Formel 1: Die schlimmsten Monaco-Unfälle
Crashgefahr im Fürstentum

Am Wochenende steht der Monaco GP an - nirgends kracht es häufiger in der Formel 1: AUTO BILD MOTORSPORT zeigt die heftigsten Unfälle in Monte Carlo.
Bild: Getty Images / Picture-Alliance
- Frederik Hackbarth
Mythos Monaco: "Hubschrauberfliegen im Wohnzimmer" hatte Dreifach-Champion Nelson Piquet den Spagat in den Häuserschluchten am Mittelmeer einmal genannt. Von den 50er Jahren bis heute hat sich der Kurs im Fürstentum kaum verändert - die Crash-Gefahr damit allerdings auch nicht. Wo es besonders gefährlich ist und wer schon alles Bekanntschaft mit den unverzeihlich nah stehenden Leitschienen gemacht hat, sehen Sie in unserer großen Bildergalerie: AUTO BILD MOTORSPORT zeigt die heftigsten Unfälle im Fürstentum. Jetzt gleich durchklicken!
Formel 1: Monaco-Unfälle

1/24
Der Große Preis von Monaco ist seit jeher der Höhepunkt einer jeden Formel-1-Saison. Doch das Rennen am mondänen Yachthafen des Fürstentums hat nicht nur Glitz und Glamour, sondern es durchaus auch in sich: Nirgends stehen die Leitplanken enger, nirgends ist die Crash-Gefahr größer. AUTO BILD MOTORSPORT blickt auf die heftigsten Monaco-Unfälle zurück. Beim hier abgebildeten Foto handelt es sich allerdings um eine gestellte Szene aus John Frankenheimers Film 'Grand Prix' von 1966 - doch Hollywood bediente sich damit durchaus bei der Realität...
Bild: Getty Images / Picture-Alliance

2/24
Bereits 1955 stürzt Alberto Ascaris Lancia an der Hafenschikane ins Wasser. Der Italiener kann sich in ein Boot retten. Zwei Jahre später dann der nächste große Crash (Foto): Ferrari-Pilot Peter Collins weicht einem Unfall von Stirling Moss aus, landet in der Barriere. Sein Teamkollege Mike Hawthorn verreißt dahinter das Lenkrad und sein Ferrari wird ebenfalls wie ein Keil in die Lücke zwischen Collins und das Hafenbecken getrieben.

3/24
Wie beim Ascari-Unfall zehn Jahre zuvor, landet Paul Hawkins in seinem Lotus 33 1965 nach 79 Rennrunden im Hafenbecken - Taucher fischen den Australier aus dem Wasser, er kommt ohne ernsthafte Verletzungen und mit dem Schrecken davon.

4/24
Zwei Jahre später dann die Katastrophe: Lorenzo Bandini liegt in seinem Ferrari in Runde 82 des Monaco GP 1967 an der zweiten Stelle. Beim Versuch, Zeit auf den Führenden gutzumachen, streift der Italiener am Eingang der Hafenschikane die Streckenbegrenzung und wird dadurch auf der linken Fahrbahnseite gegen die Strohballen geschleudert...

5/24
... Beim Aufprall fängt Bandinis Auto Feuer, das ausgelaufene Benzin und die Strohballen verwandeln die Unfallstelle in ein flammendes Inferno. Erst nach drei Minuten können die Rettungskräfte den Italiener aus seinem Wrack befreien - er erliegt drei Tage später im Krankenhaus seinen Verbrennungen. Bis heute ist der Bandini-Unfall der einzige tödliche in Monaco. Nach der Katastrophe wird die Renndistanz von 100 Runden auf 80 (heute 78; d. Red.) verkürzt.

6/24
Doch auch in der jüngeren Vergangenheit ist das Rennen deshalb noch lange nicht ungefährlich geworden. Martin Brundle überschlägt sich beispielsweise 1984 im Qualifying mit seinem Tyrrell. Anschließend rennt der Brite zur Box, um das Zeittraining im Ersatzwagen wiederaufzunehmen. Dort angekommen trifft er Teamchef Ken Tyrrell, der ihn fragt, ob alles in Ordnung sei. Brundle bejaht cool, fragt seinen Chef danach allerdings, in welche Richtung in Monaco überhaupt gefahren wird. Tyrrell stellt daraufhin kommentarlos Brundles Motor ab: Gehirnerschütterung und Startverbot!

7/24
Der schlimmste Unfall seit Bandini: Die Formel-1-Welt ist noch unter Schock, da rast nur zwei Wochen nach Ayrton Sennas Tod in Imola Karl Wendlinger mit 270 Sachen aus dem Tunnel und kracht mit Tempo 170 in die Leitplanken: 19 Tage künstliches Koma - doch der Österreicher wird wieder ganz gesund, fährt später sogar nochmals in der Königsklasse.

8/24
Umgedrehte Autos, fliegende Boliden, Chaos am Start... all das ist in Monaco keine Seltenheit. Hier erwischt es 1995 David Coulthard im blauen Williams-Renault. Dahinter kommt es am Start in der engen ersten Kurve von St. Dévote zum Stau und die Ferrari-Fahrer Gerhard Berger (rechts) und Jean Alesi (links) kollidieren, wodurch der Österreicher ausgehebelt wird.

9/24
Erneute Schrecksekunde für Österreich: 1998 fliegt Alex Wurz am Ausgang des Tunnels ab, kracht ähnlich wie Landsmann Wendlinger vier Jahre zuvor in die Reifenstapel an der Hafenschikane. Doch die Sicherheitstechnik hat sich in der Zwischenzeit stark verbessert, alle Sicherheitsssteme und die Fahrgastzelle funktionieren perfekt... und Wurz steigt aus, als wäre nichts gewesen.

