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Formel 1, Hamilton, neuer Vertrag offiziell

Fix! Mercedes verlängert mit Hamilton

Mercedes verlängert den Vertrag mit Lewis Hamilton, gibt aber kaum Details Preis. Bernie Ecclestone ordnet eine viel diskutierte Klausel ein
Es ist endlich fix! Wie AUTO BILD MOTORSPORT bereits in der vergangenen Woche vermeldet hat, ist der neue Mercedes-Vertrag von Lewis Hamiltons (36) in trockenen Tüchern. Heute (8. Februar) Mittag hat Mercedes die Verlängerung bekannt gegeben. 
"Ich freue mich, zusammen mit meinen Mercedes-Teammitgliedern in meine neunte Saison zu starten", sagt Hamilton. "Gemeinsam haben wir mit unserem Team Unglaubliches erreicht und freuen uns darauf, auf unseren Erfolgen weiter aufzubauen und uns auf und abseits der Rennstrecke stetig weiter zu verbessern."

Hamilton-Stiftung für mehr Vielfalt

Spannend: Der siebenmalige Weltmeister bringt seinen Kampf für mehr Gleichberechtigung in den neuen Kontrakt ein. Denn laut Mercedes baut ein entscheidender Teil der neuen Vereinbarung auf der gemeinsamen Verpflichtung zu mehr Vielfalt und Inklusion im Motorsport auf, die im vergangenen Jahr von Hamilton und Mercedes eingegangen wurde. Dies soll in Form einer gemeinsamen gemeinnützigen Stiftung geschehen, die zum Ziel hat, mehr Inklusion und Vielfalt in all ihren Formen im Motorsport zu unterstützen. 
Hamilton: "Ich bin ebenso entschlossen, den Weg fortzusetzen, den wir begonnen haben, um den Motorsport für künftige Generationen vielfältiger zu gestalten. Ich bin dankbar, dass Mercedes meinen Aufruf, dieses Thema zu adressieren, so stark unterstützt. Ich bin inspiriert von allem, was wir gemeinsam aufbauen können, und kann es kaum erwarten, im März zurück auf die Rennstrecke zu gehen."
Teamchef Toto Wolff ergänzt: "Wir waren uns immer mit Lewis darüber einig, dass wir gemeinsam weitermachen würden. Doch das äußerst ungewöhnliche Jahr 2020 hat dazu geführt, dass es eine Weile gedauert hat, den Prozess zu Ende zu führen. Wir haben uns zusammen dazu entschieden, unsere sportliche Beziehung um ein Jahr zu verlängern und zudem ein längerfristiges Projekt zu starten, um den nächsten Schritt in unserem gemeinsamen Engagement für mehr Vielfalt und Inklusion in unserem Sport zu gehen. Wir sind hungrig nach Wettbewerb und wollen ihr noch mehr Kapitel hinzufügen."
Offiziell spricht Mercedes von einem Einjahresvertrag für 2021. Von einer Option auf ein weiteres Jahr ist keine Rede. Dabei hatte gerade die im Vorfeld für Diskussionen gesorgt. Radio Fahrerlager nämlich meldete, dass sich der zum Ritter geschlagene Engländer im Zuge einer möglichen Verlängerung bis Ende 2022 eine Klausel in den Vertrag hat schreiben lassen, die mittlerweile als "Verstappen-Klausel" heftig diskutiert worden ist.
Die Hintergründe zum neuen Hamilton-Vertrag: hier klicken
Hintergrund: Hamilton soll sich demnach ein Mitspracherecht bei der Entscheidung gesichert haben, wer in nach 2021 sein Teamkollege wird. Keiner der Protagonisten bestätigt ein entsprechendes Vertragsdetail, Teamchef Wolff bezeichnet es ans "Nonsense", doch ein möglicher Grund liegt auf der Hand: Red Bulls Wunderknabe Max Verstappen (23), dem einige Experten heute schon zutrauen, den Briten im gleichen Auto schlagen zu können, will sich Hamilton im Herbst seiner Karriere sicher nicht mehr antun.
Landsleute wie Hamiltons Weltmeister-Kollege Damon Hill (60) haben Verständnis für den Megastar der Szene. Der Champion von 1996, der selbst als einer der ersten von dem speziellen Veto-Recht über seinen Twitter-Account berichtet hat, sagt: “Ich würde es an seiner Stelle genau so machen.”

