Formel 1: Halbjahreszeugnisse für die F1-Stars 2019

Formel 1: Halbzeitbilanz Toro Rosso

Toro Rosso liegt voll im Plan

Nächster Teil unserer Formel-1-Halbzeitbilanz. Diesmal: Toro Rosso-Honda. Das kleine Bullen-Team holte bereits eine Podestplatzierung.
Die Ansage von Helmut Marko war wie immer ohne verbale Umwege. "Toro Rosso sollte jetzt fähig sein, auf Platz fünf oder sechs in der Konstrukteurswertung zu fahren. Das würde dann zusätzlich einen Sprung in den Preisgeldern für die Konstrukteurs-WM bedeuten."
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Toro-Rosso-Teamchef Franz Tost (63) kann schon nach zwölf Rennen stolz feststellen: Das Red-Bull-Juniorteam hat die Vorgabe vom Red-Bull-Chefberater erfüllt. Die Truppe aus Faenza belegt mit 43 Punkten den fünften Platz in der Konstrukteurswertung.
Grundlage dafür war besonders das vom regnerischen Wetter bestimmte Chaosrennen in Hockenheim. Dort zeigten die beiden Piloten, was sie wert sind: Der Russe Daniil Kvyat (25) fuhr als Dritter aufs Podium, Teamkollege Alexander Albon (23) wurde starker Sechster. Heißt: In Deutschland fuhr Toro Rosso alleine 23 Punkte ein, mehr als die Hälfte also als in den restlichen elf Rennen.
Für Tost war es kein Zufall. Er lobt die Piloten. Tost: "Kvyat ist wesentlich stärker zu uns zurückgekommen. Er ist gereift." Hintergrund: Der Russe wurde nach schwankenden Leistungen Ende 2017 erst mal ins Exil geschickt. Er wechselte 2018 als Simulatorfahrer zu Ferrari und wurde für diese Saison wieder bei Toro Rosso aufgenommen.
Helmut Marko ergänzt: "Kvyat liest jetzt sogar Tolstoi und Dostojewski. Das zeigt, welche positive geistige Einstellung er mittlerweile hat."

Tost ist sich seiner Rolle bei der kleinen Filiale von Red Bull durchaus bewusst.

Auch Teamkollege Albon bekommt Lob. Tost sagt über den Briten mit thailändischen Wurzeln, der 2019 seine Debütsaison in der Königsklasse fährt: "Er ist einer der besten Debütanten, die ich je erlebt habe." Für die zweite Saisonhälfte muss der Südtiroler allerdings auf seine Dienste verzichten. Grund: Albon wird zu Red Bull befördert, um dort an der Seite von Max Verstappen zu beweisen, dass er zu Großem berufen ist.
Albon ersetzt Pierre Gasly, der an der Übermacht Verstappens zerbrach und jetzt bei Toro Rosso wieder sein Selbstbewusstsein finden soll. Der Franzose ist kein Unbekannter für Toro Rosso. 2018 zeigte er dort so gute Leistungen, dass er überhaupt erst den Sitz bei Red Bull bekam.
Allein: Tost ist sich seiner Rolle bei der kleinen Filiale von Red Bull durchaus bewusst. Der Tiroler darf zwar grundsätzlich entscheiden, was beim Juniorteams des österreichischen Getränke-Riesens an der Rennstrecke und im Alltagsgeschäft geschieht. Aber bei großen, strategischen Fragen muss er sich den Entscheidungen von Red-Bull-Boss Dietrich Mateschitz und dessen Chefberater Helmut Marko beugen.
Wer bei Toro Rosso fährt oder wie die strategische Ausrichtung ist, bestimmen die beiden Steirer. Tost: "Red Bull steht ganz oben, wenn es darum geht, was bei uns gemacht wird. Darüber müssen wir nicht einmal diskutieren, denn das ist Teil unserer Philosophie. Wir sind jedenfalls mit unserer Fahrerpaarung immer noch gut aufgestellt."
Soll heißen: Der fünfte Platz soll verteidigt werden. Marko: "2018 mussten sie noch unser Projekt mit Honda für 2019 vorbereiten. Sowohl Honda und Toro Rosso machten einen guten Job, aber man kann schon sagen, dass mehr Punkte drin gewesen wären, wenn sie ganz an sich hätten denken können. Sie wurden in gewissem Sinne dem großen Ziel etwas geopfert."
Das zahlt Red Bull jetzt dankend zurück: Seit Anfang der Saison wurde Toro Rosso intensiver mit dem Mutterschiff Red Bull Racing zusammengespannt. Als Vorbild diente dabei das Haas-Team, das von Partner Ferrari nicht nur den gesamten Antriebsstrang bekommt, sondern auch weitere Teile.
Allein: Wer 2020 bei Toro Rosso fährt, ist noch offen. Bewährt sich Albon bei Red Bull, wird er seinen Sitz dort behalten. Falls nicht, könnte Kvyat mit ihm tauschen. Ein Kandidat für Toro Rosso ist zudem der Österreicher Lucas Auer (24). Der Neffe von Ex-Formel-1-Star Gerhard Berger fährt im Red-Bull-Auftrag gerade in der japanischen Formel Nippon, die als gute Ausbildung für die Königsklasse gilt.
VERGLEICH
KVYAT-ALBON
Qualifying Duell: 6-6
durchschnittlich im Q l schneller:  -0.032s
Rennvergleich: 7-5
Durchschnittsteampunkte: Kvyat 63%, Albon 37%
Noten: 
Kvyat 8,3
Albon 8,2

Formel 1: Halbjahreszeugnisse für die F1-Stars 2019

Autor: Ralf Bach

Fotos: Red Bull Content Pool

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