Am Sonntagabend um 21.30 Uhr wurde der GP Österreich zum Strafen-Fiasko. 1200 mögliche Überschreitungen der Tracklimits mussten erneut untersucht werden, weil Aston Martin Protest eingelegt hatte.
Eigentlich keine Überraschung. Bereits während des Rennens wurden zahlreiche Strafen ausgesprochen. Die Regel: Wer eine weiße Linie vier Mal mit allen vier Rädern überschreitet, bekommt eine letzte Warnung, danach setzt es fünf Strafsekunden. Wer erneut sündigt, bekommt zehn Sekunden aufgebrummt.
Das Problem in Spielberg: Zu viele Piloten fuhren im Rennen mit ihrer eigenen Interpretation der Track Limits. Die Rennleitung kam nicht hinterher mit der Prüfung. Also mussten die Rennkommissare nachsitzen.
Mit dem Ergebnis, dass das Ergebnis einmal durch den Fleischwolf gedreht wurde. Fernando Alonso machte dadurch einen Platz gut und wurde Fünfter. Prominentester Verlierer: Carlos Sainz, der so von Platz vier auf sechs zurückfiel.
Alpine-Star Pierre Gasly ist genervt.
Bild: Alpine

Auch Pierre Gasly war Leidtragender der Prüfung zu später Stunde. Er rutschte von Rang neun ab auf Platz zehn. „Ich war auf der Jagd nach Fernando Alonso, natürlich setzte ich alles daran, an ihm dran zu bleiben“, erklärt der Franzose. „Dazu musst du Risiken eingehen, und dann bist du auf einer Strecke wie dem Red Bull Ring schnell mal neben der Bahn.“
Der Alpine-Pilot ist entsprechend ungehalten. „Die Regeln sind für alle gleich, aber eines hat dieses Rennen klargemacht – wir müssen diese Sache mit den Pistengrenzen anders anpacken“, so Gasly. „Wir hatten schon im Qualifying 43 Fälle gestrichener Runden. Meine Oma saß vor dem Fernseher und war ratlos. Sie hat mir später am Telefon gesagt: ,Was zum Geier geht da vor bei euch? Ich sehe: Hamilton ist Schnellster, aber zwei Sekunden später taucht er in der Tabelle nur noch auf Rang 18 auf. Was soll das?‘ Sie hat Recht: Das versteht doch kein Fan mehr. Das müssen wir anders lösen.“
Dieser Meinung ist auch Mercedes-Teamchef Toto Wolff. Der Österreicher hat zwei Vorschläge: „Entweder müssen wir wieder Wurst-Kerbs installieren – oder wir lassen es einfach ganz mit den Track Limits. Soll doch jeder Fahrer die Linie fahren, die für ihn die schnellste ist.“
Fest steht: Das Thema wird die Formel 1 noch eine Weile begleiten.