Deutsches Drama in Florida: Statt den Plätzen neun und zehn und damit Punkten für beide deutschen Piloten, fahren sich Mick Schumacher und Sebastian Vettel in der Schlussphase beim Grand Prix in Miami gegenseitig ins Auto. Immerhin: Nach dem Rennen gibt es kein böses Blut, sondern versöhnliche Worte und zumindest den verbalen Schulterschluss zwischen den Kumpels.
"Im Nachhinein ist es immer leicht, darüber zu sprechen. Aber aus dem Cockpit heraus war es schwer zu beurteilen", erklärt Schumacher. "Ich hätte wohl stärker an ihm vorbeifahren können. Aber ich muss mir die Szene auch nochmal von außen anschauen. Außerdem wird es gut sein zu hören, was Seb darüber denkt", sagt Schumi Jr. zu dem bitteren Zwischenfall, der ihm seine ersten Punkte in der Formel 1 verhagelt.
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Damit reagiert der 23-Jährige deutlich besonnener als Onkel Ralf, der als Sky-Experte direkt im Anschluss an den schwarz-rot-goldenen Crash Partei für seinen Neffen ergreift und Vettel den schwarzen Peter zuschiebt: "Sebastian muss auch mal Platz lassen, ich sehe da mehr Schuld bei ihm. Mick kann sich da nicht in Luft auflösen", hatte der Ex-F1-Pilot geurteilt.
Die Rennstewards werten den Crash aber als Rennunfall, verhängen keine weiteren Sanktionen - auch, weil Vettel mit dem daraus resultierenden Ausfall, und Schumacher mit dem 15. und letzten Platz, wohl schon genug bestraft sind. "Beide Fahrer haben zu dem Crash beigetragen, keiner ist jedoch ganz oder mehrheitlich dafür verantwortlich", heißt es im Urteil.
Bitter: Mick Schumacher verpasst erneut die ersten Punkte

"Ich bin enttäuscht für Mick und für mich. Es ist doof für uns beide und tut mir leid, dass wir raus sind", sagt Vettel. "Wir haben dadurch heute beide eine gute Chance auf Punkte verloren, das ist sehr bitter", erklärt der Heppenheimer und räumt mit Blick auf den Crash ein: "Ich dachte, ich wäre in der Kurve vorne und habe ihn da nicht erwartet. Als ich ihn gesehen habe, war es offensichtlich schon zu spät."
Anders als auf der Strecke, verpassen sich Vettel und Schumacher in der Mixed-Zone nach dem Rennen, beteuern aber beide, zeitnah miteinander über den Vorfall sprechen zu wollen. "Wir werden mit Sicherheit darüber reden", kündigt Schumacher an und bedankt sich sogar bei seinem Kumpel: "Es ist nett, dass ich immer von ihm lernen kann. Er ist so wertvoll für mich als Freund."
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Während die Kollision in Runde 54 also keine negativen Nachwirkungen auf die deutsch-deutsche Freundschaft hinterlässt, bleibt der Schaden in Bezug auf Schumachers immer noch leeres WM-Punktekonto bestehen. Dabei zeigt der Sohn von Rekordweltmeister Michael Schumacher in Miami am Sonntag seine mit Abstand beste Saisonleistung.
"Das hat fast ein bisschen an seinen Vater erinnert", urteilt nach einem Überholmanöver gegen AlphaTauri-Pilot Yuki Tsunoda zu Beginn des Rennens Sky-England-Experte Martin Brundle. Von Micks Performance in Miami ist er angetan: "Das ist eines von seinen besten Rennen bisher. Er war auf dieser Strecke das ganze Wochenende über gut und ist voll auf Augenhöhe mit Kevin Magnussen (Teamkollege; d. Red.), obwohl der aktuell so stark in Form ist."
Für Schumacher ist das Lob trotzdem nur ein schwacher Trost: "Ein starkes Rennen bleibt es auf jeden Fall. Dennoch zählt das Resultat. Wir haben ein gutes Auto und waren auf dem Weg in die Punkte, deshalb bin ich natürlich enttäuscht, dass wir es nicht ins Ziel bringen konnten", erklärt Schumi Jr. und hofft für die Zukunft: "Wir müssen es schaffen, nicht immer in so schwierige Situationen zu kommen."
Sebastian Vettel kann das Rennen in Miami nicht beenden

Gleiches gilt auch für Unfallgegner und Landsmann Vettel. Denn schon vor dem Start geht es am Sonntag für den Aston-Martin-Star völlig verkorkst los: Weil das Team einen Fehler bei der Spritkühlung macht, müssen er und Teamkollege Lance Stroll aus der Box losfahren. Danach geht es nur mühsam voran für den Heppenheimer: "Es war schwer zu überholen, das hatte ich mir hier leichter vorgestellt", verrät Vettel.
"Ich bin eigentlich das ganze Rennen über im Verkehr festgesteckt, sonst hätten wir schneller sein können, denn die Pace war vor allem am Anfang gut", sagt der vierfache Weltmeister. Gegen Rennende hilft dem Deutschen dann aber das Safety-Car nach dem Crash zwischen Lando Norris und Pierre Gasly. "Davon haben wir profitiert und hätten mindestens den achten Platz mitnehmen können", glaubt Vettel. Wäre da nur nicht Kumpel Mick und das deutsche Drama gewesen...

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Von

Frederik Hackbarth