Der Kombi Grandtour aus der von 2001 bis 2007 gebauten zweiten Auflage des Renault Laguna ist fast die Idealbesetzung eines Familienautos: Trotz modisch angeschrägter Heckklappe großer Kofferraum, auch innen viel Platz, hohes Sicherheitsniveau, komfortabel abgestimmtes Fahrwerk. Und viele elektronische Spielereien, um die Kleinen und Papi zu unterhalten. Manchmal nerven sie auch – die Spielereien, nicht die Kleinen. Wie der schlüssellose Komfort-Zugang, der bis Baujahr 2003 den Zutritt zuweilen auch dem rechtmäßigen Benutzer verweigert. Oder die Reifendruckkontrolle, die den Inhalt jedes Pneus separat anzeigt und bei der geringsten Abweichung Alarm schlägt.

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Renault Laguna Grandtour
Bild: Ronald Sassen
Doch noch ärgerlicher und teurer wird es, wenn die Technik versagt. Das Fahrwerk des Laguna II kommt beim TÜV sehr schlecht weg: Spiel in Traggelenken, Spurstangenköpfen und Gummimetalllagern tritt oft schon nach 30.000 Kilometern auf. Motoren und Getriebe verlieren oft Öl, die Kupplungen verschleißen frühzeitig – auch abhängig vom Talent des Fahrers. Etwas minimieren lässt sich das Risiko durch die Wahl eines Benzinmotors. Mehr Spaß machen natürlich die durchzugskräftigen Diesel, an denen jedoch Zahnriemen und Turbolader anfällig sind. Auch gab es erst ab Ende 2004 einen Rußfilter. Nachrüstung der 1,9-Liter ist aber möglich. Was den Laguna Diesel auch für Umweltzonen tauglich macht.
Wer nicht auf Premium fixiert ist, kann abseits der deutschen Nobelmarken viel Auto für sein Geld bekommen. Aber bitte vor dem Kauf genau hinsehen. Denn diese Fahrzeuge sind nicht ohne Grund so preiswert. In der TÜV- oder ADAC-Pannenstatistik stehen sie auf den hintersten Plätzen. Also gilt es, im Zweifel immer das jüngere Auto mit weniger Kilometern zu wählen.