Formel 1 Aktuell: Rüpel, Raudis, Falschfahrer
So funktioniert Transparenz in der F1

In der Presserunde vor dem Brasilien GP wurden noch einmal die Aufreger aus Mexiko zerpflückt. Genau richtig, findet Ralf Bach in seiner F1-Kolumne.
Bild: Picture-Alliance
- Ralf Bach
Auch in der Formel 1 erlebt man noch Überraschungen. Im Fahrerlager, deren Bewohner ihre Ignoranz mit geduldiger Konsequenz immer dann mit alten Werten tarnen, wenn es um besseren Umgang mit den Medien geht, war das, was FIA-Pressesprecher Matteo Bonciani (46) in Sao Paulo veranstaltete, so was wie die Entdeckung des Feuers der Vorzeitmenschen. Hintergrund: Bonciani waren die verschiedenen Reaktionen nach dem Rennen in Mexiko zu viel, also brachte er die Beteiligten alle an einen Tisch. Dazu lud er zur traditionellen Fahrerpressekonferenz am Donnerstag neben WM-Anwärter Nico Rosberg und Lokalmatador Felipe Massa nicht zufällig die Protagonisten des Rennens in Mexiko ein: "Brechstangenüberholer" Daniel Ricciardo, "Asphaltrüpel" Max Verstappen, "Straßen- und Verbalraudi Sebastian Vettel" und "Falschfahrer" Lewis Hamilton.

Matteo Bonciani (l.) weiß, wie Kommunikation geht...
Wie auch immer: Der Rauch aus Mexiko war schon längst verflogen. Verstappen und Vettel kicherten zusammen, Ricciardo grinste wieder in alle Richtungen und Lewis Hamilton saß entspannt zurückgelehnt in der ersten Reihe und freute sich seines Daseins. Einen Journalisten warnte er, sich das Handy nicht zwischen die Beine zu klemmen: "Das ist gefährlich. Wegen der Strahlung."
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Vettel und die Red-Bull-Stars haben sich wieder lieb

In Mexiko hatte es viele kontroverse Szenen gegeben
Ich habe zu Vettels "Fuck off" auch eine Ansicht. In einer Welt, in der ein Donald Trump US-Präsident werden kann, obwohl er im Vorfeld der Wahlen verbal ständig unter irgendeiner Gürtellinie lag, sollte man sich über Vettels verbalen Aussetzer nicht aufregen. Außerdem sollten die Bewohner des ausgetrockneten FIA-Planeten sich zwei Dingen bewusst sein: Vettels "Fuck off" ist zwar nicht nett, wird aber seiner endgültigen beleidigenden Wirkung deshalb beraubt, weil "Fuck off" mittlerweile zum täglichen Wortschatz auf Schulhöfen und sogar Uni-Hörsälen gehört. Und die Jugendlichen haben nicht nur jemanden gehört, der ihre Sprache spricht. Sie haben, und das ist bedeutender, einen jungen aufrichtigen Sportler erlebt, der seine Fehler einsieht und sich sofort dafür entschuldigt. Das sollte die Botschaft sein, die rüberkommt!
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