F1-Auftakt abgesagt: So reagieren die Fahrer

Formel 1: Bahrain und Vietnam abgesagt

Deutscher Teamchef bleibt in Melbourne

Die nächsten beiden Formel-1-Rennen in Bahrain und Vietnam sind nun auch verschoben worden. McLaren-Teamchef Seidl bleibt in Melbourne.
Er ist – wenn auch nicht gewollt – einer der wenigen Gewinner des Großen Preises von Australien: der deutsche McLaren-Teamchef Andreas Seidl. Der 44-jährige Bayer hat als erster die richtigen Konsequenzen gezogen, vor denen sich FIA- und Formel-1-Verantwortliche viel zu lange verstecken wollten.
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Seidl hatte am Donnerstag sein Team nach einem positiv auf COVID-19 getesteten Mitarbeiter vom Saisonauftakt in Australien zurückgezogen und damit die Absage des Rennens eingeläutet. Mutige Entscheidung statt Missmanagement!
AUTO BILD MOTORSPORT erreichte Seidl am Telefon in Melbourne. „Wir haben erstmal die ganze Nacht das Team sortiert." Dazu gehörte auch, aus Solidarität erst mal bei den Mitarbeitern in Melbourne zu bleiben.
Hintergrund: Zusätzlich zu dem infizierten Mechaniker haben sich 14 Mitarbeiter des Rennstalls, die mit dem Corona-Fall in Kontakt standen, im Teamhotel in Quarantäne begeben. Eine Maßnahme, die mit den örtlichen Gesundheitsbehörden abgestimmt wurde. Der Rest des Teams fliegt zurück nach England und begibt sich dort in häusliche Isolation. Das Werk in Woking wird 14 Tage nicht betreten.

Auch in Bahrain und Vietnam fährt die F1 nicht

Seidl erklärt am Telefon, wie er die letzten 24 Stunden erlebte: „Wir mussten sofort handeln und entschieden, das Team vom Rennen zurückzuziehen. Es gab für mich keine andere Option. Die Sicherheit unserer Mitarbeiter steht in so einem Fall für mich an erster Stelle.“
Nach der Absage des Großen Preises von Australien sind die Formel-1-Rennen bis einschließlich Monaco auf Eis gelegt. Der Formel-1-Saisonstart wird von Insidern frühestens für den 7. Juni in Baku (Aserbaidschan) erwartet.
Die GP in Bahrain und Vietnam sind heute bereits offiziell auf unbestimmte Zeit verschoben worden. FIA-Präsident Jean Todt: „Jetzt geht es zuallererst darum, die Menschen zu schützen.“
Zandvoort, Barcelona und Monte Carlo fallen aller Wahrscheinlichkeit nach ebenfalls ins Wasser. Der Automobilclub von Monaco hat entsprechenden Gerüchten zwar via Twitter bereits widersprochen, aber das Tennisturnier im Fürstentum eine Woche vorher ist schon gecancelt worden.
In einer Mitteilung der F1 am Freitag heißt es: „Die Formel 1 und die FIA erwarten, dass die Weltmeisterschaft in Europa Ende Mai beginnt. Angesichts des dieser Tage rapiden Anstiegs von COVID-19-Fällen in Europa, wird die Situation aber regelmäßig neu betrachtet.“
Für den weiteren Ablauf der Saison 2021 sind verschiedene Szenarien möglich. Die Sommerpause könnte ausfallen und mit jenen Europarennen gefüllt werden, die nach hinten verschoben werden mussten. Zum Finale könnte man nach Down Under zurückkehren. Dazu passt Careys Ansage: „Wir versuchen den Australiern zu helfen, dieses wunderbare Rennen zu einem anderen Zeitpunkt abzuhalten.“
Dass alle 21 GP durchgezogen werden, daran glaubt aber niemand mehr im Fahrerlager. Formel-1-Sportchef Ross Brawn: „Wir müssen realistisch sein, wenn wir über den Saisonstart nachdenken. Wir haben Pläne, die Saison umzubauen und so viele verlorene Rennen wir möglich nachzuholen. Ich denke aber auch, dass die Leute dafür eine gewisse Toleranz zeigen müssen.“

F1-Auftakt abgesagt: So reagieren die Fahrer

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Autoren: Ralf Bach,

Fotos: Picture-Alliance

Stichworte:

Coronavirus

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