Ecclestone erinnert sich an Senna und Co.

Lewis Hamiltons Vertragsverhandlungen befinden sich auf der Zielgeraden

©Picture alliance

Ob die entsprechende Klausel tatsächlich in Hamiltons Vertrag steht, wissen nur die Beteiligten selbst (und bestreiten das). Doch in der Vergangenheit gab es immer wieder Fälle, in denen ein Fahrer beim Teamkollegen mitreden wollte. 
Ex-Formel-1-Chef Bernie Ecclestone erzählt ABMS von einem Fall, in den er selbst involviert war. Als Besitzer und Teamchef von Brabham. Der Brite: “1983 wurden wir mit Nelson Piquet Weltmeister. Ich musste entscheiden, wer 1984 an seiner Seite fährt. Wir hatten einen extremen guten Test mit einem jungen brasilianischen Nachwuchsfahrer namens Ayrton Senna. Den wollte ich haben. Als Nelson davon hörte, stellte er sich auf die Hinterbeine und reagierte wie ein trotziges Kind. Er wollte Senna partout nicht als Teamkollegen haben. Er hat sofort dessen Potential erkannt. Das war mir aber egal.”
Ecclestone entschied sich trotzdem gegen Senna: “Unser Hauptsponsor Parmalat wollte keine zwei Brasilianer. Ich wägte alles genau ab: Am Ende war mir der Frieden im Team wichtiger. Aber da ich gleichzeitig Chef der Konstrukteurs-Vereinigung war, sorgte ich dafür, dass Senna woanders einen Job bekam. Bei Toleman. Mir war klar, dass er der zukünftige Superstar sein würde, also wollte ich ihn unbedingt in der Formel 1 sehen.”
1993 war es wieder Senna, der von dem Veto eines Kollegen betroffen war. Sein Erzrivale Alain Prost, der 1992 ein Ruhejahr einlegte, bekam vom damaligen Branchenprimus Williams ein Angebot fürs Comeback. Seine Bedingung: kein Senna als Teamkollege. Ecclestone: “Frank Williams war verzweifelt. Sein Plan war, mit beiden an den Start zu gehen. Ich riet ihm aber, ein Jahr mit Prost zu fahren, ihm den Titel zu schenken und ihn dann zum endgültigen Rücktritt zu bewegen und das Jahr darauf Senna zu nehmen. So kam es dann auch."

Michael Schumacher brauchte keine Klausel

Der Fahrer mit dem meisten Einfluss im Team vor Lewis Hamilton war Michael Schumacher bei Ferrari. Ecclestone: “Michael brauchte noch nicht einmal eine Klausel dafür. Er war die klare Nummer 1, mit ihm wollte Ferrari zu glorreichen Zeiten zurückkehren. Deshalb fragte ihn Jean Todt auch vorher, welchen Teamkollegen er gerne hätte. Michael konnte gut mit Eddie Irvine, Rubens Barrichello und Felipe Massa leben. Hätte Michael Einwände gehabt – sie wären nicht bei Ferrari gelandet.”
Allein: Zweimal musste auch die Formel-1-Ikone aus Kerpen einsehen, dass sein Einfluss nicht groß genug war. 2006 konnte er nicht mehr verhindern, dass Ferrari-Präsident Luca di Montezemolo für 2007 das finnische Supertalent Kimi Räikkönen verpflichtet hat. Schumacher trat – unter anderem auch deshalb – Ende 2006 zurück. Räikkönen gewann mit Ferrari den Titel und ist bis heute der letzte Weltmeister in Rot.
Was nur wenige wissen: 1999 wollte Schumacher zu McLaren-Mercedes wechseln. Deshalb gab es 1998 während des Monaco-GP im ehemligen Beach-Plaza-Hotel (heute Le Meridien) ein geheimes Treffen zwischen ihm, seinem Manager Willi Weber, McLaren-Teamchef Ron Dennis und dem kürzlich verstorbenen damaligen Mercedes-Chef Jürgen Hubbert. Man war sich so gut wie einig, bis Schumacher einen Nummer-1-Status forderte – Mitspracherecht beim Teamkollegen inklusive. Das konnte Hubbert nicht akzeptieren. Die Traumehe Schumacher und Mercedes wurde auf 2010 verschoben.

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Autor: Ralf Bach

Fotos: Picture alliance

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