Deutschland droht 2010 erstmals nach einem halben Jahrhundert vom Formel-1-Kalender zu verschwinden. Nach der Weigerung des Landes Baden-Württemberg, Defizite aus dem diesjährigen Formel-1-Rennen auf dem Hockenheimring zu übernehmen, erwägen die Verantwortlichen der Traditionsstrecke in Nordbaden den vorzeitigen Rückzug aus der Königsklasse des Motorsports. Auch der Nürburgring steht als Ersatzort für den Großen Preis von Deutschland in zwei Jahren nicht zur Verfügung. "Wir können uns das gar nicht leisten," so Nürburgring-Geschäftsführer Walter Kafitz. Gründe für das wachsende Minus durch das Formel-1-Rennen sind die von Ecclestone geforderten Garantieleistungen in zweistelliger Millionenhöhe sowie das sinkende Zuschauer-Interesse. Die Ticketerlöse sind die einzige Einnahmequelle der Streckenbetreiber bei den Formel-1-Rennen. Sie argumentieren damit, dass die Formel 1 für die Region ein erheblicher wirtschaftlicher Faktor sei und viel Geld dort gelassen wird. Dass Hilferufe unter anderem bei den Automobil-Herstellern erhört würden, hält Kafitz in der gegenwärtig schwierigen wirtschaftlichen Situation der Unternehmen für "illusorisch".