Regen-König Nick Heidfeld vernaschte erst Timo Glock (Toyota) und Fernando Alonso (Renault), dann Weltmeister Kimi Räikkönen und Silberpfeil-Pilot Heikki Kovalainen in einer einzigen Kurve. Der Lohn: Rang zwei hinter Lewis Hamilton. Daumen hoch: Nick Heidfeld liegt in der WM-Wertung mit 36 Punkten auf Rang 5, ist damit bester Deutscher. Heidfeld: "Das war wirklich geil. Einen Mercedes und einen Ferrari auf einmal schnappt man nicht alle Tage." Vor allem rettet diese Vollgas-Explosion jetzt Heidfelds Job. BMW-Chef Mario Theissen will Ende August 2008 die Fahrerbesetzung für 2009 bekannt geben. Der Pole Robert Kubica war bereits gesetzt, hatte vor Silverstone alle Quali-Duelle gegen Heidfeld gewonnen. Heidfeld aber schwächelte und Ex-Weltmeister Alonso brachte sich bei BMW selbst ins Gespräch.
Formel 1 Silverstone 2008, Nick Heidfeld BMW Rang 2
Jetzt sagt Theissen: "Ich glaube, bei Nick ist der Knoten geplatzt. Ich erwarte ihn in dieser Form auch in den nächsten Rennen." Ex-Weltmeister Keke Rosberg lobt: "Bei so einem Sauwetter braucht man eine unglaubliche Fahrzeugbeherrschung. Die Sicht war gleich null, überall standen Pfützen. Alle Achtung." Heidfeld selbst bleibt bescheiden: "Es war auch ein bisschen ein ungleicher Kampf, weil ich zu diesem Zeitpunkt viel bessere Reifen hatte." Nach dem Rennen genoss er seinen Erfolg. Er ließ sich vom TV-Sender Premiere das Video des Rennens bringen und bestellte in der BMW-Küche Flusskrebse, Räucherlachs und Kalbsrücken. Dann guckte sich der Renngott selbst beim Überholen zu. Und hofft, dass es in zwei Wochen in Hockenheim wieder regnet.