10/24
Immer wieder die Hafenschikane: Wie bei Wendlinger und Wurz, erwischt es auf dem schnellsten Streckenabschnitt am Ausgang des Tunnels diesmal Jenson Button im BAR. Der Brite verliert nach seinem Abflug 2003 im Zeittraining kurz das Bewusstsein, muss eine Nacht im Krankenhaus verbringen und den Rennstart am folgenden Tag auslassen.

11/24
Zwei Jahre später sorgt erneut Ralf Schumacher für Aufsehen. In der Tabac-Kurve versenkt er seinen Toyota im Qualifying 2005 hart in den Leitschienen. Trotz Tempo 160 geht der Unfall diesmal jedoch glimpflich aus, der Deutsche klettert aus seinem beschädigten Boliden und über die Streckenbegrenzung in Sicherheit.

12/24
Auch Landsmann Nico Rosberg sorgt drei Jahre später und nur eine Kurve weiter für Edelschrott. Eingangs der Schwimmbad-Sektion fliegt Rosberg 2008 auf feuchter Fahrbahn erst rechts in die Mauer, wird dann zurück über die Piste geschleudert und knallt links in die Begrenzung. Auf dem Bild gut zu sehen: Passiert ist dem Williams-Piloten dabei nichts, er hüpft lässig aus dem Wrack.

13/24
2010 die nächste Schrecksekunde: Jarno Trulli und Karun Chandhok übertreiben es beim Kampf um die Plätze im Hinterfeld gewaltig, schaffen es sogar ihre Boliden in der langsamen Rascasse-Kurve aufeinander zu stapeln. Der Italiener und der Inder bleiben zum Glück aber unverletzt.

14/24
Kommt ein Rubens geflogen: F1-Rekordstarter Barrichello verliert auf der langen Bergaufpassage hin zum Casino 2010 die Kontrolle über seinen Williams, dreht sich in die Leitschienen. Während auf der linken Streckenseite die Zuschauer über den Edelboutiquen das Spektakel beobachten, gehen die Fotografen rechts nur noch in Deckung.

15/24
Zur Belohnung gibt es von den Streckenposten eine volle Ladung mit dem Feuerlöscher ab...

16/24
2011 knallt es dann wieder so richtig im Fürstentum: Samstag Vormittag im dritten Training wirft Nico Rosberg seinen Silberpfeil vor der Hafenschikane bei vollem Tempo in die Leitplanken - da staunt auch der Junge auf dem Balkon nicht schlecht.

17/24
Im Qualifying am Nachmittag dann der nächste große Knall: Sergio Perez verliert an der gleichen Stelle wie Rosberg die Kontrolle über seinen Sauber, schlägt aber bedeutend härter ein als der Mercedes-Star. Wie bei Buttons Unfall in der Schikane acht Jahre zuvor heißt es somit: Gehirnerschütterung, Krankenhaus & Rennverzicht - diesmal sogar für zwei Grand Prix.

18/24
Für Felipe Massa sind die Warnungen aber scheinbar noch nicht genug: Der Brasilianer versenkt seinen Ferrari im Rennen 2011 am gleichen Ort wie zuvor Rosberg und Perez ihre Boliden. Die Reichen und Schönen auf dem Sonnendeck über der Strecke scheint das derweil herzlich wenig zu interressieren.

19/24
Massa und Monaco - das ist überhaupt eine schwierige Beziehung. Bereits in seinem ersten F1-Jahr 2002 baut er einen heftigen Unfall in St. Dévote, 2008 schmeißt er ebenfalls in Kurve eins in Führung liegend im Regen den Sieg weg - diese Punkte fehlen ihm später im Jahr zum WM-Titel. Und auch 2013 ist die St. Dévote Massa nicht wohlgesonnen: Gleich zweimal fliegt der Brasilianer hier heftig ab - einmal wegen eines technischen Defekts und einmal nach einem Fahrfehler (Bild).

20/24
So gesehen hätte sich Massa lieber an Kamui Kobayashi orientieren sollen: Der Japaner wird ein Jahr zuvor in der gleichen Kurve am Start sogar hoch in die Luft katapultiert - trotz der spektakulären Flugeinlage im Sauber kann er aber weiterfahren und hat ganz nebenbei noch für das Monaco-Foto des Jahres gesorgt.

21/24
Fest steht in jedem Fall: Auch dieses Jahr werden die Streckenposten im Fürstentum wieder alle Hände voll zu tun haben... so wie hier bei Pastor Maldonado im Jahr 2013.

22/24
2015 kollidiert der damalige Formel-1-Rookie Max Verstappen bei einem Überholmanöver mit Romain Grosjean und schlägt heftig in die Reifenstapel von Kurve eins ein.

23/24
2016 gibt es in Monaco ein wahres Crashfestival! Bei Regen gegen die Fahrer gleich reihenweise mit den monegassischen Leitplanken auf Tuchfühlung. Selbst der viermalige Weltmeister Sebastian Vettel berührt gleich zweimal die Barrieren. Den schwersten Unfall baut Jolyon Palmer im Rennen.

24/24
2017 sorgt Pascal Wehrlein für einen Schreckmoment: Der Sauber-Pilot wird im Zweikampf von McLaren-Fahrer Jenson Button getroffen und fliegt mit seinem Auto kopfüber in die Leitplanken am Ausgang der Portier-Kurve. „Das war nicht gerade angenehm da so zu liegen, zumal es im Auto immer wärmer wurde. Deshalb habe ich irgendwann per Funk gefragt, ob man mich mal befreien kann“, so Wehrlein, der unverletzt bleibt.
Service-Links