Nur die Zeitstrafe gegen beide Alfa-Romeo-Piloten (alle Infos hier) rettet die Serie von Lewis Hamilton und Mercedes. Denn eigentlich wäre nach 22 Punkteplatzierungen in Folge am Sonntag in Hockenheim Schluss damit gewesen. 
Hamilton verpasst als Elfter bei der Zieldurchfahrt zunächst die Punkteränge, Teamkollege Valtteri Bottas schiedet nach Crash ganz aus. Dann rückt Hamilton am grünen Tisch doch noch auf Platz neun vor, staubt zwei WM-Zähler ab.
So lief der Deutschland GP: Mega-Kracher im Regen
Trotzdem: Ausgerechnet beim Heimspiel und den großen Feierlichkeiten der Stuttgarter (200. GP, 125 Jahre Mercedes-Motorsport, 65. Jubiläum des ersten GP-Starts in Frankreich 1954) landen die Silberpfeile auf dem harten Boden der Tatsachen.
„Das trifft uns ins Mark. Es war ein desaströses Resultat heute“, ärgert sich Mercedes-Sportchef Toro Wolff nach dem Rennen. „Wir hatten einen guten Start und gute Pace. Aber dann kommen Zwischenfälle, Crashs, schwierige Bedingungen, falsche Entscheidungen dazu - und am Ende steht man mit leeren Händen da.“
Die Mercedes-Pitcrew, die nach Hamiltons Abflug beim Boxenstopp wie ein aufgescheuchter Hühnerhaufen die passenden Reifen und einen Ersatzflügel sucht, nimmt Wolff aber in Schutz: „Das war Pech. Lewis ist am Weg in die Box gecrasht, darauf kann man so schnell natürlich nicht vorbereitet sein.“
Hamilton
Hamilton holt nach dem Crash einen neuen Frontflügel
Hamilton selbst erklärt: „Ich dachte, ich habe das Rennen unter Kontrolle. Aber dann sind wir mit den Slicks ein Risiko eingegangen und ab da ist uns das Rennen aus den Händen geglitten.“ 
Seinen Abflug beschreibt der Brite so: „Ich bin in Kurve 16 zu weit rausgekommen, ab da war es wie auf Eis. Ich habe die Wand getroffen und mir den Flügel beschädigt.“
Sky-Experte Martin Brundle zeigt sich überrascht: „Solche Fehler sieht man nicht oft von Lewis.“ Die Antwort des Briten nach Rennende: „Es war mein Fehler, aber ich bin auch nur ein Mensch. Sowas kann passieren.“
Zumal Hamilton am Wochenende durch einen grippalen Infekt geschwächt war: „Wenn man nicht bei 100 Prozent ist, ist es nicht einfach, zu performen. Jetzt bin ich einfach nur froh, dass es vorbei ist.“
Teamkollege Valtteri Bottas erwischt es sogar noch schlimmer. Der Finne crasht kurz vor Schluss in Turn eins ins Aus. „Das Team hat mich angewiesen zu pushen, aber ich habe es wohl etwas übertrieben. Es war mein Fehler, ich hätte ruhiger bleiben sollen“, so Bottas. „Man will immer fehlerfrei bleiben, aber bei diesen Bedingungen geht es leider schnell mal daneben. Heute war ich zum falschen Zeitpunkt in der falschen Kurve.“
Schlussfazit Toto Wolff: „Es war allgemein ein schlechter Tag für uns - und einer zum Lernen.“
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