RM Auctions versteigerte im Rahmen des Pebble Beach Concours d'Elegance den gulfblauen Ford-GT40-Kamerawagen aus "Le Mans". Er brachte einen Rekorderlös ein und ist jetzt der teuerste Ami aller Zeiten!
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Lukas Hambrecht
Bei der RM Auktion in Monterey am 17. und 18. August 2012 kamen gleich zwei legendäre Ford GT 40 unter den Hammer. Aufgrund ihres Zustandes und ihrer lückenlosen Historie prognostizierten Experten für beide Renner Rekorderlöse. Dabei war für Filmfans vor allem die Geschichte des gulfblauen GT40 spannend. Eben nicht weil ihn Jacky Ickx in Daytona pilotierte oder das John Wyer-Team beim knüppelharten Vollgasmarathon in Le Mans einsetzte. Nein, es war einmal mehr die Verbindung zu Schauspiellegende Steve McQueen, die solventen Benzinblütern Millionen wert gewesen ist. Und das obwohl der "King of Cool" nie selbst hinterm Steuer der Mittelmotor-Granate saß. Am Ende brachte der Le-Mans-Renner satte elf Millionen Dollar – und ist damit offiziell der teuerste Ami-Klassiker aller Zeiten!
Der GT40 mit der Chassisnummer P/1074 war die erste einer Handvoll gefertigten Lightweight-Versionen des Mk II. Ford baute ihn 1968 für die J.W.A./Gulf-Mannschaft auf. Der P/1074 nahm an zahlreichen Langstreckenrennen teil, Jackie Ickx gewann mit ihm in Spa. Später erwarb Solar Productions den ausgemusterten Rennwagen und setzte ihn während der Dreharbeiten zu Steve McQueens Rennfahrerepos "Le Mans" als Kameraauto ein. Der begeisterte und zuweilen auch erfolgreiche Hobbyrennfahrer McQueen spielt im Film den Porsche-Werksfahrer Michael Delaney.
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Fotos: Porsche 911 S von Steve McQueen versteigert
Dieser Ford GT40 Mk I mit der Chassisnummer P/1059 ist eine von nur 31 Straßenversionen.
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Nur 4749 Meilen sollte der GT40 Mk I mit der Chassisnummer P/1059 auf dem Zähler haben, der in Monterey für 2,86 Millionen Dollar versteigert wurde. Er ist eine von nur 31 Straßenversionen des Ferrari-Killers, die im Jahr 1966 entstanden. Ford wollte damals Ferrari kaufen, doch der Commendatore sagte "no". Henry Ford II ließ daraufhin einen Rennwagen konstruieren, der die Ferrari in Le Mans vernichten sollte. Mit modernem Mittelmotor-Layout und uramerikanischem Achtzylinder-Herzen. Der Vergeltungsschlag gelang. P/1059 wurde stets beim Fordhändler Stark Hickey in Detroit gewartet und befand sich lange in den Händen eines passionierten GT40-Sammlers.
Fotos: Porsche 911 S von Steve McQueen versteigert
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Fahren wie der "King of Cool": 1,375 Millionen Dollar ist dieser schiefergraue (US-Farbbezeichnung "slate grey") Porsche des Mythos McQueen einem solventen Sammler wert.
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Der vollausgestattete 911 S, damals der schnellste und teuerste Porsche für die Straße, kostet die Produktionsfirma im Jahr 1971 schlappe 30.000 Mark.
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Nur echt mit Stuttgarter Stute und dem Wappen des freien Volksstaates Württemberg: das Dreispeichen-Lenkrad des 911 S.
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Hinter diesem diesem Volant nahm die Schauspiellegende Steve McQueen während der Dreharbeiten zu seinem Rennfahrerepos "Le Mans" Platz.
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Den 911 S aus dem Kult-Streifen verkaufte McQueen schon nach kurzer Zeit wieder. Aus einem simplen Grund: Er besaß bereits einen 911 in der selben Farbe.
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Im Film stellt der 911S den Privatwagen des amerikanischen Rennfahrers Michael Delaney dar. McQueen saß auch bei vielen Fahraufnahmen des 600 PS starken Porsche 917K selbst am Steuer. Die Teilnahme des Filmstars am 24-Stunden-Rennen kam nicht zustande.
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Letzter Besitzer des McQueen-Porsches soll US-Komiker Jerry Seinfeld gewesen sein. Dass der 911 S im Laufe der Auktion in Monterey die Eine-Million-Dollar-Marke knacken konnte, hat selbst die Fachwelt überrascht.
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Die zeitlose Form des 911 zeichnete Ferdinand Alexander Porsche, genannt "Butzi". Auf der IAA 1963 stellt Porsche ihn als 901 vor.
