Max Verstappen (23) wird immer mehr zum Mister Cool der Formel 1. „Ich kann kaum schlafen und zittere am ganzen Körper“, schüttelte sich der Holländer am Donnerstag in Sotschi als Reaktion auf die Aussage von Lewis Hamilton (36), der erste WM-Kampf sei mental eine große Herausforderung. Dann grinste er: „Das zeigt doch nur, dass Lewis mich gar nicht kennt. Ich habe keinen Druck, sondern spüre pure Freude, dass ich endlich ein Auto habe, mit dem ich bei jedem Rennen um den Sieg mitfahren kann.“
Hamilton gegen Verstappen: Das WM-Duell 2021 elektrisiert die Formel 1 – und auch Freddie Hunt. Der 34-Jährige ist der Sohn von James Hunt. Dessen Duell mit Niki Lauda im Jahr 1976 – verfilmt im Hollywood-Streifen „Rush“ – wird oft mit dem Zweikampf Hamilton vs. Verstappen verglichen. Auch Hunt junior sagt zu SPORT 1: „2021 ist wahrscheinlich die beste Saison, die ich je erlebt habe. Was ähnlich zu 1976 ist: Es geht extrem eng und spannend zu. Allerdings waren mein Dad und Niki Lauda Freunde. Das sind Max und Lewis nicht.“
Definitiv nicht. Während Hamilton sich nach der Kollision in Monza beschwerte, Verstappen habe sich nicht um seine Gesundheit bemüht, konterte der Holländer in Sotschi: „Hamilton ist ein Schauspieler!“
Hintergrund: Verstappens rechtes Hinterrad rutschte über Hamiltons Kopfschutzbügel Halo und berührte dabei auch den Helm des Briten. Dessen Kopf nickte im Cockpit sichtbar nach vorn. Hamilton klagte danach über Nackenschmerzen.
Freddie Hunt ist als Botschafter des offiziellen Formel-1-Parfums „F1 Fragrances“ im Fahrerlager zu Gast.
Hunt junior, der als Botschafter des Formel-1-Parfüms „F1 Fragrances“ im Paddock unterwegs ist, sieht mehr Parallelen zwischen dem Holländer und seinem Vater als zwischen Hunt und dessen britischem Landsmann Hamilton. Hunt jr: „Verstappen ist meinem Vater ähnlicher als Lewis. Lewis ist ganz und gar nicht wie mein Vater.“

Hunt jr.: „Die Formel 1 Autos waren Todesfallen“

Für den Sohn des Weltmeisters von 1976 steht fest: „Die Fahrer waren damals viel mutiger – die Autos waren Todesfallen. In der Nacht vor den Rennen realisierten die Piloten, dass es ihre letzte Nacht werden könnte. Deshalb wollten sie mehr Spaß haben. Die Kameradschaft war größer.“
Das wirkte sich auch auf das Verhalten auf der Rennstrecke aus. „Sie hatten mehr Respekt voreinander und haben sich im Zweikampf mehr Platz gelassen“, so Freddie Hunt. Sie wussten: „Wenn man zu hart fährt, könnte es sein, dass man seinen Kumpel killt.“
Hunt verweist auf den Zwischenfall von Silverstone, in dem Hamilton Verstappen derart touchierte, dass der mit Kräften von 51g in die Reifenstapel einschlug: „Damals wäre Max nicht ohne Weiteres nach einem Highspeed-Crash in Copse Corner aus dem Auto ausgestiegen.“
Als Sohn eines ehemaligen Formel-1-Piloten hat Hunt aber auch Mick Schumacher im Blick. „Ich habe viele gute Dinge über ihn gehört“, sagt er. „Ich hoffe, dass er bald ein wettbewerbsfähiges Auto bekommt.“
Wie es ist, immer mit dem Übervater verglichen zu werden, weiß Freddie Hunt sehr gut. „Der Name öffnet Türen, aber der Druck ist größer“, so der Engländer. „Jeder vergleicht dich mit deinem Vater. Damit muss man umgehen lernen.“
Sein Rat an Schumi junior: „Ich hoffe, er genießt die Formel 1. Wenn nicht, soll er schnellstens damit anfangen! Ich habe mich am Anfang zu stark selbst unter Druck gesetzt. Aber je älter und reifer man wird, desto besser kann man damit umgehen.“
Auch Freddie Hunt ist im Motorsport aktiv. Sein Ziel sind die 24 Stunden von Le Mans. 2022 will er in der European Le Mans Series an den Start gehen.
Allein: Als Botschafter des F1-Parfums muss Hunt natürlich auch über den Duft der Königsklasse sprechen. Die rieche nach „Benzin, Gummi, Schweiß und Champagner“. Hunt: „Ich hätte nie gedacht, dass man das in einem Parfum festhalten kann. Aber es ist gut gelungen und riecht gut.“
Ob sich Hamilton und Verstappen allerdings noch einmal riechen können, bleibt unklar…

Von

Bianca Garloff