Formel 1: Buttons 300. Grand Prix
Jubiläum eines Gentleman

In Malaysia fährt Jenson Button seinen 300. Grand Prix. Anlass für eine Rück- und Vorschau: seine größten Errungenschaften, seine Pläne ab 2017.
Bild: Hersteller; picture-alliance
- Michael Zeitler
300 Grand Prix – das schafften vor Jenson Button nur Rubens Barrichello (323) und Michael Schumacher (307). 17 Saisons im Haifischbecken Formel 1 werden nur von Barrichello, Schumi (je 19) und Graham Hill (18) getoppt. Als Button 2000 mit dem GP-Sport anfing, wurde in Deutschland noch mit D-Mark bezahlt und ging in England gerade Ex-Champion Damon Hill in Rente.
Seine Bilanz in bisher 299 Formel-1-Rennen: 15 Siege, 50 Podiumsplätze, 1231 Punkte, acht Pole-Positions, acht Schnellste Rennrunden.
Was die Zahlen nicht verraten sind die Geschichten dahinter: Button bezwang drei amtierende Weltmeister. Er zeigte 2003 Jacques Villeneuve bei BAR-Honda seine Grenzen auf, er besiegte bei McLaren Lewis Hamilton und Fernando Alonso. "Lewis ist auf einer Runde unglaublich schnell, wahrscheinlich sogar etwas schneller als Fernando. Aber über das ganze Jahr gesehen ist Alonso ein wirklich harter Gegner. Er ist immer konkurrenzfähig, macht praktisch keine Fehler und macht es einem somit sehr schwer", vergleicht er.
Der Weg in die Formel 1 war nicht ganz so schnell wie bei Max Verstappen, aber auch er kam direkt von der Formel 3 in die Königsklasse. Nach Tests im McLaren-Mercedes und Prost-Peugeot stand für Frank Williams fest: Button muss er haben! „Wir mussten ihn verpflichten. Das Risiko, einen neuen Senna oder Schumacher zu verpassen, konnten wir nicht eingehen“, hat er später mal gesagt. Debüt also für Button 2000 für Williams, im ersten Jahr mit BMW.
Doch im Haifischbecken Formel 1 wäre er fast gefressen worden. Bei Williams nach einem Jahr ausgemustert, bei Benetton von Teamchef Flavio Briatore nicht respektiert: „Button ist ein fauler Playboy."
Button hatte keine leichte Kindheit. Nicht, weil er drei ältere Schwestern hatte, sondern weil seine Eltern sich früh scheiden ließen. Jenson wuchs bei Vater John auf, der allerdings selten zuhause war. John Button war in England erfolgreicher Rallycross-Rennfahrer. Später wurde John Button der Ruhepol für Jenson.
Kanada 2011 das beste Rennen
Besonders bei Regen war immer mit Button zu rechnen. Im Nassen feierte er 2006 in Ungarn im Honda seinen ersten Formel-1-Sieg. Und im Regen bestritt Button auch jenen Grand Prix, den er bis heute als seinen besten bezeichnet: Kanada 2011.

Jenson Button gilt als einer der sympathischsten Fahrer im Feld
Vielleicht doch. Sein WM-Titel 2009 war ein Märchen. Eine bessere Geschichte kann auch Hollywood nicht liefern: Nach einer desaströsen Saison 2008 stand Button quasi vor dem Formel-1-Aus: nur drei Punkte, Tabellenplatz 18 – geschlagen von Teamkollege Barrichello. Honda stieg aus, das Team kämpfte ums Überleben.
Für einen symbolischen Dollar kaufte sich Teamchef Ross Brawn die Reste des Teams. Im Wissen: Den Doppeldiffusor, den er mit seinen Technikern für 2009 ausgetüftelt hat, würde die sportliche Talfahrt beenden können. Mercedes erklärte sich bereit, die Motoren zu liefern. Und prompt fuhr Button im Brawn-Mercedes beim Auftakt alle um die Ohren.
Service-Links