Formel 1: AMG statt Mercedes

Formel 1: AMG statt Mercedes

Mercedes-Ausstieg „verrückt“

Mercedes-Vorstand Ola Källenius bekennt sich zur Formel 1. AMG soll größere Rolle spielen
Die neue S-Klasse sorgt für neuen Schub und Gewinne bei Daimler. Nicht nur deshalb kann Mercedes-CEO Ola Källenius (51) jetzt entspannter über das zukünftige Formel-1-Engagement von Mercedes plaudern. Im Manager-Magazin redet der Schwede Klartext. Ein Ausstieg käme nicht in Frage, erklärt Källenius. Das sei eine typisch deutsche Forderung.
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Allein: Dass Mercedes der Königsklasse mit seinen Hybridmotoren erhalten bleibt, stand nie zur Debatte. Wohl aber, in welcher Form man mit dem Werksteam weitermacht. F1-Orakel Eddie Jordan hatte die Spekulationen angeheizt, als er verkündete, der britische Chemie-Riese Ineos werde Anteile am Team erwerben. Interessant: Genau darauf angesprochen, antwortete Källenius am Rande des Eifel-GP kryptisch: "Haben Sie Verständnis", so der Schwede vor den Kameras von Sky, "dass wir solche Spekulationen nicht kommentieren."

Toto Wolff mit Ola Källenius

©S. Etherington

Fest steht: Källenius will den Namen Mercedes in der Corona-Krisenzeit aus der Schusslinie nehmen, stattdessen die 100-Prozent-Tochter AMG im Rennsport nach vorne bringen. Das macht Sinn, den AMG steht für Luxus, Innovation und technologische Zukunft. Alle künftigen Motorsportaktivitäten des Konzerns sollen deshalb unter dem Namen AMG laufen.
Källenius‘ Aussagen im Manager-Magazin bestätigen das. "Wir haben unser Formel-1-Engagement Anfang des Jahres neu bewertet. Die Preise für die Fernsehrechte steigen deutlich. Asien, Europa, Südamerika, überall wächst das Interesse an der Formel 1. Und die Zahl unserer jungen Fans explodiert geradezu, vor allem durch die sozialen Medien und E-Sports. Das sollen wir wegwerfen? Wir wären verrückt."
Dazu kommt, dass die Budgetobergrenze ab 2021 die Kosten deckelt. Källenius: “Unser Formel-1-Team wird von einem Kostenzentrum zu einer wertvollen Firma, fast wie Bayern München.”
Die Hauptargumente des Schweden beziehen sich aber vor allem auf die Antriebstechnik: "Wir werden die Autos weiter hybridisieren, wir könnten auf synthetische Kraftstoffe umsteigen; auch die Formel 1 wird CO2-neutral. Ansonsten würden die Rennen wirklich zu einer Veranstaltung von gestern."
Hintergrund: Schon seit 2014 werden im Grand-Prix-Sport Hybridmotoren eingesetzt, die einen thermischen Wirkungsgrad von rund 50 Prozent erreichen und damit viel effizienter sind als klassische Verbrennungsmotoren. Darüber hinaus ist ab 2022 geplant, 20 Prozent synthetisches Benzin zu den konventionellen Treibstoffen beizumengen. 2023 wird bereits mit 100 Prozent E-Fuels geplant.
Und jetzt kommt AMG ins Spiel. Källenius: "AMG wird eine elektrische Marke, das wird grüne High-Performance. Wir werden die Autos nach Formel-1-Vorbild hybridisieren."

Autor: Ralf Bach

Fotos: LAT/Mercedes

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