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Formel 1: Hamilton gewinnt Ungarn GP

Mercedes-Strategie schlägt Verstappen

Lewis Hamilton ringt in Budapest Max Verstappen nieder. Mercedes' Reifenstrategie geht besser auf als die von Red Bull. Sebastian Vettel Dritter.
Siebter Sieg für Lewis Hamilton auf dem Hungaroring. Nur in Kanada hat der Weltmeister schon so viele Erfolge gefeiert. Seit Sonntag fehlen Hamilton nur mehr zehn Grand-Prix-Triumphe auf die ewige Bestmarke von Michael Schumacher.
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Dass der Formel-1-Superstar den Ungarn GP vor Max Verstappen und Sebastian Vettel gewinnt, hat er vor allem seinem Kommandostand zu verdanken: das Rennen in der Puszta entwickelt sich zur Strategieschlacht zwischen Mercedes und Red Bull - mit dem besseren Ende für die Silberpfeile.
"Sorry, dass ich an deiner Entscheidung gezweifelt habe. Das war ein großer Call", bedankt sich Hamilton noch auf der Auslaufrunde bei Chefstratege James Vowles, der dann auch mit zur Siegerehrung darf. Hamilton jubelt: "Ich wusste nicht, ob ich die 19 Sekunden Rückstand aufholen kann. Es war eine große Lücke. Aber das Team hat gesagt: 'Kopf runter und pushe weiter.' Danach war jede Runde wie eine Qualifying-Runde."

Mann des Tages: Hamilton mit Stratege James Vowles

Hamilton weiter: "Ich bin überglücklich für das Team und dankbar, dass sie das Risiko genommen und an mich geglaubt haben. Wenn Niki (Lauda; d. Red.) hier wäre, würde er jetzt sicher seine Kappe ziehen."
Pole-Mann Verstappen wird am Sonntag indes zum Verlierer der Strategieschlacht, kann am Ende auf alten Reifen gegen den heranstürmenden Hamilton nichts mehr ausrichten. Trotzdem nimmt's der Holländer sportlich: "Ich habe alles versucht, um die harten Reifen am Leben zu halten, aber leider war das nicht genug. Glückwunsch an Lewis, er hat mich heute hart gepusht. Ich mag das."
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Am Ende entscheidet die Taktik das Rennen: "Wir haben es mit einem Stopp versucht, dadurch hatten sie (Mercedes; d. Red.) die Möglichkeit, es mit zwei zu probieren. Das war heute einfach die bessere Wahl", erklärt Verstappen.
Ferrari-Star Sebastian Vettel arbeitet sich im Rennen von der fünften auf die dritte Position vor, überholt kurz vor Schluss noch Teamkollege Charles Leclerc für den letzten Platz auf dem Podest. "Ich hatte als Vierter nichts zu verlieren, bin deshalb lange draußen geblieben. Schön, dass die Strategie aufgegangen ist und mit etwas Schampus in die Sommerpause zu starten", sagt Vettel.
Mit Podium in die Pause: Vettel gibt sich fünf von zehn Punkten
Der andere Deutsche im Feld, Renault-Pilot Nico Hülkenberg, verpasst als Zwölfter hingegen die Punkteränge.
So lief das Rennen: Pole-Setter Verstappen gewinnt den Start, dahinter kommen sich die Silberpfeile in die Quere, weil sich Valtteri Bottas gleich zweimal verbremst. Hamilton zieht deshalb vorbei, wenig später auch Leclerc, wobei Bottas sich den Frontflügel beschädigt. "Das war ein bisschen ungezogen von Leclerc", findet Sky-Experte Martin Brundle. Die Stewards untersuchen den Vorfall aber nicht.
Auch Vettel im zweiten Ferrari kann danach an Bottas vorbeigehen. Am Ende der fünften Runde stoppt der Finne schließlich, holt sich einen neuen Frontflügel und harte Reifen, und fällt vom fünften auf den letzten Platz zurück.
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An der Spitze hält Verstappen den Vorsprung zu Hamilton konstant bei zwei Sekunden und sich den Briten damit aus dem DRS-Fenster. Mit dem Top-Duo kann Ferrari nicht mithalten. Leclerc hat nach 20 Runden schon 15 Sekunden Rückstand.
In Runde 22 schickt Mercedes seine Mechaniker in die Boxengasse, doch Red Bull fällt nicht auf die Finte rein. Verstappen beschwert sich am Funk allerdings, dass er viel Grip verliert - und kommt am Ende von Runde 25 deshalb an die Box, um sich harte Reifen zu holen.
Hamilton kriegt von der Box dann das Signal "Hammertime". Doch Verstappens Pace auf frischen Reifen ist zu gut, er verringert seinen Rückstand auf den führenden Silberpfeil Runde pro Runde. TV-Experte Karun Chandhok urteilt: "Ich verstehe nicht, warum Mercedes nicht vor Red Bull reingekommen ist. Da haben sie eine Chance liegenlassen."

Die Entscheidung: Hamilton geht an Verstappen vorbei

In Runde 31 stoppt schließlich auch Hamilton, holt sich harte Reifen. Nach dem Stopp hat er fast sechs Sekunden Rückstand auf Verstappen, pulverisiert diese aber binnen vier Umläufen. In Runde 35 hängt er dem Holländer schon wieder im Getriebe.
In Runde 39 attackiert Hamilton Verstappen und überholt den Führenden kurz, verlässt dabei aber die Strecke - deshalb lässt er Verstappen wieder vorbei. Der Schmutz auf Hamiltons Reifen verschafft dem Red Bull danach etwas Luft.
Doch Mercedes reagiert und stellt die Strategie um: In Runde 48 kommt Hamilton zum zweiten Mal an die Box und holt sich frische Medium-Reifen. Zunächst ist der Brite selbst noch skeptisch. "Ich weiß nicht, ob das der richtige Call war. Wie viel Vorsprung hat er jetzt?", funkt Hamilton. "19 Sekunden", lautet die Antwort bei noch 19 Runden auf dem Zähler.
Doch mit 23 Runden jüngeren Reifen macht Hamilton pro Runde mehr als die benötigte Sekunde gut. Verstappen sieht Hamilton schon bald wieder im Rückspiegel und meldet in Runde 64 am Funk: "Die Reifen sind tot." Drei Umläufe später ist es soweit: Mit deutlich besserer Pace und DRS schnappt sich Hamilton in Kurve eins die Führung vom Holländer und zieht davon.
Red Bull holt Verstappen deshalb zum Sicherheitsstopp an die Box, sichert sich so immerhin mit frischen Reifen noch die schnellste Rennrunde. Sebastian Vettel schnappt sich in der vorletzten Runde, mit alternativer Strategie und weichen Reifen im Schlussstint, noch Teamkollege Charles Leclerc und damit den letzten Platz auf dem Podium - hinter dem traurigen Verstappen und Strategie-Sieger Hamilton.
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Autor: Frederik Hackbarth

Fotos: Picture-Alliance

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