Formel 1: Aston Martin wankt in neue F1‑Ära
F1‑Schock bei Aston Martin: Alonso warnt vor Nervenschäden

Schock vor dem Saisonstart: Der neue Aston Martin vibriert so stark, dass Fernando Alonso sogar Nervenschäden befürchtet.
Bild: Aston Martin
Der Start in die neue Formel-1-Ära droht für Aston Martin zum Desaster zu werden. Vor dem Saisonauftakt in Australien schlagen Teamchef Adrian Newey und Fernando Alonso Alarm: Die extremen Vibrationen im neuen Auto könnten sogar die Gesundheit der Fahrer gefährden.
Die Probleme sind so gravierend, dass Aston Martin erwägt, Fernando Alonso und Lance Stroll das Rennen in Melbourne gar nicht komplett fahren zu lassen. Grund sind massive Vibrationen der neuen Power Unit. Teamchef Adrian Newey erklärt am Rande des GP Australien in Melbourne offen: „Das gravierendste Problem ist, dass diese Vibration letztlich in die Finger des Fahrers übertragen wird.“
Alonso macht bei 25 Runden Schluss
Die Folgen könnten ernst sein. Alonso selbst glaubt, dass er nicht länger als rund 25 Runden am Stück fahren kann, ohne gesundheitliche Risiken einzugehen. „Fernando ist der Ansicht, dass er nicht mehr als 25 Runden fahren kann, bevor er das Risiko dauerhafter Nervenschäden in den Händen eingeht“, so Newey.

Adrian Newey hat bei Aston Martin viel Arbeit vor sich.
Bild: Aston Martin
Teamkollege Lance Stroll sieht die Situation sogar noch kritischer. Nach Einschätzung des Kanadiers könnte diese Grenze bereits nach rund 15 Runden erreicht sein.
Teile fallen ab: Aston Martin kämpft mit massiven Problemen
Die Vibrationen betreffen nicht nur die Fahrer. Auch die Zuverlässigkeit des Autos leidet massiv. Newey schildert die Folgen ungewöhnlich offen: „Spiegel fallen ab, Rücklichter fallen ab – all diese Dinge, um die wir uns kümmern müssen.“
Derweil bestätigt auch Fernando Alonso die Auswirkungen auf den Körper der Fahrer. „Irgendwann fühlen sich die Hände und die Füße ein bisschen taub an“, erklärt der zweifache Weltmeister. Noch sei unklar, welche langfristigen Folgen solche Belastungen haben könnten.
Alonso: „Es ist schwer einzuschätzen, was passieren würde, wenn wir einen Monat unter solchen Bedingungen fahren würden.“
Probleme seit den Tests in Bahrain
Entdeckt wurden die Schwierigkeiten bereits während der Wintertests in Bahrain. Seitdem arbeitet Aston Martin gemeinsam mit Motorenpartner Honda an einer Lösung. Die ersten freien Trainings in Melbourne sollen nun zeigen, ob kurzfristige Anpassungen möglich sind, oder ob die beiden grünen Renner tatsächlich vorzeitig die Box ansteuern müssen.
Der Fehlstart trifft Aston Martin zu einem besonders ungünstigen Zeitpunkt. Mit den neuen Motoren steigt der Elektroanteil in der Formel 1 auf fast 50 Prozent; ein gewaltiger technischer Umbruch. Gerade hier wollte Aston Martin eigentlich angreifen. Teambesitzer Lawrence Stroll hat in den vergangenen Jahren Milliarden investiert, um den Rennstall zur Spitze zu führen.
Der ambitionierte Fünfjahresplan sah vor, ab dieser Saison um Siege und Titel zu kämpfen. Auch die Verpflichtung von Technik-Genie Adrian Newey sollte den nächsten Entwicklungsschub bringen. Doch statt Titelträumen steht Aston Martin nun vor einem ganz anderen Problem: Das Auto ist derzeit so schwierig zu fahren, dass selbst die Gesundheit der Fahrer zum Thema wird.
Der Saisonstart in Australien könnte damit für das ambitionierte Projekt zum ersten ganz großen Rückschlag der neuen Formel-1-Ära werden.
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