Formel 1: Darum ging Ricciardo zu Renault
Wut auf Red Bull wegen Verstappen

—
Der Crash mit Max Verstappen in Baku 2018 und eine geringere Gage im Vergleich zum Holländer trieben Daniel Ricciardo zu Renault.
Red-Bull-Berater Dr. Helmut Marko hatte es bereits geahnt: "Mit Shoeys wird es in nächster Zeit schwer für ihn", sagte der Grazer bei der Bekanntgabe von Daniel Ricciardos Wechsel zu Renault 2018. Podestplätze waren für Ricciardo in seinem ersten Jahr mit den Franzosen tatsächlich nicht drin, am Ende wurde es nur der neunte WM-Rang: So schlecht schnitt der Australier seit seinem Wechsel zu Top-Team Red Bull 2014 nie ab.
Allerdings: Renault vergoldet Ricciardo seinen Abstieg ins F1-Mittelfeld mit 25 Millionen Dollar Jahresgage, zahlt damit fast das Doppelte von dem, was Red Bull bot. Das allein war jedoch nicht der Grund für seinen Wechsel, wie der Aussie nun im offiziellen F1-Podcast 'Beyond the Grid' verrät – sondern auch, dass Teamkollege Max Verstappen mehr Geld bekam und teamintern immer mehr zur Nummer eins gemacht wurde.
"Wenn du an dich selbst glaubst, bist du davon überzeugt, dass du einen bestimmten Wert hast. Natürlich vergleicht man sich auch mit dem Teamkollegen. Und da war ich nicht überzeugt, dass ich so bewertet werde, wie ich mich selbst bewerte. Das hat sicher reingespielt", verrät Ricciardo.

Heute verstehen sich Verstappen und Ricciardo gut
"Was ich wirklich dachte, war: 'Fuck you, guys!' Jeder hat es kommen sehen. Und es wurde als 50:50 hingestellt, was ich ganz anders sah. In den Tagen danach war ich ziemlich sauer. In der Woche danach habe ich dann entschieden, dass ich weggehen muss."
Der lang ersehnte Monaco-Sieg wenige Wochen später, ließ Ricciardo zwar noch mal grübeln. Nach einem langen Transatlantikflug in die Sommerpause stand Ricciardos Entschluss aber endgültig fest. Telefonisch informierte er Helmut Marko. "Ich schätze, da hat er schon geahnt, dass ich mich nach etwas anderem umsehe", so Ricciardo. "Ja, er war überrascht. Aber er hat sogar am Telefon gesagt: 'Ich wusste, dass das kommt.'" Ganz anders Teamchef Christian Horner. "Er dachte, dass ich einen Witz mache! Und ich so: 'Oh nein, leider nicht!' Das war ein bisschen peinlich", erinnert sich Ricciardo.
Service-Links