Formel 1: Ferrari-Boss spricht Klartext

Binotto dementiert Ferrari-Bluff

Ferrari-Teamchef Mattia Binotto spricht am letzten Testtag in Barcelona nochmals zu den Journalisten. Leider mit wenig hoffnungsvollen Aussagen.
Wann hört die Leidenszeit der Ferrari-Fans endlich auf? Kimi Räikkönen war 2007 der letzte Weltmeister für die Scuderia Ferrari – das ist nun schon 13 Jahre her. Nach den Testfahrten in Barcelona sieht es so aus, dass auch 2020 Ferrari zumindest nicht als Favorit in die Saison gehen wird.
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Schon letzte Woche gestand Ferrari-Teamchef Mattia Binotto: „Wir werden in Melbourne kein siegfähiges Auto haben.“
Wie sieht es nach drei weiteren Testtagen aus? Binotto bleibt dabei: „Ich sagte in der vergangenen Woche, dass ich nicht so optimistisch wie im vergangenen Jahr bin und kann das nur bestätigen. Wir haben sicherlich nicht das schnellste Auto, zumindest hier bei den Wintertests in Barcelona.“

Ferrari hat nicht das schnellste Auto für 2020

Trotzdem will er den Kopf nicht in den Sand stecken. „Unsere Hauptrivalen sind sicherlich schneller“, räumt er ein. „Aber wir befinden uns erst am Anfang einer langen Saison, es bleibt uns also noch Zeit, um zu reagieren und die Probleme anzugehen. Insgesamt hat sich die Standfestigkeit verbessert, was sicherlich eines unserer Hauptziele in diesem Winter war. Zumindest in dieser Hinsicht sieht es positiv aus.“
Auf einer Notenskala von 0 bis 10 bewertet Binotto die Erfüllung der Testziele mit einer 8, die Rundenzeiten auf der Strecke mit „weniger als 6“.
Wo hat Ferrari noch Handlungsbedarf? Binotto: „Wir sind jetzt schneller in den Kurven, dafür aber langsamer auf den Geraden.“ Die Gründe erklärt der Italiener so: „Wir haben ordentlich Abtrieb gefunden, leider auf Kosten des Luftwiderstandes. Außerdem ist unser Motor noch nicht so gut wie im Vorjahr." Das PS-Defizit begründet Binotto mit Sorgen um die Zuverlässigkeit.
Und weiter: "Ich denke, dass wir bei der Fahrzeugbalance und der Abstimmung noch Arbeit reinstecken müssen, um die Gesamtleistung zu optimieren. Wir wollen die Basis-Performance verbessern und das betrifft sowohl den Luftwiderstand als auch die Power und den Abtrieb. Im Qualifying-Trimm leiden wir etwas stärker als in der Rennsimulation. Das müssen wir analysieren und angehen.“
Hartnäckig halten sich Gerüchte, wonach Ferrari den Motor immer noch nicht voll aufgedreht hat. Kann es also nicht sein, dass Ferrari einfach nur blufft? Binotto raubt den Ferrari-Fans auch diesen letzten Hoffnungsschimmer. "Ich bin ehrlich mit meinen Aussagen. Wir haben beim Motor nichts versteckt. Das ist unser wahres Potenzial." 
"Wie sehr wir zurückliegen, ist schwer einzuschätzen bei den Wintertests, denn wir wissen nicht genau, was die anderen machen. Wir müssen abwarten, und zwar nicht nur bis zum ersten Rennen in Melbourne, wo uns eine spezielle Strecke erwartet. Es geht vielmehr darum, nach den ersten zwei, drei Rennen zu sehen, wie das Kräfteverhältnis aussieht und wie weit wir zurückliegen“, sagt der Italiener zum Abschluss.

Fotos: Picture-alliance

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