Die Formel-1-Saison 2019 wird ein historisches Jahr. Beim China-GP feiert die Königsklasse den 1000. WM-Lauf. Das letzte Jubiläum, Rennen Nummer 900, ging in Bahrain 2014 über die Bühne.
Doch 2019 könnte noch aus vielen anderen Gründen ein besonderes Jahr werden. Lewis Hamilton jagt den Siegrekord von Michael Schumacher. Der liegt bei 91, Hamilton steht jetzt bei 73. 21 WM-Läufe stehen auf dem Programm. Die Aufgabe wird also extrem schwierig: Hamilton müsste 18 Rennen gewinnen, um mit Schumi gleichzuziehen und 19 um den Deutschen zu übertrumpfen. Das entspräche einer Siegquote von 90 Prozent. Eine solche Quote schaffte noch kein Fahrer: Der Rekord liegt bei 75 Prozent, aufgestellt von Ferrari-Pilot Alberto Ascari 1952.
Hülkenberg
Schafft es Nico Hülkenberg endlich mal aufs Podest?
Wahrscheinlich wird Hamilton Schumis Rekord also 2019 noch nicht knacken. Dafür aber könnte er zum sechsten Mal Weltmeister werden, damit Juan-Manuel Fangio übertrumpfen und die alleinige Nummer zwei hinter Schumacher werden. Es wäre auch ein besonderer Rekord für Mercedes: Noch nie hat ein Team sechs Jahre hintereinander den Fahrer-Weltmeister gestellt. Ferrari (2000-2004 mit Michael Schumacher) und Mercedes (2014-2018 mit Lewis Hamilton und Nico Rosberg) stehen gleich auf bei fünf Titel in Folge. Ferrari wurde zudem 1999 Konstrukteursmeister, hier könnte Mercedes mit einem sechsten Titel ausgleichen.
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Red Bull wird da aber Einwände haben. Max Verstappen hat noch zwei Jahre Zeit, um Sebastian Vettel als jüngsten Weltmeister aller Zeiten (23) abzulösen. Den Rekord des jüngsten Pole-Setters kann er Vettel schon nicht mehr abjagen. Würde Verstappen Champion werden, wäre es der erste WM-Titel für Honda seit Ayrton Senna 1991 im McLaren-Honda. Gewinnt Red Bull wenigstens einen Grand Prix wird die Sieges-Durststrecke der Japaner beendet, die bis Jenson Buttons Sieg 2006 in Ungarn zurückreicht. Das letzte Mal auf dem Podium stand ein Honda-motorisierter Fahrer 2008 in Silverstone mit Rubens Barrichello.
Mit Pierre Gasly bei Red Bull und Charles Leclerc bei Ferrari gibt es zudem zwei frische Fahrer in den Topteams. Beide könnten sich zu den 106 bisherigen Siegern eines WM-Laufes gesellen. Der letzte, der sich neu in die Siegerliste eintragen durfte, war Valtteri Bottas in Russland 2017. Zwei neue Rennsieger in einer Saison gab es zuletzt 2012 mit Nico Rosberg (China-GP im Mercedes) und Pastor Maldonado (Spanien-GP im Williams-Renault). Gasly wäre der erste französische F1-Sieger seit Olivier Panis (1996 in Monaco im Ligier-Mugen-Honda), Leclerc sogar der erste aus Monaco überhaupt. Schafft es Leclerc wenigstens auf das Treppchen, holt er den ersten Podestplatz für Monaco seit Louis Chrirons dritten Platz in Monaco 1950 auf Maserati – das war der zweite WM-Lauf der Geschichte.

Hülkenberg vor nächstem Rekord

Überhaupt wird Leclerc 2019 der zweitjüngste Ferrari-Fahrer in der Historie sein, Ricardo Rodriguez war in den 60er Jahren noch mal zwei Jahre jünger (19). Alex Albon ist der erste Thailänder in der Formel 1 seit Prince Bira 1954 und Robert Kubica gibt ein Comeback nach 3045 Tagen Abwesenheit. Länger mussten zwischen zwei F1-Rennen nur drei Fahrer warten: Jan Lammers (3767), Luca Badoer (3584) und Pete Lovely (3226).
Für einen Rekord gut sein wird auch Nico Hülkenberg. Entweder baut er seine Serie von bisher 156 Rennen ohne Podestplatz aus. Oder aber er schafft es endlich zur Siegerehrung und übertrumpft damit Martin Brundle, der 91 Mal gestartet ist, bevor er seinen ersten Podestplatz erzielte und damit den bisher längsten Anlauf in dieser Disziplin nahm.
Es wird außerdem vier Jubiläen zu feiern geben: Beim Österreich-GP wird Kimi Räikkönen als fünfter Fahrer nach Rubens Barrichello (323), Fernando Alonso (312), Michael Schumacher (307) und Jenson Button (306) die 300-GP-Marke knacken. Max Verstappen, Carlos Sainz und Kevin Magnussen feiern in USA jeweils ihren 100. Start.