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Der luftgekühlter Sechszylinder-Boxermotor des 911 S schöpft 200 SAE-PS aus 2,2 Litern Hubraum. Sie genügen für 225 km/h Spitze.
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Im Jahr 2011 präsentiert sich der 911 S weitestgehend im Originalzustand. Vor seiner Versteigerung befand sich der Porsche in vierter Sammlerhand.
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Für Porsche-Puristen ist der frühe 911 der begehrenswerteste. Ein guter 911 S, wie ihn McQueen fuhr, kostet heute zwischen 50- und 60.000 Euro.
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In alter James Dean-Tradition: Steve McQueen könnte sich sportliche Autos wie den 911 S nicht nur leisten, er konnte sie auch am Limit bewegen. Mit einem Porsche 908 ...
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... schafft er beim Zwölfstunden-Rennen von Sebring im Jahr 1970 einen sensationellen zweiten Platz. Das Foto zeigt das fein patinierte Emblem des Hollywood-Elfers.
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Solar Productions orderte den Elfer mit Vollausstattung. So hatte der Porsche nicht nur das Blaupunkt-Radio "Frankfurt" mit an Board, sondern auch die seltene Klimaanlage.
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Unwiederbringlich: der Kunstharzlack des 911 S ist noch der erste. Auch ohne prominenten Vorbesitzer wäre dieser Porsche heute ein teures Liebhaberstück.
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Gibt das Kopfkissen gerade keine 1,375 Millionen Dollar plus Spritgeld her? Kein Thema. Ein kleines bisschen McQueen-Mythos zum Selberfahren ...
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... gibt es auch für kleineres Geld zu kaufen. Gefühlt ist inzwischen jeder dritte Mustang Fastback "Highland Green" gelackt. Schuld daran ist der Action-Krimi "Bullitt" von Peter Yates.
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Cooler Typ, cooles Auto: Steve McQueen als Lieutenant Frank Bullitt, hier gerade mit rückwärts einparken beschäftigt, und der Ford Mustang Fastback GT 390 haben Filmgeschichte geschrieben. Ihnen wollten nun die Spezialisten...
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... des amerikanische Restaurationsbetriebes "Gateway Classic Mustang" ihre Ehre erweisen und legen eine limitierte Kleinserie von Nachbauten des berühmten Filmautos auf.
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Das Ergebnis der Nachbauarbeiten bei Gateway Classic Mustang trägt den stolzen Namen "Limited Edition 1968 Steve McQueen™ Signature Mustang" und dürfte größte Begehrlichkeiten bei den Fans wecken.
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Durchschlagender Erfolg: Regisseur Peter Yates kombinierte einen der männlichsten Männer seiner Zeit mit dem coolsten Auto derselben und sorgte dafür, dass beide zusammen eine derart spektakuläre Verfolgungsjagd hinlegen, dass der Zuschauer vor Wonne nicht mehr weiß, wohin. Da ist ein Ehrenerweis an das Auto und seinen großen Fahrer durchaus gerechtfertigt.
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Als Basis dienen den Amerikanern Mustangs der Modelljahre 1967 und 1968.
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Jedem Kandidaten wird ein 450 PS starker Roush-V8 eingepflanzt, der 27 PS mehr zur Verfügung stellt als das Original.
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Auch das Fahrwerk wurde erneuert und verfügt jetzt über verstellbare Dämpfer vorne und hinten. Dazu gibt es ...
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... unter anderem ein Keisler-Fünfgang-Getriebe, eine hydraulische Kupplung und natürlich die charakteristische Lackierung in Highland Green.
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Das Prinzip von "Klassik trifft Moderne" setzt sich auch ...
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... im Innenraum fort. Neumodischer Kram wie etwa ein MP3-Radio, ...
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... eine Klimaanlage und eine bessere Schalldämpfung wurde in die 60er-Jahre-Landschaft integriert.
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Selbst die Anschnallgurte sind den Originalen nachempfunden und helfen, die richtige Bullitt-Atmosphäre zu erzeugen.
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Am 24. März 2011 wäre Steve McQueen 81 Jahre alt geworden. Angesichts der vierrädrigen Hommage, ...
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... die seine Firma dem Rennfahrer und Bad Boy Hollywoods gewidmet hat, scheint Jason Childress glatt vor Ehrfurcht zu erschauern: "Wir fühlen uns geehrt, das Leben McQueens durch unseren Mustang feiern zu können."
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Zu Preisen und Stückzahlen macht Gateway Classic Mustang keine Angaben. Allerdings geben uns die Amerikaner einen Tipp mit auf den Weg: Wer zuerst kommt, mahlt zuerst.