Formel 1: Alonso und Co.

Formel 1: Alonso und Co.

Aufstand der Formel-1-Oldies

2021 wird ein Kampf der Generationen. Alt gegen Jung in der Startaufstellung der Formel 1. Besonders im Blick: Rückkehrer Fernando Alonso.
Die Formel-1-Saison 2021 könnte der Aufstand der alten Männer gegen die jungen Wilden werden. Auf der Seite der Veteranen kämpfen dabei Kimi Räikkönen (41, Alfa Romeo), Weltmeister Lewis Hamilton (36, Mercedes), Sebastian Vettel (33, Aston Martin) sowie Formel-1-Rückkehrer Fernando Alonso (39, Renault-Alpine).
Die Seite der “Wilden” wird angeführt vom holländischen Superstar Max Verstappen (23, Red Bull). Unterstützt wird er unter anderem von Charles Leclerc (22, Ferrari), Lando Norris (21, McLaren), Lance Stroll (22, Aston Martin), den beiden Haas-Piloten Mick Schumacher (21) und Nikita Mazepin (21) sowie dem jüngsten im Feld, dem Japaner Yuki Tsunoda (20, Alpha Tauri).
Interessant: F1-Debütant Tsunoda ist 21 Jahre jünger als der finnische „Methusalem“ Räikkönen und könnte locker sein Sohn sein.
Kultstar Räikkönen interessiert das alles nicht. Er trägt es mit Humor. „Ich war auch mal jung – aber war ich deshalb der bessere Fahrer? Ich finde es nur amüsant, dass ich schon mit dem Vater von Max Rennen in der Formel 1 gefahren bin.“ Räikkönen meint das Jahr 2001, als er bei Sauber debütierte und Jos Verstappen mit Arrows um Punkte kämpfte.
Alt gegen Jung: Wer ist schneller?
Wer aber hat Vorteile beim Kampf der Generationen mit den ultraschnellen Formel-1-Wagen, die mehr an Kampfflugzeuge erinnern als an Straßenautos? Bis fünf g (das Fünffache des eigenen Körpergewichts also) müssen die Piloten dabei verkraften. Hat bei diesen extremen Belastungen ein junger Körper Vorteile?

Fernando Alonso

©Renault

„Nicht unbedingt“, sagt Ex-Formel-1-Pilot Ralf Schumacher zu AUTO BILD Motorsport. „Formel-1-Fahren ist ja nicht wie Fußball oder Tennis, wo das Alter eine größere Rolle spielt. Die Reflexe und die Risikobereitschaft lassen vielleicht etwas nach, aber die älteren Piloten können besonders im Rennen mit ihrer Erfahrung eine Menge wettmachen. Und total fit sind sie so wie so alle.“
Schumacher weiter: „Der Kampf der Generationen wird jedenfalls faszinierend zu beobachten sein.“
Alpha Tauri-Teamchef Franz Tost sieht es ähnlich: „Gas geben müssen sie alle. Am Ende entscheidet die Rundenzeit, nichts anderes. Und die fährt man nicht nur mit jugendlicher Risikobereitschaft. Limit ist Limit und das ist bei einem Auto durch viele Faktoren bestimmt. Naturtalente wie Kimi Räikkönen oder Lewis Hamilton verlieren ihre extreme Begabung nicht mit dem Alter, die sie instinktiv die Haftgrenze von Reifen, die Grip-Grenze also, spüren lässt.“
Sainz und de la Rosa glauben an Alonso
Allein. Im Mittelpunkt steht in dieser Saison Rückkehrer Fernando Alonso. Der spanische Weltmeister von 2005 und 2006 fuhr 2018 mit McLaren seine letzte Saison. Alonso gewann in der Formel-1-freien Zeit unter anderem die Langstreckenklassiker in Le Mans und Daytona und hielt sich mit Gastauftritten bei den 500 Meilen von Indianapolis und der Wüstenrallye Paris-Dakar fit. Bei Testfahrten im Dezember in Abu Dhabi beeindruckte er mit schnellen Zeiten. „Ich brauchte nicht sehr lange, um mich wieder an den Speed zu gewöhnen. Es ging eher darum, die Autos der neuen Generation kennen zu lernen.“
Zwei seiner Landsleute trauen ihm jedenfalls alles zu. Rallye-Legende Carlos Sainz zu ABMS: „Fernando hat einen unbändigen Siegeswillen. Das ist bei jedem Tennismatch zu spüren. Er ist immer noch einer der besten da draußen“, sagt der Alonso-Vertraute, dessen Sohn Carlos bei Ferrari fährt.
Ex-Formel-1-Pilot Pedro de la Rosa ist ebenfalls überzeugt: „Fernando liebt die Formel 1. Er gibt alles für den Erfolg. Wenn er das richtige Auto hat, kann er seinen dritten Titel gewinnen. Ganz sicher.“ Starke Worte. 

Autor: Ralf Bach

Fotos: Renault

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