Gebrauchtwagen-Test Fiat Tipo

Fiat Tipo: Gebrauchtwagen-Test

So wird der Tipo zum Tipp

Schon als Neuwagen ist der Fiat Tipo richtig günstig. Und als Gebrauchter? AUTO BILD macht den Test.
Schicke Schale, maroder Kern. Richtig ruhmvoll beendete der erste Tipo seine Karriere als Golf-Konkurrent nicht. Gebaut wurde er zwischen 1988 und 1995, danach ließ Fiat den Namen schnell wieder in der Versenkung verschwinden. Zumindest bis 2016. Seitdem gibt es wieder einen Tipo. Mit dynamischer Hülle zu fairen Kursen wildert auch er im Feld der bezahlbaren Kompakten. Nach vier Jahren ist es Zeit für den ersten Qualitätscheck.

Gebrauchte Tipo sind sehr wertstabil

Die nachgeschobenen Sport- und Kombi-Ableger interessieren hierzulande mehr als das Stufenheck. Dabei ist der Rucksack-Tipo der günstigste.

Weil die Türkei nicht nur Produktionsort, sondern auch Hauptabsatzmarkt des Tipo ist, wurde er zuerst als Stufenheck ausgeliefert. Hierzulande interessieren die später nachgeschobenen Sport- (Fünftürer) und Kombi-Ableger mehr. Dabei ist der Rucksack-Tipo mit 15.490 Euro der günstigste, die anderen kosten ein bis zwei Tausender mehr. Als EU-Neuwagen geht's sogar schon für knapp über 10.000 Euro los. Es ist das klassische Dacia-Phänomen: Gebrauchte Tipo sind sehr wertstabil, unter 8000 Euro gibt es fast nichts, neue dagegen sind extrem günstig. Weil wie beim Rumänen die Haltbarkeit stark vom Pflegeeinsatz der Vorbesitzer abhängt, ist daher der Neukauf fast schon Pflicht.

Technische Daten
Motor Vierzylinder/vorn quer
Ventile/Nockenwellen 4 pro Zylinder/2
Hubraum 1368 cm³
Leistung 70 kW (95 PS) bei 6000/min
max. Drehmoment 127 Nm bei 4500/min
Höchstgeschw. 185 km/h
0–100 km/h 12,6 s
Tank/Kraftstoff 50 l/Super
Getriebe/Antrieb 6-Gang manuell/Vorderrad
Länge/Breite/Höhe 4571/1792/1512 mm
Kofferraumvolumen 550-1650 l
Leergewicht/Zuladung 1280/475 kg
Überblick: Alles zum Fiat Tipo

Im Detail macht sich der Rotstift-Einsatz bemerkbar

Spurstangenköpfe und Koppelstangen altern rasant. Kaum besser: die Qualität der Bremsscheiben nebenan.

Zumal es schon etwas Hinwendung braucht, damit so ein Tipo auch den zweiten TÜV anstandslos übersteht. Vor allem im Detail ist die Dominanz des Rotstiftes nicht zu übersehen. Die billigen Türverkleidungen klappern und werden fleckig, die Fensterheber streiken gern. Die Partikelfilter der Diesel setzen sich zu, im Kaltzustand neigt der Tipo zum Ruckeln. Die 120 PS starken T-Jet-Versionen gönnen sich gern um die zehn Liter, der 95-PS-Einstiegssauger kommt spätestens mit Beladung schnell an seine Grenzen. Auch die Lackqualität erfüllt nur einfache Ansprüche, gerade das aufpreisfreie Gelato-Weiß fällt oft mit rauen Oberflächen auf. Aber all das sind die Gedanken von Premium-Kunden. Wer weniger anspruchsvoll ist und keine 50.000 Kilometer im Jahr fährt, bekommt mit dem Tipo einen treuen Begleiter im Alltag. Dann reicht auch die Basisausstattung ohne unnötige Fehlerquellen. Die schicke Schale ist ohnehin serienmäßig.

Gebrauchtwagen-Test Fiat Tipo

Fiat TipoFiat TipoFiat Tipo
Fazit von Malte Büttner: Man merkt dem Fiat Tipo deutlich an, unter welchem Kostendruck er konstruiert ist. Interessenten greifen daher am besten zum Neuwagen mit erweiterter Garantie. Mit etwas Nachsicht kann so ein Tipo dann ein guter Kauf sein. Urteil: drei von fünf Punkten.

Kosten
Unterhalt
Testverbrauch 7,4 l S/100 km
CO2 176 g/km
Inspektion 250-450 Euro
Haftpflicht (18)* 530 Euro
Teilkasko (20)* 86 Euro
Vollkasko (19)* 444 Euro
Kfz-Steuer (Euro 6) 102 Euro
Ersatzteilpreise**
Lichtmaschine (AT) 404 Euro
Anlasser (AT) 219 Euro
Wasserpumpe 330 Euro
Zahnriemen 252 Euro
Nachschalldämpfer 362 Euro
Kotflügel vorn links, lackiert 683 Euro
Bremsscheiben und -klötze v 451 Euro
*Onlinetarif der HUK24-Versicherung: Zulassung in Hamburg, Fahrer nur Versicherungsnehmer und Partner (25 Jahre alt), jährliche Fahrleistung 15.000 km, Schadensfreiheitsklasse 1; **Preise inklusive Arbeitslohn und 19 Prozent Umsatzsteuer


Stichworte:

Kompaktklasse

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