Ford Focus Electric: gebraucht
Das E-Auto, das keiner mehr kennt: Ford Focus Electric gebraucht

Als Konkurrent für den Nissan Leaf gedacht, scheiterte der Focus Electric hierzulande, obwohl er technisch interessant ist. Dabei wurde er ab 2013 sogar in Deutschland gebaut!
Bild: Privatanbieter
Es ist gerade mal ein Jahrzehnt her, als die Autohersteller erste Anfänge wagten, Elektroautos im Straßenverkehr zu etablieren. Auf den Markt kamen Modelle wie der Opel Ampera, der BMW i3 – oder, gestatten: der Ford Focus Electric. Den kennt aber heute fast keiner mehr.
Dabei war der Focus Electric eigentlich als Konkurrenz für den bereits seit 2010 erhältlichen Nissan Leaf gedacht. In den USA subventionierten Händler ihn stark. So war er laut Nachrichtenportal Green-Motors.de 2012 im US-Bundesstaat Kalifornien schon für 199 Dollar im Leasing zu haben. Inklusive: 10.000 Meilen, also knapp 17.000 Kilometer jährlich.

Mit knapp 12 Sekunden auf Tempo 100 ist der Focus Electric keine Rakete, aber im Stadtverkehr flott motorisiert.
Bild: Christian Bittmann/AUTO BILD
Technologisch hatte der Focus Electric mit den typischen E-Auto-Schwächen seiner Zeit zu kämpfen. Die Kapazität (brutto) des Lithium-Ionen-Akkus maß anfangs nur 22 Kilowattstunden, wurde 2017 auf immerhin 33,5 Kilowattstunden vergrößert.

In Den Focus Electric passt ein Yazaki Typ 1-Stecker. So lädt er mit bis zu 6,6 kW.
Bild: Christian Bittmann/AUTO BILD
Ford gab so eine Reichweite von 162 bzw. 225 Kilometer im alten NEFZ-Zyklus an. Der Sprint auf Tempo 100 benötigt 11,4 Sekunden, bei 137 km/h ist Schluss.
Ungewöhnlich: Anders als bei modernen E-Autos musste der Energiespeicher im Heck Platz finden. Übrig bleiben 220 Liter Kofferraumvolumen. Die Sitzflächen der Rücksitzbank lassen sich nach vorne klappen.

Der Akku sitzt im Heck, sorgt für ein kantiges Hindernis im Kofferraum.
Bild: Christian Bittmann/AUTO BILD
In Deutschland kostete der Focus zum Verkaufsstart im Jahr 2013 mindestens 39.990 Euro, konnte sich in Europa damit nie durchsetzen. Ford selbst gab an, 2015 lediglich 70 Exemplare in ganz Europa verkauft zu haben. 2016 waren es laut Branchenzeitung Automotive News noch 63. Dabei wurde der Focus auch im deutschen Werk in Saarlouis gebaut. Kurz nach Produktionsstopp dort im Jahr Frühjahr 2017 endete auch der Verkauf in Deutschland. Weitergebaut wurde noch in den USA bis Mai 2018.
Dass der AUTO BILD-Gebrauchtwagenmarkt immerhin fünf Exemplare hergibt, ist aus dieser Perspektive fast erstaunlich. Das günstigste Exemplar weist eine Laufleistung von 114.000 Kilometern auf, kostet dafür faire 8200 Euro. Die übrigen Modelle rangieren eher um 12.000 Euro, haben aber zum Teil auch erst 30.000 Kilometer auf der Uhr.
Angesichts der moderaten Preise ist der E-Focus also vielleicht sogar einen Blick wert, wenn keine großen Ansprüche an Reichweite und Ladegeschwindigkeit bestehen.
Nur wie es um die Ersatzteilsituation bei diesem seltenen Modell bestellt ist, sollte man in Erfahrung bringen, bevor man über einen Kauf nachdenkt.
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