Weiter Wirbel um die Räder am Silberpfeil! Obwohl Mercedes zuletzt in Austin grünes Licht von der FIA für den Einsatz ihrer umstrittenen Felgenspezifikation bekommen hatte (ABMS berichtete), ging das Team auf Nummer sicher. Man stopfte die Löcher in den Distanzscheiben, die auf der Radnabe aufliegen - und von Kritikern, allen voran seitens Ferrari, als möglicherweise bewegliches Aerodynamikteil ausgemacht wurden. Ein weiterer Protest der Scuderia hätte Mercedes nachträglich in Bedrängnis und um die in Austin eingefahrenen Punkte bringen können.
Vom Tisch ist die Sache für die Silberpfeile aber noch nicht, denn das Weltmeisterteam will die innovative Lösung gerne wieder einsetzen - auch, weil zuletzt in Austin ohne die Modifikation wieder überhitzende Hinterreifen aufgetreten waren, die Lewis Hamilton zu einem zweiten Boxenstopp zwangen und den Briten dadurch den Rennsieg kosteten. Die Löcher sollen Mercedes indes helfen, die Hitze von den Felgen wegzuleiten, um so die Reifen besser zu managen.
Formel 1
Mercedes steht mit den Felgen weiter im FIA-Fokus
Deswegen hat Mercedes vor dem Mexiko GP seinerseits um Klarstellung und Absegung durch die FIA gebeten - und abermals grünes Licht bekommen. Allerdings vorerst wieder nur für das Rennen am Sonntag. Die Techniker des Automobilweltverbands behalten sich damit vor, bei weiteren, geringfügigen Änderungen, ihre Meinung zu revidieren. Soll heißen: Der Fall wird von Rennen zu Rennen von den jeweiligen Sportkommissaren neu betrachtet.
Seit der Sommerpause hatte Mercedes mit immer neuen Updates an den Rädern signifikant die Performance verbessert - und war Ferrari auf der Strecke damit zwischenzeitlich auf und davon gefahren. Beim Belgien GP wurden die neuen Felgen erstmals eingesetzt. Neben den Löchern sorgen auch kleine Außenflügel am Rand dafür, dass durch die Rotation ein Wirbel ensteht, der die Hitze bündelt und nach außen ableitet. Ab dem Singapur GP wurden dann auch neue Bremstrommeln eingesetzt, mit denen Mercedes den Hitzefluss ebenfalls besser kontrollieren kann.

Von

Frederik Hackbarth