Formel 1 kündigt Umweltprogramm an

Formel 1 kündigt Umweltprogramm an

Die Formel 1 macht auf Öko

Die Formel 1 will ihren Kohlendioxid-Fußabdruck bis 2030 auf null runterfahren. AUTO BILD Motorsport erklärt, wie das funktionieren soll.
Neue Konkurrenz für die Formel E? Jetzt will also auch die Formel 1 grün werden! Mit einem „ehrgeizigen“ Plan will die Königsklasse bis 2030 zum Umweltschutz beitragen. Das hat sie in einem Programm für einen Netto-Null-CO2-Fußabdruck bis in elf Jahren angekündigt.
So soll die Formel 1 2021 aussehen: Hier klicken
Ausgerechnet die Formel 1 also? Deren Autos maximal 48 Kilo Sprit auf 100 Kilometer verbrennen und damit etwas mehr als ein Kilo CO2 pro Kilometer in die Umwelt blasen?
Genau! Denn im Mittelpunkt stehen dabei die 1,6-Liter-V6-Hybridmotoren. Schon jetzt gehören sie mit ihren 1000 PS und eben nur 110 Kilogramm Sprit pro Rennen zu den effizientesten Motoren, die die Welt je gesehen hat. 50 Prozent der zugeführten Energie werden in Vortrieb umgesetzt. Zum Vergleich: Bei einem normalen Verbrennungsmotor sind das nur rund 30 Prozent.

Im Mittelpunkt des Formel-1-Umweltprogramms stehen die 1,6-Liter-V6-Hybridmotoren.

Doch damit nicht genug. Mit weiterentwickelten Energierückgewinnungssystemen und vor allem Biosprit (ab 2021 sind 20 Prozent Pflicht) sollen die Kohlendioxid-Emissionen des Antriebseinheit bis 2030 auf null sinken. Ein Plan, der für die Formel-1-Macher das Potential hat, eine Milliarde Autos mit Verbrennungsmotor CO2-neutral zu machen.
Aber nicht nur mit fortschrittlicher Technik will die Königsklasse nachhaltiger werden. So soll auch dafür gesorgt werden, dass die Reise- und Logistikaktivitäten „ultra-effizient“ werden und Büros, Einrichtungen und Werke mit zu hundert Prozent erneuerbaren Energien betrieben werden.
„Mit der ersten Nachhaltigkeitsstrategie der Formel 1 erkennen wir die entscheidende Rolle an, die alle Organisationen bei der Bewältigung dieses globalen Problems spielen müssen“, sagt Formel-1-Boss Chase Carey.
Bis 2025 sollen auch alle GP-Events nachhaltig sein. Einweg-Plastik will man von den Rennstrecken verbannen. Zudem sollen Anreize für Fans geschaffen werden, um auf „grünerem Weg“ zu den Grand-Prix-Strecken zu kommen.
An dem Plan wurde nach Formel-1-Angaben ein Jahr intensiv gearbeitet. FIA-Präsident Jean Todt: „Unser Engagement für den weltweiten Umweltschutz ist entscheidend.“
Und auch nötig: Derzeit beträgt der CO2-Fußabdruck eines Formel-1-Fahrers bei einem Ausstoß von 17 Tonnen – rein aufs Fahren bezogen.
Kommentar Redaktionsleiterin Bianca Garloff:
Nachhaltigkeit ist gut und wichtig. Auch im Motorsport. Schon seit Jahren nervt mich, dass kaum jemand weiß, wie effizient die Formel-1-Motoren eigentlich sind. Und auch, dass die Elektromobilität und die davon profitierende Formel E als Allheilmittel gelten.
Meiner Meinung nach ist das der falsche Ansatz. Verbrenner-Hybride mit Biosprit sind langfristig grüner und infrastrukturell besonders außerhalb von Städten realistischer als die reine E-Mobilität. Dass die Formel 1 ihren Vorsprung auf diesem Gebiet endlich mal betont, finde ich gut.
Aber ausgerechnet jetzt, in Zeiten von Fridays for Future und Greta Thunberg auf den Öko-Zug aufzuspringen und Pressemitteilungen um die Welt zu schicken, ist für mich reines PR-Gewäsch. Ich sage: Machen statt reden! Zeigt uns endlich mal so einen Hybridmotor, damit wir unseren Lesern zeigen können, wir hochmodern und nachhaltig die Autos schon heute sind.

Fotos: Picture Alliance; Mercedes

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