benziner mit 106 PS als auch der Diesel mit 103 PS sorgen für flottes Vorankommen, der laufruhige und sparsame Selbstzünder fährt sich aber angenehmer. Treibt den Preis zusammen mit der umfangreichen Ausstattung aber auf 18.300 Euro – revolutionär ist das nicht.
Das gefällt uns: Die Verwandlungsfähigkeit auf kürzestem Raum.
Das fehlt uns: Sonnenschutzrollos für die üppigen Glasflächen im Dach.
Das überrascht uns: Viel Ausstattung, starke Motoren – geht's nicht günstiger?
Ein witziges Auto, dieser Be-Bop. Das Dachdesign verdient einen Kreativitätspreis – nur reicht das bei diesen Preisen als Kaufanreiz? Ganz ehrlich, ich habe da meine Zweifel.