Kurz nach halb zehn am Sonntagabend konnte Sergio Perez endlich aufatmen: Der Mexikaner darf seinen Monaco-Sieg behalten, die Stewards haben Ferraris Protest gegen ihn und Teamkollege Max Verstappen abgewiesen. Die Scuderia hatte protestiert, weil beide Red-Bull-Piloten nach ihren Reifenstopps die Linie am Boxenausgang überfahren haben sollen.
Wegen der engen Zeitabstände im Ziel hätte bereits eine Fünf-Sekunden-Strafe, wie sie Ferrari-Teamchef Mattia Binotto gefordert hatte, ausgereicht, um die Roten am grünen Tischen zum Doppelsieger zu machen. „Es ist nichts gegen Red Bull, aber wir wollen Klarheit“, hatte der Italiener argumentiert. Diese schaffte die FIA dann mit ihrem Urteilsspruch nur bedingt.
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Im Fall von Perez, der bereits während des Rennens notiert worden war, war die Sache recht eindeutig: Ferrari musste während der Verhandlung beim Studium der Bilder selbst zugeben, dass sich Perez' Reifen zwar auf, aber nie neben der Linie an der Boxenausfahrt befunden hatten, der Sieg des Mexikaners war damit wasserdicht.
Anders sah das im Fall von Weltmeister Verstappen aus: Der Niederländer landete mit seinem Rad sehr wohl neben der Linie, ihn rettete aber der Umstand, dass sich die Regelauslegung des Rennleiters Edoardo Freitas nach Meinung der Stewards (Gary Connelly, Andrew Mallalieu, Jean-Francois Calmes und Derek Warwick) nicht mit der aktuellen Version des International Sporting Codes deckte. 
Hintergrund: Laut offiziellem Regelwerk dürfen die Fahrer die Linie lediglich "nicht überfahren", während die Rennleitung in den Event Notes forderte, dass die Rennwagen "rechts von der Linie" bleiben müssen.
Ferrari-Teamchef Mattia Binotto sah ein Vergehen von Red Bull

Red Bull kommt entsprechend glücklich davon. Teamchef Christian Horner war in Bezug auf den Protest bereits nach dem Zieleinlauf siegessicher: „Wir haben uns die Szene angeschaut und sind zufrieden mit den Bildern, die uns vorliegen. Wir glauben nicht, dass sich unsere Fahrer etwas zu Schulden kommen haben lassen.“ Mit der FIA habe es darüber hinaus „überhaupt keine“ Diskussion wegen der Sache gegeben, hatte der Brite verraten.
Ganz anders sah das naturgemäß Ferrari-Teamchef Mattia Binotto: „Wir sind enttäuscht, weil wir glauben, es war ein klarer Regelbruch, dass beide Red Bulls die gelbe Linie am Boxenausgang überfahren haben“, erklärt der Italiener. „Es war auch nicht knapp. Er (Verstappen; d. Red.) war auf der Linie und im Sporting Code steht 'überfahren' (der Linie; d. Red.).“
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Binotto weiter: „Es gab in der Türkei 2020 eine Klarstellung, um sämtliche Diskussionen zu vermeiden. Wenn man sich die Vorgaben des Renndirektor ansieht, dann steht dort, dass man auf der rechten Seite bleiben muss. Auf der Linie zu fahren, ist also ein Verstoß dagegen. Alle Teams müssen sich an die Vorgaben halten, deswegen erwarten wir eine Klarstellung der FIA.“
Diese erfolgte für Ferrari am Abend äußerst unbefriedigend. Durch den abgewiesenen Protest hat Verstappen seinen Vorsprung in der WM auf Leclerc auf neun Punkte ausgebaut. Für den Niederländer wird die Mission Titelverteidigung nach Monaco aber trotzdem deutlich ungemütlicher, denn er hat auf einmal den Feind im eigenen Haus: Unterstützung von Teamkollege Perez kann Verstappen in Zukunft nicht mehr erwarten, denn mit seinem Sieg macht der Mexikaner aus dem WM-Duell einen Dreikampf.
Drüber, drauf oder drin? Max Verstappen und die gelbe Linie

Teamchef Horner bestätigt nach dem Monaco GP: „Checo ist genauso im Titelkampf wie Max. Sein Rückstand beträgt nur 15 Punkte, das ist nichts. Und die WM ist noch lang.“ Bereits beim letzten Rennen in Barcelona hatte sich Perez am Funk deutlich gegen einen Nummer-zwei-Status gewehrt und das mit seinem ersten Saisonsieg, dem dritten seiner Karriere nach Sakhir 2020 und Baku 2021, nun eindrucksvoll untermauert.
Endsprechend emotional zeigte der 31-Jährige nach der Zieldurchfahrt: „Es ist ein Traum, der wahr wird. Neben deinem Heimrennen ist das hier der Grand Prix, den du unbedingt gewinnen willst“, so Perez, der auf dem Podium in der Fürstenloge die ein oder andere Träne verdrückt.
Mit drei Siegen ist der stolze Mexikaner nun auch der erfolgreichste Formel-1-Fahrer seines Landes, bejubelt das auf der Auslaufrunde standesgemäß mit der mexikanischen Flagge: „Jetzt habe ich einen Sieg mehr als Pedro Rodriguez. Ich bin heute mit seinen Helmfarben gefahren und mir sicher, dass er da oben sehr stolz auf mich ist.“

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Von

Frederik Hackbarth