Formel 1: Technische Meilensteine

Formel 1: 10 Jahre Hybridtechnologie

Von Stromschlägen und Effizienz

Vor zehn Jahren ging es mit dem KERS-System los. Die Formel 1 feiert zehn Jahre Hybridsystem. Zahlen verdeutlichen die irre Entwicklung seither.
Der Anfang war mehr als holprig. Im Juli 2008 erlitt ein BMW-Sauber-Mechaniker bei Testfahrten in Jerez einen Stromschlag, als er den mit dem kinetischen Bremsenergie-Rückgewinnungssystem KERS ausgestatteten Rennwagen in die Box schieben wollte. Sportlich dominierten zunächst die Teams ohne KERS – etwa Brawn oder Red Bull.
Die Wende kam erst im Sommer. Ende Juli gewann Lewis Hamilton den Großen Preis von Ungarn – der erste Hybridsieg in der Formel 1. KERS war auch rennentscheidend, denn nur mit Hilfe der Zusatzleistung durch KERS kam Hamilton an Mark Webber vorbei. In Belgien legte Kimi Räikkönen im Ferrari nach. Auch er siegte dank KERS. Auf der langen Geraden rang er so Force-India-Pilot Giancarlo Fisichella nieder.

Beim Ungarn-GP 2009 sorgte Lewis Hamilton für den ersten Hybridsieg aller Zeiten

Theoretisch gehen die ersten KERS-Versuche sogar noch weiter in die Vergangenheit zurück. McLaren gewann 1998 den Australien-GP mit einem hydraulischen Bremsenergie-Rückgewinnungssystem von Ilmor. Aber gleich nach dem Rennen wurde es verboten.
2009 wurde KERS erstmals ins Reglement aufgenommen. Damals durften nicht mehr als 300 Kilojoule in den Batterien gespeichert und pro Runde nicht mehr als 400 Kilojoule pro Runde abgerufen werden. Die Effizienz der Batterien lag damals beispielsweise bei Mercedes bei 70%.
Seit 2014 wurde das KERS-System nicht nur durch die MGU-H ergänzt, die Energie aus dem Abgastrakt zurückgewinnt. Sondern auch das Bremsenergie-Rückgewinnungssystem selbst wurde deutlich verbessert. Die Effizienz der Batterien beträgt heute 96%, die Leistungsdichte der Batterien wurde verzwölffacht. Statt 300 Kilojoule hat sich die speicherbare Energie auf zwei Megajoule erhöht. Mit 163 PS gibt der E-Motor zudem etwa doppelt so viel PS ab als 2009 noch das KERS-System. Und das für 33,3 Sekunden pro Runde statt nur für 6,7 Sekunden wie 2009.
Heute ist die Hybridenergie aus der Formel 1 nicht mehr wegzudenken. Die Formel-1-Motoren haben einen Wirkungsgrad von weit über 50%. Aber sie sind noch immer hochkomplex. Allein die elektronische Steuereinheit führt pro Rennen 43 Trillionen Berechnungen durch...
In der Bildergalerie zeigen wir weitere technische Meilensteine der Formel-1-Geschichte.

Formel 1: Technische Meilensteine


Fotos: Hersteller; Picture Alliance

Anzeige

Automarkt

Bei autohaus24.de Neuwagen günstig kaufen und Geld sparen.

Finden Sie im Automarkt von autobild.de Ihren Gebrauchtwagen.