Formel 1: Force India unter Druck
Perez, Wehrlein oder Hülkenberg?

Obwohl beide Fahrer Verträge haben, ist Force India die heißeste Adresse auf dem Fahrermarkt für 2017. AUTO BILD MOTORSPORT erklärt die Hintergründe.
Bild: Picture-Alliance
- Ralf Bach
- Bianca Garloff
Bei Force India regiert gerade das Chaos. Grund: Obwohl die Stammpiloten Sergio Perez (26) und Nico Hülkenberg (29) laut Teamauskunft gültige Verträge für 2017 besitzen, wurden bisher weder der Mexikaner noch der Deutsche bestätigt. Perez gießt zusätzlich Öl ins Feuer. Er setzt Force India unter Druck. "Ich will bei Force India bleiben", sagt er am Rande des Malaysia GP, "aber ob ich auch wirklich dort fahren werde, kann ich nicht sagen."

Geld regiert die Welt: Sponsor Carlos Slim Jr. mit Perez
Die Gruppe um Telefonmilliardär Carlos Slim und seine Firma Telmex bestimmt, wo Perez zu fahren hat und nicht mehr der Pilot selbst. So hat der Vertrag von Perez nur Gültigkeit, wenn die Sponsoren eine bestimmte Summe aufbringen. Tun sie das nicht, ist der Kontrakt aufgelöst. Die Mexikaner liebäugeln schon seit Wochen mit Renault. Im französischen Werksteam sehen sie ihren Schützling langfristig besser aufgehoben als beim Mercedes-Kunden Force India.Mittlerweile bringt Perez sogar Haas-Ferrari ins Spiel. Bei den US-Amerikanern sieht der Mexikaner eine gute Chance, sich für ein Ferrari-Cockpit 2018 in Position zu bringen. Dagegen spricht: Mit Esteban Gutierrez müsste ein Telmex-geförderter Mexikaner gegen einen Telmex-geförderten Mexikaner getauscht werden.

Perez umarmt ein Teammitgleid - schon zum Abschied?
Deshalb versucht Mercedes-Teamchef Toto Wolff Mercedes-Junior Pascal Wehrlein 2017 von Manor zu Force India zu transferieren. Als Gegenleistung würde Mercedes Force India ein Teil der Schulden erlassen. Der junge Deutsche soll dort dann den nächsten Entwicklungsschritt für ein zukünftiges Cockpit im Mercedes-Silberpfeil machen. Wehrlein weiß das. "Es liegt nicht an mir, wo ich nächstes Jahr fahren werde. Mercedes hat es in der Hand", sagt er zu ABMS. So viel ist so gut wie sicher: Sollte Perez wirklich gehen, wird Wehrlein zu Force India wechseln.

Nico Hülkenberg ist wenig begeistert von der Situation
Fakt ist: Renault sucht dringend Weltklassepiloten wie Hülkenberg oder eben Perez. Ihren aktuellen Fahrern Kevin Magnussen und Jolyon Palmer traut man in der Firmenzentrale in Paris nicht zu, das Team kontinuierlich zu verbessern. Hülkenberg wirkt überrascht, wenn man ihn darauf anspricht. "Ich weiß nur, dass ich einen Vertrag bei Force India habe. Ich werde keinem den Gefallen tun, das Team freiwillig zu verlassen", äußert er sich bei ABMS.

Auch Wehrlein klopft bei Force India weiter an der Tür
Der Mercedes-Junior, der nach der Sommerpause von der DTM als Teamkollege von Wehrlein zu Manor wechselte, gilt als gesetzt bei den Franzosen. Ocon wurde schon am Anfang der Saison von Mercedes an Renault ausgeliehen, um Tests zu fahren. Sollte Perez doch bleiben, könnte Hülkenberg stattdessen zu Renault wechseln und an der Seite Ocons fahren. Und Perez wäre Teamkollege von Wehrlein bei Force India. Fest steht: Das Kuddelmuddel bei Force India soll in den nächsten 14 Tagen gelöst sein.
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