Formel 1: Ferraris Saison 2019

Formel 1: Ferrari-Motor im Visier

Nutzte Red Bull Recherche von Mercedes?

Die Gegner haben den Ferrari-Motor und eine mögliche Trickserei im Visier.
Die Gegner haben Ferrari im Visier. Stein des Anstoßes: der Motor, der im Qualifying und am Rennstart rund 50 PS mehr mobilisiert als die Antriebseinheiten der Gegner. Zumindest bis zum GP der USA. Ob dort eine technische Direktive der FIA oder zu steile Flügel am Ferrari den großen Ferrari-Vorsprung auf den Geraden schrumpfen ließen, ist noch nicht ganz klar.
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Fakt ist aber: Die technische Direktive, wonach auch zwischen den Messintervallen der Benzindurchfluss nicht erhöht werden darf, entstand aus einer Red Bull-Anfrage beim Automobilweltverband FIA vom 22. Oktober. Hintergrund war die Vermutung: Ferrari spritzt zeitweise mehr als die erlaubte Menge von 100 kg/h Benzin ein, indem man die Phasen nutzt, in denen der FIA-Sensor nicht misst.
Laut Red-Bull-Motorsportchefberater Helmut Marko (76) hat Red Bull für die Formulierung der Anfrage zum großen Teil Recherchen von Mercedes genutzt. Die FIA hat daraufhin unmissverständlich klar gemacht, dass dies laut Reglement keine Grauzone sei, sondern ein klarer Regelverstoß.
Marko zu AUTO BILD MOTORSPORT: "Mercedes hatte in diesem Bereich recherchiert, und wir hatten den Mut, die offizielle Anfrage an die FIA zu stellen."

Red-Bull-Motorsportchefberater Helmut Marko (76)

Fest steht: Nach der Direktive der FIA war Ferrari auf den Geraden plötzlich nicht mehr überlegen. Die Italiener lagen bei den Topspeed-Werten im Qualifying nur auf den Plätzen acht und neun, im Rennen sogar nur auf 13 und 16. Noch in Mexiko hatte man im Qualifying das Feld mit fast fünf km/h Vorsprung angeführt. Ferrari-Teamchef Mattia Binotto (50) erklärte den Geschwindigkeitsverlust mit einer Abstimmung mit viel Abtrieb und damit großem Luftwiderstand auf den Geraden.
Allein: Die Diskussionen gehen weiter. Honda-Technikchef Toyoharu Tanabe will nun beobachten, ob Ferraris Einbruch beim Topspeed mit der FIA-Direktive zu tun haben könnte. Tanabe: "Wir brauchen erst die Daten aus Brasilien und Abu Dhabi, um etwas herauszufinden." Der Japaner weiter: "Wir können Luftwiderstand und Motoren-Performance nicht voneinander trennen. Der Abstand von Ferrari zu uns in Sachen Speed ist geringer als in den Rennen zuvor. Das ist klar. Wir wissen aber nicht, ob es nur vom Motor oder dem Chassis kommt."
Tanabes Aussagen könnten auch als eine Warnung interpretiert werden. Ferrari ist jetzt in der Bredouille. Sollten die Italiener auf den langen Geraden in Brasilien (an diesem Wochenende) und Abu Dhabi wieder davonfahren, wird die FIA genau hinschauen. Eigentlich kann sich Ferrari keine weiteren Spekulationen über ihren Motor mehr leisten. Denn der Imageschaden ist jetzt schon groß genug.
Mercedes-Teamchef Toto Wolff hatte es in Austin klar formuliert. Ohne Ferrari beim Namen zu nennen, sagte er: "Wenn jemand etwas gemacht hätte, was durch die technische Richtlinie klargestellt wurde, dann wäre das ein Foulspiel gewesen. Die technische Richtlinie wurde auch so formuliert, dass es ein ernster Regelverstoß gewesen wäre. Darin ist nicht einmal die Rede von einem Graubereich."
Max Verstappen hatte Ferrari sogar der Schummelei bezichtigt. Marko zu ABMS: „Damit ist er ein wenig zu weit nach vorne geprescht und das weiß er nun auch. Aber das Thema ist eben auch für ihn hoch emotional.“
Ferraris Saison 2019 in der Bildergalerie:

Formel 1: Ferraris Saison 2019

Autor: Ralf Bach

Fotos: Picture Alliance; Red Bull Content Pool

Stichworte:

Red Bull Racing

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