Am Ende hatte Sebastian Vettel dann doch noch etwas Glück am Samstag in Monza. An einem Tag, an dem ihm nicht mal der eigene Teamkollege besonders wohlgesonnen schien (alle Hintergründe zum Zoff bei Ferrari hier), waren es wenigstens die Stewards beim Italien GP.
Denn dem Deutschen drohte nach dem Qualifying ein Abrutschen vom vierten auf den siebten Startplatz, wäre seine schnellste und einzige Zeit in Q3 gestrichen worden. Die Rennkommissare hatten eine Untersuchung gegen den Heppenheimer eingeleitet. Grund: die Track Limits. Am Ausgang der Parabolica war Vettels Ferrari mit allen vier Rädern knapp neben der Strecke (s. Bild oben) - oder etwa nicht?
Ferrari
Eine Rückversetzung hätten die Tifosi nie verziehen
"Die Stewards haben sich verschiedene Kameraperspektiven angesehen. Bei manchen scheint es, als berühren die Reifen die weiße Streckenlinie nicht mehr, andere wiederum scheinen zu zeigen, dass Teile des Vorderrads (bei Betrachtung von oben) diese Linie noch berühren. Dadurch ergibt sich ein Element des Zweifels, das als bedeutend genug gewertet wird, um dem untersuchten Fahrer den "Vorteil des Zweifels" zu gewähren", erklären die Stewards in einer Urteilsverkündung, wie sie wohl nur beim Italien GP geschrieben werden kann...
'Im Zweifel für den Angeklagten' also - vor allem, wenn dieser in einem roten Auto sitzt.
Zur Ehrenrettung der Stewards sei aber gesagt: der anhand des Bildmaterials fragwürdige Vettel-Freispruch war nicht die einzige diskutable Entscheidung im Qualifying. Auch Valtteri Bottas' Zeit in Q3 war zunächst gelöscht worden, weil nach Kimi Räikkönens Abflug in der Parabolica die rote Flagge ausgelöst wurde.
Wenig später erschien Bottas' Runde wieder auf dem Tableau und der Finne wurde als Dritter geführt. Offizielle Begründung der FIA-Verantwortlichen: "Die Teams müssen erst darüber informiert sein, dass die Session unterbrochen ist. Erst danach gelten die Rundenzeiten nicht mehr." Das dann sogar ungeachtet der Wagenfarbe...

Von

Frederik Hackbarth