Ford Fiesta gebraucht: TÜV-Report 2026
Ford Fiesta: Das sind seine wunden Punkte beim TÜV

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Fords sympathischer Kleinwagen hat über Generationen an Größe gewonnen – bei der HU ist er weniger großartig. Immerhin liefert Fiesta Nummer 8 eine solidere Vorstellung ab. Zwei Fiesta-Generationen im Check!
Bild: Toni Bader / AUTO BILD
Worauf Gebrauchtwagenkäufer beim Ford Fiesta achten sollten: die wichtigsten Infos aus dem aktuellen TÜV-Report!
Ford Fiesta 8 (JHH)
- Bauzeit: 2017 bis 2023
- Motoren: 70 PS (1.1) bis 200 PS (1.5 ST)
- Gebrauchtpreis: ab 5300 Euro

In der Variante "Active" (ab 2018) mit 18 Millimeter mehr Bodenfreiheit, Dachreling und Kunststoffbeplankung wird der Fiesta zum Mikro-SUV.
Bild: Uli Sonntag / AUTO BILD
Das ist er: Der Letzte seiner Art, eine weitere Fiesta-Generation wird es nicht geben. Optisch unauffällig modifiziert, auf 4,04 Meter gewachsen, feiner und opulenter ausgestattet als der Vorgänger. In den Kofferraum passen 292 Liter Gepäck, bei umgeklappter Rückbank sind es 1093 Liter. Geschwindigkeits-, Spurhalte-, Berganfahrassistent sowie neun Airbags sind Serie. Das Facelift 2021 brachte serienmäßige LED-Scheinwerfer und eine Warnfunktion für Falschfahrer. Den Kühlergrill gibt es in 14 Versionen.
Das kann er: Agil sein mit genug Stabilität in jeder Situation. Die Kopffreiheit im Fond aber lässt zu wünschen übrig wegen der abfallenden Dachlinie. Seit dem Facelift kocht der Fiesta nur noch auf drei Benzinertöpfen – die Diesel flogen 2020 aus dem Programm. Als Crossover-Modell gibt es den "Active" im Offroadlook mit zwei Zentimeter höhergelegter Karosserie.
Das macht Ärger: Ein 1.0 EcoBoost verlor im AUTO BILD-Dauertest erst Kühlwasser, schließlich zerlegte ein im Ölpumpenmodul gelöster Haltebolzen den kompletten Motor – Note 5. Das Problem wurde 2018 dauerhaft behoben. Rückrufe betrafen Sicherheitsgurte (2021); Ölabscheider, Servolenkung (beide 2022); Ausfallrisiko der Lenkung (2023) und Brandgefahr durch austretenden Kraftstoff (2025).
Ford Fiesta 7 (JA8)
- Bauzeit: 2008 bis 2017
- Motoren: 60 PS (1.25) bis 215 PS (ST 200)
- Gebrauchtpreis: ab 1350 Euro

