Herzschlagfinale in der Formel 1! Max Verstappen (24) krönt sich in Abu Dhabi zum neuen Weltmeister. Dabei waren die letzten Minuten des Rennens an Spannung kaum zu überbieten. Erst in der letzten von 1294 Runden des Jahres 2021 sichert sich der 24 Jahre alte Niederländer den WM-Pokal, indem er am bis dahin Führenden Hamilton vorbeizieht. Der 36 Jahre alte Mercedes-Pilot kann die sieben WM-Titel von Michael Schumacher damit nicht übertrumpfen.
„Ich bin sprachlos“, freut sich Verstappen. „Es war als Kind immer mein Traum, eines Tages als Weltmeister auf dem Podium zu stehen und meine Hymne zu hören. Ohne meinen Vater wäre das nicht möglich gewesen. Ich weiß auch nicht, was ich über Checo (Perez; d. Red.) sagen soll. Er hat sich das Herz aus dem Leib gefahren. Ein unglaublicher Teamkollege. Ich liebe mein Team und das wissen sie. Zehn, 15 Jahre kann das so bleiben. Danke an Christian (Horner) und Helmut (Marko), die mir 2016 das Vertrauen geschenkt haben.“
Max Verstappen ist der neue Formel-1-Weltmeister
Mit dem Triumph von Verstappen endet am Sonntag auf dem Yas Marina Circuit auch eine Ära. Erstmals seit 2014 gewinnt kein Mercedes-Pilot die WM. „Gratulation an Max und sein Team“, sagt Hamilton. „Das war eine der schwierigsten Saisons. Wir haben alles gegeben, am Ende hat es eben nicht gereicht.“
Dabei sah es zunächst gar nicht gut aus für den fliegenden Holländer. Verstappen verliert den Start gegen Hamilton. Auch ein Konter am Ende der langen Geraden gelingt nicht. In der Folge kann sich Hamilton absetzen. Selbst als Red Bull-Flügelmann Sergio Perez den Briten einbremst und ihm so acht Sekunden abnimmt, kann Verstappen nicht dranbleiben.
Doch dann die spektakuläre Wende fünf Runden vor Schluss. Williams-Pilot Nicholas Latifi kracht nach einem Duell mit Mick Schumacher in die Bande. Das Safetycar kommt auf die Bahn und Verstappen zum Reifenwechsel. Red Bull schnallt Verstappen weiche Reifen auf, während Hamilton mit seinen alten, harten Pneus in die letzte Runde gehen muss.
Es kommt, wie es kommen muss: Hamilton wehrt sich zwar mit Händen und Füßen, doch er kann Verstappen auf der letzten Runde nicht halten.
Mit dem Triumph von Verstappen endet am Sonntag auf dem Yas Marina Circuit auch eine Ära. Erstmals seit 2014 gewinnt kein Mercedes-Pilot die WM.
Für den Niederländer selbst ist es die Erfüllung eines Kindheitstraums. Der Sohn des ehemaligen Piloten Jos Verstappen stieg mit 17 Jahren bereits in die Formel 1 ein und wurde als Jahrhunderttalent gepriesen. 2016 in Barcelona wurde er mit 18 Jahren und 228 Tagen zum jüngsten GP-Sieger aller Zeiten.
Bei Mercedes dagegen ärgert man sich über Rennleiter Michael Masi. Der FIA-Mann wollte die überrundeten Autos in der Safetycar-Phase zunächst nicht überholen lassen. Das hätte Hamilton geholfen. Doch Red Bull machte Masi auf den Fehler aufmerksam. Der Rennleiter stellte dann doch noch die richtige Reihenfolge her. Hamilton bog vor Verstappen in die letzte Runde – und konnte den neuen Weltmeister dann nicht halten.
Dritter wird Carlos Sainz im Ferrari. Sebastian Vettel landet im Aston Martin auf Rang elf, Haas-Pilot Mick Schumacher wird 14.
Kimi Räikkönens Abschied verlief indes noch leiser als gedacht. Nach einem Bremsdefekt und einer leichten Bandenberührung musste der Finne nach nicht mal der Hälfte der Renndistanz seinen Alfa Romeo abstellen.
Es war sein 349. und letzter Grand Prix. Zum Abschied waren auch seine Ehefrau Minttu und die beiden Kinder in die Vereinigten Arabischen Emirate gereist. Räikkönens größter Erfolg war der Gewinn der Weltmeisterschaft 2007 im Ferrari. 
Dritter wird Carlos Sainz im Ferrari. Sebastian Vettel landet im Aston Martin auf Rang elf, Haas-Pilot Mick Schumacher wird 14.

Formel 1 Grand Prix von Abu Dhabi
Ergebnis

1. Max Verstappen (Niederlande) – Red Bull 1:30:17,345 Std.
2. Lewis Hamilton (Großbritannien) – Mercedes +2,256 Sek.
3. Carlos Sainz Jr. (Spanien) – Ferrari +5,173
4. Yuki Tsunoda (Japan) – Alpha Tauri +5,692
5. Pierre Gasly (Frankreich) – Alpha Tauri +6,531
6. Valtteri Bottas (Finnland) – Mercedes +7,463
7. Lando Norris (Großbritannien) – McLaren +59,200
8. Fernando Alonso (Spanien) – Alpine +1:01,708 Min.
9. Esteban Ocon (Frankreich) – Alpine +1:04,026
10. Charles Leclerc (Monaco) – Ferrari +1:06,057
11. Sebastian Vettel (Heppenheim) – Aston Martin +1:07,527
12. Daniel Ricciardo (Australien) – McLaren + 1 Rd.
13. Lance Stroll (Kanada) – Aston Martin + 1 Rd.
14. Mick Schumacher (Gland/Schweiz) – Haas + 1 Rd.
15. Sergio Perez (Mexiko) – Red Bull + 3 Rd.
Ausfälle:
Nikita Masepin (Russland) – Haas nicht angetreten
Kimi Räikkönen (Finnland) – Alfa Romeo (26. Rd.)
George Russell (Großbritannien) – Williams (27. Rd.)
Antonio Giovinazzi (Italien) – Alfa Romeo (34. Rd.)
Nicholas Latifi (Kanada) – Williams (51. Rd.)

Von

Bianca Garloff