Formel 1: Brasilien - Wolff, Wehrlein und Co.
Nachsicht mit Toto Wolff, bitte!

Toto Wolff hat derzeit alle Hände voll zu tun: Red Bull sollte nach dem Verstappen-Anruf daher Milde walten lassen, findet Ralf Bach in seiner ABMS-Kolumne.
Bild: Picture-Alliance
- Ralf Bach
In der Formel 1 ist es manchmal doch noch wie im normalen Leben: Zwei Leute, ein Ereignis, zwei Meinungen. Drei Leute, ein Ereignis, drei Meinungen und so weiter. Nehmen wir mal den Fall Wolff-Verstappen. Für den Motorsportchef von Mercedes zum Beispiel war es nichts besonderes, im Vorfeld des Brasilien GP ein Telefonat mit Vater Jos Verstappen zu führen. Für Wolff war es ein Telefonat von vielen, die zwischen den beiden in der Vergangenheit stattgefunden haben.

Einmal mehr im Mittelpunkt: Youngster Verstappen
Da gibt es aber noch die von Red Bull: Sowohl Teamchef Christian Horner als auch Motorsportberater Helmut Marko waren an der Decke. "Arrogant", nannte Horner die Aktion, "inakzeptabel, ein Familienmitglied unseres Fahrers anzurufen." Marko tobte genauso: "Jetzt hebt er völlig ab."
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Die Wahrheit liegt wie so oft irgendwo dazwischen. Ich denke, Wolff hat sich wirklich nicht viel dabei gedacht, als er mit Papa Verstappen dieses Thema besprach. Denn sie kennen sich wirklich schon lange und haben schon hunderte von Gesprächen geführt. Es ist mir nur ein Rätsel, wie Wolff glauben konnte, dass Jos Verstappen das Telefonat unter der Decke hält.

Sind sich gar nicht grün: Helmut Marko und Toto Wolff
Am besten gefiel mir noch der Kommentar von Verstappens Teamkollege Daniel Ricciardo. Der sagte augenzwinkernd: "Mein Vater hätte wohl gar nicht abgehoben, wenn er gemerkt hätte, wer ihn da gerade anrufen wollte. Und wenn doch, wäre es für Toto verdammt teuer geworden. Mein Dad ist nämlich gerade in Australien."

Wolff hat im Moment genügend andere Baustellen...
Mit Ocon ist ihm gerade ein Coup gelungen: Den Franzosen hat er bei Force India untergebracht. Mit dem Deutschen Pascal Wehrlein ist er noch nicht ganz soweit. Doch Wehrlein und auch die meisten Insider zweifeln nicht daran, dass er den DTM-Meister von 2015 in der Formel 1 behält - entweder mit einem zweiten Jahr bei Manor oder einem anderen Team. Oder als dritter Pilot bei den Silberpfeilen. Schließlich handelt es sich bei Ocon und auch Wehrlein um Mercedes-Investitionen in die Zukunft.
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