Formel 1: GP Australien 2009
Die Formel 1 steht Kopf

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Schnellster der ersten Trainingsläufe: Nico Rosberg war zum Formel-1-Auftakt in Australien vor Barrichello und Trulli. Außerdem gab es Bestzeiten für die umstrittenen Diffusor-Autos und einen Denkzettel für die Topteams.
Bei einer Bundestagswahl würde man von einem "Erdrutschsieg" beziehungsweise einem "Denkzettel" sprechen: Williams, Toyota und Brawn gaben am ersten Trainingstag in Melbourne überraschend den Ton an, während die Topteams eine deutliche Klatsche einstecken mussten – die Formel 1 steht am ersten Rennwochenende unter dem neuen Reglement Kopf! Zwar sind die Freitagszeiten natürlich mit Vorsicht zu genießen, doch ein Trend lässt sich nicht leugnen: Jene drei Teams, die wegen ihrer angeblich fragwürdigen Diffusoren im Mittelpunkt stehen, hinterließen am ersten Tag im Albert Park eine intensive Duftmarke. Die sechs betroffenen Autos landeten auf den Positionen eins bis sieben. Damit erhärtet sich der Verdacht der protestierenden Konkurrenz, dass die cleveren Designs pro Runde eine halbe Sekunde bringen.
Doppelte Sensation durch Nico Rosberg im Williams-Toyota

Außerdem fuhr Barrichello mehrere Runden am Stück – sein Tank kann also nicht leer gewesen sein. Innerhalb von einer halben Sekunde mit dem Führenden klassierten sich Jarno Trulli (Toyota/+ 0,297/42 Runden), Mark Webber (Red-Bull-Renault/+ 0,317/30 Runden) und Jenson Button (Brawn-Mercedes/+ 0,321/38 Runden) auf den Positionen zwei bis fünf. Dabei stach vor allem die Leistung von Lokalmatador Webber heraus, denn er und Teamkollege Sebastian Vettel (8./+ 0,687/19 Runden) waren die mit Abstand besten Autos mit konventionellem Diffusor.
Schallende Ohrfeigen
Das überrascht bei Vettel umso mehr, als der Deutsche nach seinem Hydraulikdefekt in der ersten Session diesmal nach knapp einer Stunde wegen eines Fahrfehlers in der dritten Kurve abstellen musste. Trotzdem war er hinter Glock und knapp vor Adrian Sutil (Force-India-Mercedes/+ 0,987/29 Runden), der als Neunter seine starke Performance aus dem ersten Freien Training bestätigen konnte, zweitbester Deutscher. Schwer geschlagen geben mussten sich die etablierten Teams – und die schallendste Ohrfeige wurde wie erwartet McLaren-Mercedes verpasst: Heikki Kovalainen (+ 1,749/35 Runden) wurde 17., Lewis Hamilton (+ 1,760/31 Runden) 18. "Wir gehören ins letzte Drittel", musste Mercedes-Sportchef Norbert Haug daraufhin erneut eingestehen.

Für eines der Highlights des Tages sorgte Massa auch so, indem er eine Viertelstunde vor Schluss einen unglaublichen Drift beim Anbremsen der vorletzten Kurve gerade noch abfing. Weniger Glück hatte Fernando Alonso (12./+ 1,179/28 Runden), der seinen unruhig wirkenden Renault gleich zu Beginn nicht mehr kontrollieren konnte und sich drehte. Teamkollege Nelson Piquet (+ 1,775/35 Runden) wurde übrigens nur 19. Langsamer als der Brasilianer war lediglich der eidgenössische Rookie Sébastien Buemi, der 33 Runden lang vor allem damit beschäftigt war, die für ihn neue Strecke im Albert Park zu studieren. Buemi leistete sich keine groben Schnitzer, fiel aber auch nicht positiv auf und verlor mit dem Toro-Rosso-Ferrari 2,023 Sekunden auf die absolute Spitze. Auch teamintern musste er sich Sébastien Bourdais (16./+ 1,426/36 Runden) geschlagen geben.
Auffällig: Die Formel 1 ist trotz der Regeländerungen schneller geworden

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