Formel 1: Boxengeflüster aus Australien

Formel 1: Funk-Stunk bei Ferrari

War Räikkönen sauer auf Ferrari?

Für Kimi Räikkönen lief der Auftakt bitter: Am Ende lag der Finne wegen Ferraris Strategie mal wieder hinter Sebastian Vettel. Deswegen gab's Zoff am Funk.
Er war Ferraris einziger Verlierer beim Auftaktsieg der Scuderia in Melbourne: Kimi Räikkönen. Zwar landete der Finne in zwei von drei Trainings und im Qualifying vor Teamkollege Sebastian Vettel. Auch im Rennen lag er zunächst vor dem Deutschen - doch dann kamen die Boxenstopps und Ferraris Strategiespiel: Vettel brachte es den Sieg, Räikkönen Platz drei hinter Hamilton.
Kein Wunder, dass sich Räikkönen zumindest während des Rennens von Ferraris Taktik wenig begeistert zeigte. Im Trubel des Vettel-Sieges ging fast ein zorniger Funkspruch des Finnen an seinen Ferrari-Kommandostand unter. „War er etwa noch nicht an der Box“, fragte Räikkönen bezugnehmend auf Vettel. „Noch nicht“, lautete die Antwort von Renningenieur Carlo Santi. Dieser hatte Räikkönen kurz zuvor in Runde 21 ermahnt: „Kimi, wir brauchen etwas mehr Tempo. Seb fährt 28,5. Du 28,7.“

Zu Beginn des Rennens lag Räikkönen noch vor Vettel

Als Räikkönen mitgeteilt wurde, dass Vettel noch nicht gestoppt hatte, wütete der Finne am Funk: „Ach du Scheiße! Und das sagt ihr mir jetzt? Erst sagt ihr mir, dass wir keine Eile haben! Reitet mich damit nicht in die Scheiße!“
Nach dem Rennen vermuteten diverse Experten, Ferrari habe Räikkönen für Vettel „geopfert“. Unter ihnen auch RTL-Experte Nico Rosberg. „Kimi wäre sowieso nicht an Lewis vorbeigekommen. Also hat man mit seinem frühen Stopp (in Runde 18; d. Red.) Druck auf Lewis (Stopp in Runde 19; d. Red.) gemacht und so Sebastian eine Außenseiterchance gegeben“, erklärte der Deutsche. Vettel stoppte erst in Runde 26 - und konnte mit Hilfe des Safety-Cars die Führung übernehmen.

Roter Jubel: Ein Bild sagt mehr als tausend Worte...

Räikkönens Auftritt auf dem Podium sprach indes Bände. Während Vettel und das Team ausgelassen feierten, verzog der Iceman hinter seiner dicken Sonnenbrille keine Miene - anschließend gab er aber den Teamplayer: „Was soll man machen? Wir hatten heute kein Glück. Aber wenigstens hatte Seb es und damit Ferrari“, so Räikkönen. Kritik an der Strategie? Fehlanzeige. „Es gab keine Zweifel. Ich denke, es war sehr klar, was wir machen. Manchmal hat man eben Glück und manchmal nicht“, meinte der Weltmeister von 2007.
Für Räikkönen geht das lange Warten auf den ersten Sieg in seiner zweiten Ferrari-Amtszeit damit weiter. Fünf Jahre ist sein letzter Grand-Prix-Sieg in Australien 2013 für Lotus-Renault nun schon her - fast neun Jahre sogar der letzte für die Scuderia in Belgien 2009.

Autor: Frederik Hackbarth

Fotos: Picture-Alliance

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