Formel 1: Brutaler Renault-Kampf
Wenn der Hersteller gegen einen Kunden verliert…

Renault könnte 2018 gleich gegen zwei seiner Kundenteams verlieren – das gab es bisher in der F1-Geschichte erst einmal. Duelle zwischen Autobauern und Motorkunden.
Bild: Picture-alliance
- Michael Zeitler
In der Formel 1 ist der Kunde nicht König. Sondern der erste Wettbewerber. Das Renault-Werksteam hat sich gleich zwei starke Kundenteams ins eigene Lager geholt: Red Bull ist seit zwei Jahren stärker als die Franzosen, 2018 kommt McLaren dazu. Renault-Motorsportchef Cyril Abiteboul weiß: „Sie sind natürlich sehr harte Wettbewerber. Das ist für uns eine extra Herausforderung und Motivation zugleich. Sie werden für unsere Performance dieses Jahr ganz klar der Gradmesser sein.“
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Kein Hersteller hat öfter gegen die eigenen Kundenteams verloren als Renault: sieben Mal bereits. 1985 gleich gegen zwei Teams: Renault wurde nur Siebter in der Konstrukteurswertung, Ligier-Renault aber Sechster, Lotus-Renault sogar Vierter. Gegen Lotus verlor Renault auch 1984, dazu setzte es vier Schlappen gegen Red Bull.

Renault-Motorsportchef Cyril Abiteboul ist zuversichtlich
Toyota unterlag 2007 dem Kundenteam Williams, Alfa Romeo musste sich 1985 dem kleinen Osella-Team beugen. Es war überhaupt ein schlechtes Alfa-Jahr: Beide Rennställe blieben am Ende ohne Punkte.
Über alle anderen Werks-Niederlagen lässt sich streiten. Lamborghini verlor 1991 gegen den Kunden Ligier. Aber die Italiener stiegen beim Lambo-Projekt nie richtig ein, bekannten sich nie zur eigenen Werks-Mannschaft und zogen nach einem Jahr schon wieder den Stecker. Honda unterstützte 2001 und 2002 das BAR-Team, das aber gegen Jordan-Honda verlor. Und BMW war 1987 Partner von Brabham, musste sich aber knapp Arrows-BMW geschlagen geben.
Cyril Abiteboul betrachtet die Chance, 2018 gegen Red Bull und McLaren verlieren zu können, positiv: „Es ist uns eine Ehre, so große Teams wie Red Bull und McLaren auszurüsten. Dass sie Renault-Motoren gewählt haben, ist eine Anerkennung der Qualität unseres Produkts und unserer Arbeit.“
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