Die siebte Fiesta-Generation erhielt 2013 ein Facelift – äußerlich vor allem am großen Kühlergrill zu erkennen. Aber auch die Motorenpalette wurde überarbeitet.
Bild: Werk
Das ist er: Eine etablierte Größe im Kleinwagensegment, nunmehr 3,95 m lang und 40 Kilo leichter. ESP und Fahrer-Knieairbag sind serienmäßig. Ein Facelift 2013 brachte neue Motoren (z. B. 1.0-EcoBoost-Dreizylinder mit 100 oder 125 PS) sowie einen Notbremsassistenten.
Das kann er: Die Kurve kratzen dank kompetentem Fahrwerk. Vorn ausreichend Platz, hinten weniger. Im AUTO BILD-Dauertest gab's für einen Fiesta 1.25 Titanium mit schlappen 82 PS die Note 3+, vor allem wegen Elektronikproblemen. Auch die etwas nachlässige Verarbeitung kam nicht so gut an.
Das macht Ärger: So einiges, etwa zur Selbstentladung neigende Batterien, defekte Fensterheber, im USB-Betrieb abstürzende Radios; Glühlampen im Cockpit halten nicht lange, das Doppelkupplungsgetriebe namens Power-Shift ruckelt schon mal. Zahlreiche Rückrufe: defekte Verriegelungen der hinteren Gurtschlösser, falsch verschraubte Sicherheitsgurtverankerungen, Brandgefahr durch ins Glühkerzensteuerungsmodul eindringendes Wasser und Kühlwasserverlust, der zu Rissen im Zylinderkopf führen kann.
Das TÜV-Urteil
Fahrwerk
Generationenkonflikt: Die Achsaufhängungen des neueren Typs JHH stehen kaum auf der Mängelliste, während der Vorgänger rote Zahlen einholt. Marode Federn und Dämpfer zeigen die Vier- bis Fünfjährigen (JHH) und Acht- bis Neunjährigen (JA8) zu oft. Ein größeres Problem sind die Lenkgelenke des älteren Fiesta, der Nachfolger macht seine Sache besser. Rost kommt vereinzelt vor, beim JA8 mehr als am JHH.
Licht
Bei Abblendlicht, Frontleuchten und Blinkern beider Generationen sieht es düster aus. Nur das Rücklicht des neueren Fiesta bleibt mängeltechnisch unter dem Schnitt.
Bremsen
Beide Modelle überzeugen in puncto Bremsfunktion. Schläuche und Leitungen machen keine bis wenig Probleme, und auch die Bremsscheiben verschleißen seltener als in der Vergleichsgruppe.
Umwelt
Die Abgasanlage des älteren Fiesta wird deutlich öfter moniert, doch auch der Nachfolger zeigt hier inzwischen Defizite ab der zweiten HU. Die AU absolviert der Neue zuverlässiger als Typ JA8. Ölverlust ist im Schnitt seltener ein Thema, der ältere Typ gibt hier gar den Musterschüler.
Mängeleinteilung*
Alter | Ø Laufleistung in km | Ohne Mängel | Geringe Mängel | Erhebliche Mängel | Verkehrsunsicher |
|---|---|---|---|---|---|
2-3 Jahre | 34.000 (Ø 45.000) | 92,0 (Ø 89,4) | 3,2 (Ø 4,0) | 4,8 (Ø 6,5) | 0,0 (Ø 0,0) |
4-5 Jahre | 53.000 (Ø 65.000) | 85,2 (Ø 84,7) | 5,5 (Ø 5,3) | 9,3 (Ø 10,0) | 0,0 (Ø 0,0) |
6-7 Jahre | 71.000 (Ø 88.000) | 82,3 (Ø 78,8) | 6,5 (Ø 7,6) | 11,2 (Ø 13,6) | 0,0 (Ø 0,0) |
8-9 Jahre | 93.000 (Ø 112.000) | 66,5 (Ø 71,7) | 9,2 (Ø 10,0) | 24,3 (Ø 18,3) | 0,0 (Ø 0,0) |
10-11 Jahre | 108.000 (Ø 131.000) | 62,9 (Ø 64,7) | 10,9 (Ø 12,4) | 26,1 (Ø 22,9) | 0,1 (Ø 0,0) |
12-13 Jahre | 123.000 (Ø 150.000) | 54,5 (Ø 56,0) | 13,5 (Ø 15,5) | 31,9 (Ø 28,4) | 0,1 (Ø 0,1) |
Fazit
Der Letzte macht das Licht aus: Ford hat die Produktion seines Erfolgsmodells eingestellt. Passend dazu tun sich Lichtmängel auf. Die sind jedoch weniger gravierend als marode Abgasanlagen, Achsaufhängungen und Lenkgelenke des Fiesta der siebten Generation. Nummer acht gibt sich zuverlässiger. Federn, Dämpfer und Abgasanlagen stehen hier aber auch schon auf der Mängelliste.
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