Ford Focus ST Turnier: Gebrauchtwagen-Test
Sport im Fokus: Fords Familien-Kombi mit sportlichen Genen

Präziser Fahrdynamiker aus der Kompaktklasse: der geräumige Allrounder Ford Focus ST 280 Turnier im Gebrauchtwagen-Check.
Bild: Lena Willgalis / AUTO BILD
Fords Engagement im Motorsport brachte für normale Serien-Focus ein paar nette Eigenschaften, die man auch im Alltag spürt und zu schätzen lernt. Fahrdynamisch profitieren auch die zivilen Focus-Derivate von den Erfahrungen aus dem Motorsport, vor allem die straff ausgelegten Fahrwerke und das direkte Lenkgefühl haben die Focus-Reihe zu einer beliebten, betont dynamischen Alternative in der Kompaktklasse gemacht.
Die Beliebtheit und weite Verbreitung des Focus sorgt auch auf dem Gebrauchtwagenmarkt für ein großes Angebot. Wir haben uns für diese Gebrauchtwagengeschichte für ein Modell entschieden, das den praktischen Nutzen eines Kombis mit einer hohen Leistungausbeute kombiniert, also Fahrspaß gepaart mit Alltagstauglichkeit: Den weißen Ford Focus ST 280 Turnier in der ST-X-Ausstattung inklusive des hier serienmäßigen Performance-Pakets fanden wir im CarPark T&T Automobile in Nürnberg. Gebaut wurde der Focus 2019, ist also noch das Modell vor dem Facelift 2021/22, hat 42.880 Kilometer auf der Uhr und wird für 25.999 Euro angeboten. Er ist laut Verkäufer aus 1. Hand und unfallfrei.

280 PS aus einem 2,3-Liter-Vierzylinder sorgen auch im gebrauchten Ford Focus ST Turnier, Baujahr 2019, für ansprechende Fahrleistungen.
Bild: Lena Willgalis / AUTO BILD
Der erste Eindruck ist gut: ein paar sehr leichte Lackschäden und Kratzer an der Front, ansonsten steht der ST gut da. Die Reifen im Format 235/35 R 19 deuten auf die X-Ausführung hin, montiert sind gripstarke Michelin Pilot Sport. Der TÜV-Bericht im Handschuhfach ist von 10/22 und gibt grünes Licht für Bremse, OBD, Fehlerspeicher, Motordiagnose und Abgas. Für einen guten Klang sorgt das optionale Soundsystem von Bang & Olufsen, der Innenraum wirkt sehr gepflegt.

Die serienmäßigen Recaro-Sitze im Focus taugen auch für flotte Kurven.
Bild: Lena Willgalis / AUTO BILD
Die hervorragenden Recaro-Sitze, die Ford der ST-X-Version serienmäßig spendiert, lassen keinen Zweifel aufkommen, dass dieser Focus durchaus auch leichte sportliche Ambitionen zulässt, ein Sportfahrwerk gehört ebenfalls zum Lieferumfang der ST-X-Variante. Schön eingeschalt in die Recaros, das erfrischend analog wirkende Cockpit und das angenehm zu greifende Lenkrad im Blick, erweckt ein Druck auf den Startknopf den 2,3 Liter großen Vierzylinder zum Leben.
Typisches Focus-Fahrgefühl
Schnell stellt sich das typische Focus-Gefühl ein, das von der Straffheit des Fahrwerks und der für die Klasse ungewöhnlich direkten und rückmeldefreudigen Lenkung geprägt ist. Nach einigen Aufwärmkilometern zeigt der 280 PS starke Motor, dass er zwischen einem kleinen Turboloch unten und leichtem Kraftabfall bei hohen Touren schön sämig zur Sache geht.

In der 280-PS-Motorisierung bringt der markante Familientransporter auch als Gebrauchter eine Menge Fahrspaß.
Bild: Lena Willgalis / AUTO BILD
Das gut geführte manuelle Sechsganggetriebe mit dem dicken Schaltknauf fühlt sich gut an, der Klang ist etwas sehr bullig und leicht synthetisch und soll wohl Erinnerungen an den Fünfzylinder wecken. Ein paar schnellere Kurven lassen Fahrspaß ahnen, die automatische Zwischengasfunktion funktioniert tadellos. Insgesamt ein gutes Angebot, nur die Start-Stopp-Automatik mag trotz des mittlerweile warmen Motors nicht funktionieren – ein bekanntes Problem dieser Baureihe.
TÜV: kaum Beanstandungen bei neueren Modellen
Über die Jahre gereift ist der Ford Focus auch als Gebrauchter eine attraktive Alternative im Kompaktsegment. Dabei hat er sich aber auch typische Schwachstellen bewahrt: Schwierigkeiten mit dem Motormanagement oder Ölverlust gehören dazu, Probleme mit der Auspuffanlage, ein häufiger Kritikpunkt beim Vorgänger, scheint der aktuelle Focus dagegen nicht mehr zu kennen.
Kaum Beanstandungen bei neueren Modellen meldet der TÜV. Genau checken sollte man die vordere Lichtanlage sowie die Blinker, die öfter defekt sein können. Eine Fehlfunktion der Start-Stopp-Automatik wird nicht nur in einschlägigen Foren erwähnt, auch bei unserem Testexemplar arbeitete die Start-Stopp-Automatik nicht.









