(dpa/rh) Sebastian Vettel schlug wütend mit der Faust aufs Lenkrad und musste von Formel 1-Chef Bernie Ecclestone getröstet werden. Nach wenigen Metern war das Rennen für den Weltmeisters in Abu Dhabi gelaufen. Ein mysteriöser Reifenplatzer sorgte für den ersten Ausfall seit über einem Jahr im Red Bull. "Es ärgert einen schon. Es hat sich alles gut angefühlt bis dahin", meinte Vettel. Ebenso wie sein Team rätselte auch er nach dem Rennen lange über die Ursache für das Blitz-Aus: "Warum es soweit kam, wissen wir auch nicht." Es bleibe nicht viel mehr übrig als "Schwamm drüber und weitermachen."
Lewis Hamilton (GBR) McLaren Mercedes - Formula 1 World Championship
Hamilton, der sich in der Qualifikation in letzter Sekunden von Vettel die Pole aus den Händen
reißen lassen musste, gewann das Rennen.


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Die Konkurrenz nutzte die Gunst beim Großen Preis im Wüstenstaat. Lewis Hamilton triumphierte und widmete seinen dritten Saisonsieg noch über Boxenfunk seiner Mama zu deren Geburtstag. Zweiter hinter dem McLaren-Mercedes-Mann wurde Ferrari-As Fernando Alonso, auf Rang drei kam der WM-Zweite Jenson Button im zweiten McLaren. Bester Deutscher war diesmal Nico Rosberg, der wenige Tage nach seiner Vertragsverlängerung bei Mercedes Platz sechs belegte. Dahinter fuhren Teamkollege Michael Schumacher und Force India-Pilot Adrian Sutil auf die Ränge sieben und acht. Timo Glock kam im Marussia-Virgin auf den 19. Platz. Bester Deutscher war diesmal Nico Rosberg, der wenige Tage nach seiner Vertragsverlängerung bei Mercedes Platz sechs belegte. Dahinter fuhren Teamkollege Michael Schumacher und Force-India-Pilot Adrian Sutil auf die Ränge sieben und acht.
Sebastian Vettel (GER Red Bull Racing)
Bei dem mysteriösen Reifenplatzer ging auch die Radaufhängung kaputt.
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Vettel, der bis dahin nur einmal in diesem Jahr das Podest verfehlt hatte, bog bereits mit einigen Metern Vorsprung ungefährdet in die erste Kurve auf dem 5,554 Kilometer langen Yas Marina Circuit ein. Doch unmittelbar danach rutschte Vettel von der Strecke: Der rechte Hinterreifen war geplatzt, das Gummi bereits von der Felge gerutscht. "Dann bist du einfach nur noch Passagier", meinte Teamchef Christian Horner. Vettel tuckerte rund fünf Kilometer über die Strecke bis zur Box. Nachdem er das letzte Mal am 24. Oktober 2010 klar auf Siegkurs liegend beim Großen Preis von Südkorea wegen eines Motorschadens ausgeschieden war, musste er diesmal nach einer Runde raus.
Ausgerechnet am Ort seines ersten WM-Triumphs gab es für Vettel nichts zu feiern; eine geschenkte Gitarre von Paul McCartney brachte dem Beatles-Fan kein Glück. Der 24-Jährige verpasste nicht nur seinen Abu Dhabi-Hattrick, sondern auch die Chance, den Siegrekord in einer Saison von Michael Schumacher zu brechen. Im Jahr 2004 feierte dieser 13 Grand-Prix-Erfolge. Der Heppenheimer dagegen hat hat zwei Wochen vor dem Saisonfinale in Sao Paulo elf Erfolge auf dem Konto. So blieb Vettel nichts anderes übrig, als das Rennen sichtlich enttäuscht vom Red Bull-Kommandostand aus zu beobachten.