Für den Rennsonntag in Imola hatte sich Sebastian Vettel vor dem Start im Gespräch mit F1-Insider.com so richtiges Fritz-Walter-Wetter gewünscht. Der Grund: Im verregneten Qualifying am Freitag kam der Heppenheimer gut zurecht, schaffte es ins Q3 und die Top-10. Bei trockener Strecke wurde er am Samstag im Sprint aber gnadenlos nach hinten durchgereicht, zu schwach war der Aston-Martin unter normalen Bedingungen.
Für den Emilia-Romagna-GP am Sonntag hatte der Wettergott dann aber wieder ein Einsehen und öffnete für Vettel die Himmelsschleusen: Von Startplatz 13 rast der vierfache Weltmeister auf zu Beginn noch nasser Strecke auf Rang acht nach vorne und holt damit vier WM-Punkte, die ersten für den Heppenheimer und sein Team in diesem Jahr.
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"Das Wochenende hat uns mit den Bedingungen geholfen, aber wir haben auch das Maximum rausgeholt", freut sich Vettel. "Wir haben einen sehr guten Job mit dem Wechsel auf Trockenreifen gemacht und so ziemlich das ganze restliche Feld hat uns danach kopiert." In Runde 18 wechselt Vettel von Intermediates auf Slicks, nur McLaren-Star Daniel Ricciardo ist noch einen Umlauf früher dran.
Am Ende wird dieser Mut in Vettels Fall belohnt - auch, wenn er sich in den Schlussrunden Ferrari-Star Charles Leclerc geschlagen geben muss, der nach seinem Ausrutscher das Feld von hinten aufrollt. "Charles konnte ich nicht aufhalten, der war drei bis vier Sekunden schneller pro Runde", erklärt Vettel, fügt aber an: "Wenn man mir vor dem Rennen gesagt hätte, dass ich in den letzten Runden mit Ferrari kämpfe, hätte ich es genommen."
Sebastian Vettel wird in Imola Achter und besorgt damit die ersten Punkt für das gebeutelte Aston-Martin-Team.

Nachdem der Hesse die ersten beiden Saisonrennen wegen Corona verpasst hat und in Australien mehr Zeit neben als auf der Strecke verbrachte, fällt sein Fazit beim ersten Europa-Rennen endlich einmal wieder positiv aus: "Es hat Spaß gemacht. Natürlich es ist nur Platz acht. Aber ich bin auch schon Rennen gefahren, wo ich am Ende auf dem Podium war und ein schlechteres Rennen gezeigt habe als hier. Deshalb bin ich sehr happy."
Vor allem auch für sein gebeuteltes Team: "Es ist hart. Man reißt sich wirklich den Arsch auf. Dass am Ende des Feldes genauso viel Arbeit reingesteckt wird, habe ich selbst viele Jahre nicht zu schätzen gewusst, weil ich dort nicht war. Aber es ist die gleiche Arbeit wie vorne und sogar härter, weil man keinen Keks zur Belohnung nach dem Rennen kriegt", sagt Vettel und grinst: "Bring deinen Hund mal dazu, höher zu springen, wenn du keine Kekse hast..."
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Von

Frederik Hackbarth