Er ging mit einem Knall: Felipe Massa war neben Ex-Teamkollege Kimi Räikkönen, Marcus Ericsson und Romain Grosjean einer der Fahrer, die auf der langen Start-Zielgeraden in Sao Paulo vom Aquaplaning überrascht und in die Mauer befördert wurden. In Massas Fall hatte das jedoch den Nebeneffekt, dass einem der tragischsten Helden der Formel 1, auf jeden Fall aber dem tragischsten Helden von Interlagos, eine ganz besondere Ehrenrunde vergönnt war.
So lief der Brasilien GP: Massa frenetisch bejubelt
Williams
Aus und vorbei: Massas letzter Interlagos-Auftritt
Während die Kollegen auf der Strecke hinter dem Safety-Car weiterfuhren, die Boxengasse aber wegen der Bergung von Massas Williams-Wrack gesperrt war, trottete der kleine Brasilianer zurück in Richtung Garage. Schnell fand sich eine brasilianische Flagge, noch schneller skandierten die Fans auf den Rängen lauthals Massas Namen und feierten ihren Felipe, der mit Saisonende seine F1-Karriere beendet. Als sich dann in der Boxenstraße auch noch die Mechaniker, wohlgemerkt aller Teams, aufstellten, um dem 35-Jährigen Tribut zu zollen, brach Massa in Tränen aus, weinte hemmungslos.

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„Das war zu viel, das habe ich alles gar nicht verdient“, zeigte Massa auch später die Bescheidenheit, die ihm vielleicht den F1-Titel verwehrt, aber den Weg zu den Herzen so vieler Fans geöffnet hat. Ohne Schuhe stand der Lokalmatador auch Stunden nach dem Rennen im verregneten Fahrerlager, beantwortete geduldig jede Reporterfrage und genoss es, noch einmal die ganze Atmosphäre bei seinem Heimspiel aufzusaugen. „Es ist schwer, meine Gefühle zu erklären. Diese Momente heute waren sehr speziell, ich werde diesen Tag nie vergessen“, erklärte Massa.
Ferrari
Mit Frau und Kind: Massa passiert sein Ex-Team Ferrari
„Ich war traurig, dass ich das Rennen nicht beenden konnte – für meine Fans. Für Brasilien. Doch Gott weiß, was zu tun ist. Und so war es vielleicht sogar besser für mich, weil es dadurch zu diesem unglaublichen Moment kam und ich mich verabschieden konnte“, meinte Massa. „Ausgerechnet an so einem besonderen Ort für mich.“ Dort, wo Massa zweimal gewann. Dort, wo ihm 2008 in einer der knappsten Titelentscheidungen der Formel 1 in letzter Sekunde der schon sicher geglaubte Titel verloren ging.
Von Verbitterung darüber herrscht bei Massa aber keine Spur – ganz im Gegenteil. „Meine Karriere war mehr, als ich mir jemals zu träumen gewagt hätte. Ich hatte die ganzen 15 Jahre über immer sehr viel Unterstützung. Dafür danke ich den Leuten in Brasilien und im Fahrerlager, mit denen ich so lange zusammengearbeitet habe. Sie alle werden immer in meinem Herzen sein. Es war mir eine Ehre, Teil dieser Welt sein zu dürfen.“ Adeus Felipe!