Formel 1: Ecclestone über Geldverteilung
„Ich würde Todt sogar die Anwälte zahlen“

Zu viele Köche verderben den Brei: Die Formel 1 hat derzeit ein massives Entscheidungsproblem. F1-Zampano Bernie Ecclestone bezieht dazu Stellung.
Bild: Picture-Alliance
Formel-1-Chefvermarkter Bernie Ecclestone setzte sich selbst auf die Anklagebank, als er am Samstag in Bahrain eine Gruppe Journalisten zur Audienz bat. Auch AUTO BILD MOTORSPORT war dabei. „Wenn wir in den letzten Jahren nicht so oft die Regeln geändert hätten, hätten wir heute nicht die Probleme, die wir haben", ging der Brite hart mit sich ins Gericht.

F1-Boss Bernie Ecclestone und FIA-Präsident Jean Todt
Ausgerechnet die Beschwerde von Force India und Sauber über die ungerechte Geldverteilung in der Formel 1 sieht der Formel-1-Zampano jetzt als Lösung an. Aufgrund von Bonuszahlungen bekommen Ferrari, Mercedes, Red Bull, McLaren und Williams ein Vielfaches der kleineren Teams ausbezahlt - teilweise unabhängig von ihrem WM-Stand des Vorjahres.
Ecclestone: „Die EU-Kommission beginnt sich etwas mehr für die Formel 1 zu interessieren und ob die Wettbewerbsgesetze eingehalten werden. Wenn sie wirklich daran zweifelt, wäre das ein Weg den Vertrag vor 2020 zu zerreißen. Wir sind mit ihnen in Diskussionen."

Was hecken Ecclestone und Todt als nächstes aus?
Allein: Auf Unterstützung von FIA-Präsident Jean Todt beim Rettungsanker EU kann Ecclestone nicht bauen. „Jean ist ein guter Präsident. Er will, dass jeder happy ist. Das Problem ist, dass dies sehr schwierig ist", sagt der Brite. Nach der offiziellen PK wurde Ecclestone gegenüber ABMS noch deutlicher. "Ich habe Jean gesagt: 'Bitte verklag mich, ich bezahle Dir sogar die Anwälte dafür. Aber er will mit so was nichts zu tun haben.'"

Unfair: Sauber bekommt deutlich weniger als McLaren
Laut beider Webseiten kassiert Ferrari als Branchenkrösus 192 Millionen US-Dollar, während Manor gerade mal ein Viertel davon erhält. Und obwohl Sauber zwar die Konstrukteurs-WM 2015 einen Platz und neun Punkte vor McLaren beendet hat, bekommt das Team aus der Schweiz von der FOM (Formula One Management) trotzdem 28 Millionen Dollar weniger überwiesen. Das liegt an Bonuszahlungen für diejenigen Teams, die auch in der Strategiegruppe sitzen und die Regeln machen. Dieser erlesene Kreis umfasst derzeit Ferrari, Mercedes, Red Bull, McLaren, Williams und Force India.
FOM-Gesamtauszahlungen in Millionen US-Dollar (Abweichung zu 2015)* laut Motorsport-Total.com: (in Klammern die Position in der Konstrukteurs-WM 2015)
01. (02.) Ferrari (192/+17%)
02. (01.) Mercedes (171/+36%)
03. (04.) Red Bull (144/-8%)
04. (03.) Williams (87/+5%)
05. (09.) McLaren (82/-16%)
06. (05.) Force India (67/+12%)
07. (06.) Renault (64/+25%)
08. (07.) Toro Rosso (57/+6%)
09. (08.) Sauber (54/+23%)
10. (10.) Manor (47/-2%)
11. Haas (0)
02. (01.) Mercedes (171/+36%)
03. (04.) Red Bull (144/-8%)
04. (03.) Williams (87/+5%)
05. (09.) McLaren (82/-16%)
06. (05.) Force India (67/+12%)
07. (06.) Renault (64/+25%)
08. (07.) Toro Rosso (57/+6%)
09. (08.) Sauber (54/+23%)
10. (10.) Manor (47/-2%)
11. Haas (0)
Davon FOM-Bonuszahlungen in Millionen US-Dollar:
1. Ferrari: 105
2. Mercedes: 74
3. Red Bull: 74
4. McLaren: 32
5. Williams: 10
2. Mercedes: 74
3. Red Bull: 74
4. McLaren: 32
5. Williams: 10
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