Viel unterschiedlicher hätte die Gemütslage in der Silberpfeil-Garage nach dem Großen Preis von China nicht ausfallen können. Während Lewis Hamilton in souveräner Manier seinen fünften Sieg in China und den 54. insgesamt in seiner Karriere feierte, trat Teamkollege Valtteri Bottas nach dem nasskalten Rennen von Shanghai wie ein begossener Pudel vor die Reporter.
So lief das Rennen in China: Hamilton siegt vor Vettel
Bottas
China war nicht das Wochenende des Valtteri Bottas
Der Finne konnte am Sonntag nur den sechsten Platz einfahren - hinter den Gegnern von Ferrari und Red Bull und fast 50 Sekunden hinter Stallrivale Hamilton! Der Grund: Bottas drehte sich beim Versuch, hinter dem Safety-Car seine Reifen auf Temperatur zu bringen und verlor dabei viele Plätze. „Valtteri hat es hinter dem Safety-Car weggeschmissen“, kritisierte Mercedes-Sportchef Toto Wolff und nahm Bottas gleichzeitig in Schutz: „Das ist aber schon den Besten passiert. Wir sollten das noch einmal analysieren und dann vergessen.“
Die nötige „mentale Stärke“, um den Vorfall schnellstmöglich abzuhaken, habe der Finne allemal, erklärte Wolff, der ansonsten zufrieden mit der Leistung des Rosberg-Nachfolgers war. „Wir konnten sehen, dass Valtteri die Pace von Lewis im Rennen an vielen Stellen mitgehen konnte. Aber wenn dir so etwas passiert und du so weit zurückfällst, dann wird es halt schwer.“
Mercedes
Fair: Für Sieger Lewis Hamilton freute sich Bottas
Wolff: „An seinen guten Tagen ist Lewis in einer eigenen Liga. Wenn dann noch so schwierige Bedingungen wie heute herrschen, will ich niemand anderen im Auto haben.“ Findet sich Bottas also bald in der Rolle des Edelhelfers wieder? 
„Durch meinen dummen Fehler hat das Team heute viele Punkte verloren“, ist sich der Finne seiner Lage sehr wohl bewusst. Auch, dass sein Team wegen eines Fehlers an der Boxenampel beim Reifenwechsel selbst patzte, wollte Bottas nicht als Ausrede für seinen schwachen sechsten Platz gelten lassen. „Das war nicht ideal, aber ein kleiner Fehler in Vergleich zu meinem großen.“