Wenn seltene Supersportwagen crashen, dann sind zwei Gruppen von Fahrern überproportional stark beteiligt: Entweder verursacht den Schaden ein noch junger, unerfahrener Heißsporn, der die Technik nicht beherrscht. Oder es ist ein schon älterer Fahrer, dessen Fahrkünste mit der Technik nicht mehr mithalten. Im Fall des jüngsten Crashs eines roten Ferrari 512 TR im Fürstentum Andorra gehört der Pechvogel zur zweiten Gruppe: Beim Unfall kurz vor Weihnachten saß laut lokalen Medien ein 82-Jähriger am Steuer. Er kam aus bislang ungeklärter Ursache von der Straße ab und krachte in das Schaufenster eines Einkaufscenters. Der Wagen blieb im Fenster stecken, halb im Gebäude mit den Vorderrädern in der Luft, das Heck auf der Straße.
Laut Informationen der Zeitung "Diari d'Andorra" war der in dem Kleinstaat registrierte Ferrari am 22. Dezember 2021 kurz nach Mittag mit dem 82-Jährigen am Steuer unterwegs, auf dem Beifahrersitz dessen 59-jährige Begleiterin. Am Einkaufszentrum "River Centro Comercial" in Sant Julià de Lòria kam es dann zum Zwischenfall: Der klassische Supersportler kam von der Straße ab, überquerte die Gegenfahrbahn, um im rechten Winkel über einen Absatz zu fahren. Dort hob die Wagenfront ab und zerschmetterte in einem halben Meter Höhe das Schaufenster einer Bar. Fahrer und Beifahrerin wurden leicht verletzt, ebenfalls eine im Einkaufscenter arbeitende Person. Alle mussten für kurze Zeit im Krankenhaus behandelt werden. 

Seltener Ferrari 512 TR beim Crash beschädigt

Der Schaden am Einkaufscenter erscheint übersichtlich, doch am Fahrzeug muss den Fotos zufolge erheblicher Sachschaden entstanden sein. Die vordere Haube des 428 PS starken Mittelmotor-Boliden ist nach oben gewölbt, der Frontspoiler weg, der Unterbau zerstört. Es fällt schwer, den Schaden zu kalkulieren, nur auf den Preis des Zwölfzylinders gibt es Hinweise: Auf Verkaufsportalen kosten gleichartige Wagen ab 160.000 Euro. Der Ferrari 512 TR ist der Nachfolger des legendären Testarossa, der durch die TV-Serie "Miami Vice" Berühmtheit erlangte. Zwischen 1991 und 1994 entstanden rund 2280 Stück.