Genau drei Jahre ist es her, da eskalierte mit dem Crash in der ersten Runde beim Spanien GP der teaminterne Mercedes-Kampf zwischen Lewis Hamilton und Nico Rosberg. Am Wochenende fährt die Formel 1 wieder in Barcelona – und erstmals seit 2016 tobt bei den Silberpfeilen wieder ein ernst zu nehmendes Stallduell um die WM. 
Werden die Bandagen zwischen Hamilton und dem WM-Führenden Valtteri Bottas nun ebenfalls härter? "Wir verhalten uns wie Gentlemen – wir hatten immer viel Respekt voreinander und so wird das auch bleiben", verneint Hamilton. 
Dass der Brite seinen Teamkollegen dieses Jahr aber mehr als ernst nimmt, zeigt folgende Aussage: "Es war zu erwarten, dass er einen kleinen Schritt nach vorne macht, denn er hat dieses Jahr meinen zweiten Ingenieur der letzten Jahre", erklärt Hamilton am Donnerstag in Spanien.

Hamilton: "Eine nette, helfende Hand für Valtteri"

Mercedes
Aktuell liegt Bottas in der WM vor Kollege Hamilton.
Hintergrund: Hamiltons ehemaliger Performance-Ingenieur Riccardo Musconi ist auf die andere Seite der Garage gewechselt, weil Bottas' ehemaliger Renningenieur Tony Ross sich Ende letzter Saison Mercedes' Formel-E-Projekt angeschlossen hat. Hamilton vermutet: "Das ist schon eine nette, helfende Hand für Valtteri. Davon kann er viel lernen und profitieren." 
Und weiter: "Die Dinge, die er jetzt auf der Strecke macht, zu denen hat ihn offensichtlich mein Ingenieur ermutigt – was Einstellungen und so weiter angeht. Da ist er definitiv in die richtige Richtung unterwegs."
Seinerseits sieht sich der Weltmeister durch die Umstellung geschwächt: "Wenn man ein Element entfernt, egal welches, ist man natürlich erst mal nicht so stark, wie mit etwas, das man sechs Jahre lang aufgebaut hat." Hamilton betont aber auch: "Wir werden zurückschlagen und noch mehr auftrumpfen."

Rosberg:" Man darf Lewis nie ärgern"

Ex-Rivale Nico Rosberg würde es wenig überraschen, wenn Hamilton die Ingenieurs-Rochade nur noch mehr anspornt. "Man darf Lewis nie ärgern. Wenn er sauer wird, dann ist er motivierter, konzentrierter denn je, dann beißt er zu wie ein Terrier", erklärt Rosberg.
Mercedes-Sportchef Toto Wolff bemüht unterdessen einen anderen Tiervergleich: "Wir wollen ja, dass sie Löwen im Auto sind – also kann man nicht das Verhalten von Schafen erwarten. Aber der Respekt muss natürlich vorhanden sein."
Auch wenn der Österreicher zugibt, sich etwas an die Situation von 2016 erinnert zu fühlen, sieht er doch gravierende Unterschiede: "Da laufen kaum Spielchen im Hintergrund, darüber bin ich sehr froh. Aber wir müssen aufpassen, weil wir schon einmal eine Beziehung in die Brüche gehen sahen", so Wolff. 
Sollte er derartige Tendenzen wieder feststellen, will Wolff diesmal auch früher eingreifen: "So sehr wie damals (bei Hamilton/Rosberg; d. Red.) werden wir es nicht noch einmal eskalieren lassen", warnt er seine hungrigen "Löwen".