Formel 1: Alles neu am Hungaroring
Fahrer schimpfen auf Änderungen

Neuer Asphalt, neue Kerbs und neue Regeln zum Funk: In Budapest stehen am Wochenende einige Änderungen an. Vettel und Co. sind davon wenig begeistert.
Bild: Jerry Andre / Picture-Alliance / Getty Images
- Frederik Hackbarth
Schönheits-OP für eine Traditionspiste: Seit 1986 gastiert die Formel 1 außerhalb von Budapest auf dem Hungaroring. Damals war es das erste F1-Rennen hinter dem eisernen Vorhang – der sozialistische Charme ist all die Jahre über nicht gewichen. Dieses Jahr jedoch haben die Streckenbetreiber investiert und die teils 30 Jahre alten Randsteine durch hochmoderne Kerbs ersetzt. Zudem wurde die sehr wellige Oberfläche der Strecke erneuert, der ganze Kurs und die Boxengasse neu asphaltiert. In Kurve vier und elf wurde ein Doppelkerb installiert, der den Rasen an dieser Stelle ersetzt. Damit die Fahrer trotzdem nicht neben der Strecke fahren, hat man Messschleifen in den Boden eingelassen, die Alarm schlagen, wenn ein Pilot mit allen vier Rädern die Piste verlässt.
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Lewis Hamilton ist mit den Neuerungen nicht glücklich
Der Brite philosophiert: „Wenn ich mir die chinesische Mauer anschaue, will ich auch auf der alten stehen und nicht auf einem neuen Teil.“ Hamilton setzt noch einen drauf: „Je älter die Strecke wird, desto besser wird sie: Es ist wie mit einem alten Wein...“ Doch statt alter Ostblock-Romantik gibt es nun futuristische Track-Limit-Detecition (das System, das festhält, wenn ein Fahrer die Strecke verlässt; d. Red.). Force-India-Pilot Nico Hülkenberg erklärt: „Es ist wie am Start. Auch dort gibt es Schleifen, die mit einem Sensor messen, ob es ein Frühstart war. Die gleiche Technologie ist jetzt hinter dem Kerb und merkt, ob ein Auto neben der Strecke ist oder nicht.“
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Nico Hülkenberg kann die Streckenbetreiber verstehen
Für ihn selbst liegt das Problem übrigens abseits der Formel 1 begründet! Hülkenberg: „Es gibt auch noch andere Serien außer uns. Die Streckenbetreiber wollen beispielsweise gerne Formel 1 und MotoGP machen. Die Motorräder aber brauchen flache Kerbs. Es jedes mal umzubauen ist zu teuer und einen Kompromiss zu finden scheinbar schwierig.“

Spezielle Kerbs: Hier wird ermittelt, wer zu weit fährt
Ginge es nach Vettel, würde sich in der Formel 1 aber sowieso einiges ändern. Der Deutsche wünscht sich eine Rückkehr zu den Wurzeln. „Wenn man wirklich etwas ändern will, dann soll man die Autos ändern: einfachere Technik und vor allem weniger Knöpfe am Lenkrad“, fordert der Deutsche. Doch die vielen Knöpfe bleiben vorerst – stattdessen gibt es am Wochenende in Budapest abermals überarbeitete Funkregeln, die die Transparenz des Streitthemas jedoch nicht gerade erhöhen. Zuletzt hatte der Funk in Silverstone für Aufsehen gesorgt, weil Nico Rosberg vom Kommandostand eine verbotene Hilfestellung erhielt. Dadurch verlor der WM-Spitzenreiter seinen zweiten Platz.
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