Es ist eine Duftmarke, die für Mick Schumacher (23) ganz bitter riechen dürfte.
Nico Hülkenberg (35) kam, sah und raste mit dem Haas beim Saisonstart in Bahrain gleich mal in den dritten Qualifying-Abschnitt. Am Ende stand Startplatz zehn zu Buche beim Formel-1-Comeback des Emmerichers. „Man hat gestern schon sehen und rauslesen können, dass das auf eine Runde gut funktioniert mit dem Haas und mir“, freut sich der Emmericher. „Aber morgen ist der Härtetest. Ich mache mich bereit für einen harten Kampf und ein heißes Rennen.“
Die gute Nachricht für deutsche Fans: Der Asphaltcowboy Hülkenberg ist zurück im Sattel und weiß seine Sporen nach wie vor perfekt zu nutzen. Die schlechte Nachricht: Indem er seinem Teamkollegen Kevin Magnussen gleich sieben Plätze und 0,7 Sekunden aufgebrummt hat, lässt er Mick Schumacher nachträglich noch mal schlecht aussehen.
Denn der Quervergleich liest sich unweigerlich so: Magnussen war zwar besser als Schumacher, doch Hülkenberg ist noch mal ein ganz anderes Kaliber. Haas‘ Entscheidung auf den deutschen Oldie statt den jungen Schumi zu setzen, scheint also goldrichtig gewesen zu sein.
Nico Hülkenberg überzeugt beim Formel-1-Comeback in Bahrain.
Bild: LAT / Haas

Das räumt sogar Micks Onkel Ralf Schumacher bei Sky ein: „Es war eine super Leistung, so zurück zu kommen. Nico hat dem Teamkollegen und der ganzen Formel 1 gezeigt, dass er wieder da ist.“ Eine Erkenntnis, die auch Einfluss auf die deutsche Zukunft in der Königsklasse haben könnte.
Hintergrund: 2026 steigt Audi ein in die Formel 1 und hat ein Auge auch auf Stars aus dem eigenen Land geworfen. „Natürlich sind deutsche Fahrer für uns genauso attraktiv wie für die Spitze der Konzernmutter“, betont Audi-Vorstand Markus Duesmann im Spiegel, „doch ist es für uns keine Bedingung. Wir sind offen für Fahrer aller Nationalitäten und Sprachen.“
Allein: Mit Leistungen wie der in Bahrain drängt sich der 35-jährige Hülkenberg für die Zukunft geradezu auf, während er gleichzeitig Mick Schumacher ins Abseits stellt. Dazu passt: Duesmann will von einem Interesse am Rekordweltmeister-Sohns aktuell nichts wissen. „Wir sprechen im Moment mit vielen Entscheidern, Fahrern, Teamchefs. Mit Mick Schumacher gab es keine konkreten Gespräche hinsichtlich eines Engagements. Das wäre auch viel zu früh.“
Fest steht: Die Formel 1 ist knallhart. Jeder Fahrer ist immer nur so gut oder schlecht wie sein letztes Rennen. Deshalb ist die Bewerbung um ein Cockpit auch für Hülkenberg kein Selbstläufer. Für ihn spricht allerdings: Mit Andreas Seidl, CEO des Audi-Partnerteams Sauber, gewann er 2015 die 24 Stunden von Le Mans für Porsche.
Dass der Fahrer in der modernen Formel 1 wieder eine größere Rolle spielt, glaubt jedenfalls auch Haas-Teamchef Günther Steiner. Auf die Frage, ob seine Fahrerwahl die richtige war, kann er sich einen erneuten Seitenhieb gegen Mick Schumacher nicht verkneifen: „Absolut. Ich habe gerade meinem Chefingenieur eben schon gesagt: Es ist so schön hier mit zwei guten Fahrern zu sitzen, das passt einfach perfekt mit uns.“
Schumi junior indes tut jetzt gut daran, sich auf seine neue Aufgabe zu konzentrieren: Als Mercedes-Testfahrer wird er noch viel zu tun bekommen, sollte das Team den Schwarzpfeil tatsächlich umbauen müssen. Auch das ist eine Chance, sich neu zu profilieren. Denn Nico Hülkenberg beweist: Ein Comeback kann sogar nach drei Jahren auf der Ersatzbank gelingen.