Die schönsten Bilder von Sophia Flörsch

Formel 1: Flörsch kämpft weiter

Rennlady legt sich mit Ferrari an

Sophia Flörsch kritisiert die Formel 1 und speziell Ferrari dafür, dass Frauen weiter als Marketing-Werkzeuge herhalten müssen.
Sie ist nicht auf der Rennstrecke extrem mutig, sondern auch daneben … Deutschlands schnellste Rennlady Sophia Flörsch (19) kämpft um ihre eigene Karriere UND setzt sich für bessere Chancen von Frauen im Motorsport ein.
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Dafür legt sie sich jetzt sogar mit Ferrari an! Hintergrund: Flörsch retweetete einen Artikel der Formel 1, in dem sich Teamchef Mattia Binotto für Frauen im Rennsport ausspricht. „Wir bei Ferrari müssen nach der nächsten Generation Ausschau halten“, sagt der Italiener da. „Dabei sieht sich unsere Akademie für die Zukunft auch nach Frauen um. Frauen sollen Teil der Ferrari-Akademie sein.“
Flörsch stößt so ein Satz bitter auf. „Was für eine Diskussion“, antwortet sie in den sozialen Netzwerken. „Ist das der Geist moderner Menschen? Solange wir nur Marketing-Zeug sind, wird sich im Rennsport nichts ändern. Wir müssen zeigen, dass wir gleich sind.“

Sophia Flörsch kritisiert die Formel 1 und Ferrari

Die Münchnerin reagiert mit offenem Visier auf den Ferrari-Vorstoß. Flörsch auf AUTO BILD MOTORSPORT-Nachfrage: „Es muss Leute geben, die an die Frau als Rennfahrerin glauben und dadurch nicht einfach nur mehr Aufmerksamkeit erzeugen wollen. Es gab in der Vergangenheit schon einige Frauen, die von Formel-1-Teams unterstützt wurden, aber immer nur dastanden, um zu grinsen und in die Kamera zu lächeln. Es wäre halt wichtig, dass das Mädchen die gleichen Chancen und die gleiche Unterstützung bekommt wie die Jungs auch – zum Beispiel wie Mick Schumacher, der ja auch in der Academy ist – und nicht nur als Werbeobjekt dient.“
Was Ferrari konkret plant, hat Binotto allerdings noch gar nicht verraten. Deshalb räumt Flörsch auch ein: „Wenn Ferrari Frauen wirklich unterstützen will, fände ich das toll. Ich will Ferrari auch nichts Negatives unterstellen. Ich wollte aber generell darauf hinweisen, dass es in der Vergangenheit öfter vorkam, dass sich Teams immer nur mit Frauen geschmückt, aber ihnen unterm Strich nicht wirklich geholfen haben.“
Die Münchnerin kämpft seit Jahren für eine Gleichberechtigung von Frauen im Motorsport. Auch die W-Series, in der Frauen nur gegen Frauen fahren, kritisiert sie offen. „Man sieht das am der Jamie (Chadwick, amtierende Meisterin; d. Red.). Sie muss nun noch ein weiteres Jahr in der W-Series dranhängen, weil sie noch immer nicht genug Geld für die FIA Formel 3 hat. Da verliert sie zwei Jahre in einer Rennserie, wo das Niveau leider geringer ist als in einer Serie, wo auch Männer mitfahren.“
Wo die Flörsch 2020 fährt, steht noch nicht fest. Ihr Ziel: die FIA Formel-3-Meisterschaft im Rahmen der Formel 1. Ihr letztjähriges Team HWA hat zuletzt allerdings einen Kader ohne Flörsch verkündet.
Das heißt aber nicht, dass Flörsch nicht woanders unterkommt: „Es sind ja erst neun Fahrer von 30 Cockpits verkündet worden, also sind ja noch 21 verfügbar. Mit HWA hat es leider nicht geklappt, aber wir sind noch in Gesprächen mit anderen Teams.“
Ein anderer Erfolg ist ihr indes sicher: Für ihre Rückkehr ins Cockpit nach ihrem schweren Unfall in Macau 2018 ist sie für den Laureus „World Sport Award Comeback of the Year“ nominiert worden.
Die Münchnerin: „Das bedeutet mir sehr viel, weil in meiner Kategorie große Sportler wie Andy Murray mitnominiert wurden. Deshalb ist allein die Nominierung für mich als Sportler ein großer Gewinn.“
Flörsch kämpft in ihrer Kategorie gegen Andy Murray (Tennis), FC Liverpool (Fußball), Kawhi Leonard (Basketball), Christian Lealiifano (Rugby) und Nathan Adrian (Schwimmen). Am 17. Februar erfolgt die Verleihung der Laureus World Sports Awards in Berlin.

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Fotos: Hersteller

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