Formel 1: Halbjahreszeugnisse für die F1-Stars 2019

Formel 1: Halbzeitanalyse McLaren

Neue Besen kehren gut

Nächste Folge unserer Formel-1-Halbzeitanalyse zur Sommerpause. Diesmal: McLaren-Renault.
Lag es den drei Neuen? Fest steht: McLaren war die positive Überraschung der ersten Saisonhälfte. Mit neuem Teamchef Andreas Seidl (43) und den beiden Piloten Carlos Sainz jr. (24) und Lando Norris (19) liegt das Traditionsteam aus Woking souverän auf dem vierten Platz der Konstrukteurswertung.
Red Bulls Halbzeitbilanz: Hier klicken
Damit hatte vor der Saison keiner gerechnet. Besonders nicht das Werksteam von Renault, das – obwohl mit den gleichen Motoren wie die Briten ausgestattet – schon zur Saisonhalbzeit 43 Zähler Rückstand auf McLaren hat. Für die Franzosen kommt das einer Demütigung gleich. Wie auch immer: Der Deutsche Seidl will erst mal den Ball flach halten.
"Schon in der Vorsaison wurden entscheidende Dinge bei McLaren eingeleitet, die jetzt Früchte trugen. Ich bin ja erst ab Mai dabei. Das Auto, das sehr gut mit den Reifen funktioniert, wurde schon letzten Winter entwickelt."
Allein: Die Bescheidenheit passt zum Ex-BMW- und-Porsche-Techniker. Aber seine Einschätzung über die gute Arbeit seiner Vorgänger entspricht nur zum Teil der Wahrheit. Fakt ist: Seidl war das erste Mal beim GP von Spanien an der Rennstrecke dabei. Der Grand Prix in Spanien und die folgenden Rennen in Monaco und Kanada dienten noch zur Einarbeitung.

In den fünf GPs mit Seidl holten die Briten im Durchschnitt 10,4 Zähler pro Rennen.

Und jetzt wird es interessant: Ab dem GP von Frankreich, dem ersten Event, bei dem Seidl voll integriert war, holte McLaren in den fünf Rennen bis zur Sommerpause 52 Zähler – 20 Punkte mehr als in den sieben Rennen zuvor. Oder, anders ausgedrückt: In den fünf GPs mit Seidl holten die Briten im Durchschnitt 10,4 Zähler pro Rennen. In den sieben zuvor "ohne" den Bayer knapp 4,6. Kann das Zufall sein.
Nein, denn auch Ferrari war an Seidl dran. Doch der mittlerweile geschasste Ex-Teamchef Maurizio Arrivabene legte sein Veto ein.
Was hat Seidl bei McLaren anders gemacht? Als erstes führte er wieder feste Strukturen ein. Vorher hatte McLaren die Verantwortlichkeit auf verschiedene Gruppenführer verteilt. Seidl änderte das. Nur einer sollte den Hut aufhaben. Er!
Seidl: "Entscheidend neben dem guten Auto ist aber auch, dass die Fahrer sich extrem wohl fühlen im Team. Sie sind mit der wichtigste Bestandteil. Weil sie ja im entscheidenden Moment umsetzen müssen, was die Mannschaft vorher aufgebaut hat. Man muss zwar auch ein Machtwort sprechen können, aber grundsätzlich ist es für mich sehr wichtig, dass die Fahrer ein Zuhause spüren."
Seine aktuellen Piloten lobt Seidl. "Sowohl Carlos Sainz als auch Lando Norris machen einen sehr, sehr guten Job. Trotz ihrer Jugend sind sie auch schon extrem routiniert im Gespräch mit den Ingenieuren." Deshalb verlängerte Seidl den Vertrag mit beiden für 2020 schon früh in der Saison. Auch um ein Zeichen zu setzen, da der zurückgetretene Ex-Weltmeister Fernando Alonso als McLaren-Botschafter ständig wie ein immer zur Rückkehr bereiter Schatten über den Köpfen von Sainz und Norris schwebte.
Seidl: "Carlos und Lando sind die Zukunft, nicht Fernando."
In der zweiten Hälfte will McLaren den extremen Aufwärtstrend bestätigen und Platz vier in der Teamwertung verteidigen. 2020 soll eine weitere Steigerung kommen und 2021 soll McLaren dann wieder siegfähig sein. Seidl: "Alles andere wäre unrealistisch."
Vergleich Sainz gegen Norris
Qualifying Duell: 4-8
durchschnittlich im Q schneller: -0,07 s
Rennvergleich:9-3
Durchschnittsteampunkte: Sainz 71%, Norris 29%
Sainz: 8,8
Norris: 8,4

Formel 1: Halbjahreszeugnisse für die F1-Stars 2019

Autor: Ralf Bach

Fotos: McLaren

Anzeige

Automarkt

Bei autohaus24.de Neuwagen günstig kaufen und Geld sparen.

Finden Sie im Automarkt von autobild.de Ihren Gebrauchtwagen.